Sexismus im TV
Maren Kroymann: Frauenfeindlichkeit war lange Alltag im deutschen Fernsehen

Frauenfeindlichkeit und Sexismus waren nach Einschätzung der Schauspielerin und Satirikerin Maren Kroymann im deutschen Fernsehen lange Alltag. Das zu ertragen, sei in den 1990er und 2000er Jahren für viele ihrer Kolleginnen der Preis gewesen, um vor die Kamera zu kommen, sagte Kroymann dem "Spiegel".

    Maren Kroymann lächelt in Richtung des Betrachters.
    Maren Kroymann ist eine der Künstlerinnen, die in einer neuen Dokumentation über Sexismus im deutschen fernsehen sprechen. (Future Images / imago-images)
    Frauen hätten sich damals auf ihr Aussehen reduzieren und betatschen lassen müssen. So habe über Jahrzehnte die gesellschaftlich akzeptierte und gewünschte Form von lockerer Unterhaltung ausgesehen. Das sei sogar bei eher intellektuellen Satirikern wie Harald Schmidt so gewesen, fügte Kroymann hinzu.
    Sie ist eine der Künstlerinnen, die bei dem Dokumentarfilm "Was haben wir gelacht" mitgewirkt haben, der gerade in die Kinos kommt. Thema ist die Rolle der Frauen im deutschen Unterhaltungsfernsehen. Mit dabei ist auch die Moderatorin Bettina Böttinger. Für sie zeigt das Unterhaltungsfernsehen, wie stark Frauenfeindlichkeit die Gesellschaft teils bis heute prägt. Böttinger meinte, wer den Witz habe, der habe auch Macht - von Harald Schmidt bis Thomas Gottschalk.
    Schauspielerin Esther Schweins erklärte, das Mitlachen sei für Frauen damals eine Überlebensstrategie gewesen. Doch auch heute gebe es Kräfte, die die Rolle der Frauen zurückdrehen wollten. Die erkämpften Rechte seien filigran, warnte Schweins im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur.
    Diese Nachricht wurde am 17.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.