Auszeichnung
Margrethe Vestager mit Theodor Heuss Preis ausgezeichnet

Die frühere EU-Kommissarin Margrethe Vestager ist mit dem 61. Theodor Heuss Preis ausgezeichnet worden. Vestager habe mit Klarheit, Standhaftigkeit und Weitblick gezeigt, dass demokratische Regeln auch im digitalen Zeitalter durchgesetzt werden können, sagte Ex-Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die stellvertretende Vorsitzende der Theodor Heuss Stiftung, bei der Preisverleihung in Stuttgart.

    Ehemalige EU-Kommissarin Margrethe Vestager im Königsgarten in Kopenhagen
    Ehemalige EU-Kommissarin Margrethe Vestager (Archivbild) (picture alliance / Ritzau Scanpix / Ditte Valente)
    Vestagers konsequentes Vorgehen gegen marktbeherrschende Technologieunternehmen sowie ihr maßgeblicher Beitrag zu wegweisenden europäischen Regelwerken hätten weltweit neue Standards für Fairness, Transparenz und Wettbewerb gesetzt, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Damit sei die Dänin zu einer zentralen Stimme für eine gerechte digitale Ordnung geworden und habe die Rechte von Abermillionen Nutzern und Nutzerinnen gestärkt. Vestager war von 2014 bis 2024 EU-Kommissarin für Wettbewerb und seit 2019 auch für Digitales.

    Theodor Heuss Medaillen für demokratisches Engagement

    Mit drei Theodor Heuss Medaillen würdigte die Stiftung darüber hinaus herausragendes demokratisches Engagement. Marcant, Influencer und YouTuber, wurde für sein Engagement für Aufklärung und demokratische Werte in extremistischen Online-Räumen ausgezeichnet. „Dorfliebe für alle“, ein Bündnis aus Ostdeutschland, erhielt die Medaille für seinen Einsatz für Solidarität und gegen Ausgrenzung im ländlichen Raum. Die Playing History GmbH, eine Good Gaming Initiative, wurde für ihren Ansatz ausgezeichnet, Bildung, gesellschaftliches Engagement und digitale Medien zu verbinden.
    Mit dem Theodor Heuss Preis ehrt die Stiftung seit 1965 Persönlichkeiten und Initiativen, die sich in herausragender Weise für eine offene, freie und demokratische Gesellschaft einsetzen. Zu den Preisträgern zählten in den vergangenen Jahren Maia Sandu, Präsidentin der Republik Moldau, Düzen Tekkal, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin, der russische Bürgerrechtler Leonid Wolkow und die russische Menschenrechtsorganisation Memorial International.
    Diese Nachricht wurde am 18.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.