Archiv

Maria Callas reloadedDie Primadonna assoluta zwischen Kult und Kommerz

Maria Callas gilt bis heute als die Diva aller Diven. In einer kurzen, nur zehnjährigen internationalen Karriere hatte sie es zur Weltspitze gebracht, und mit Partien wie die der Norma, Medea, La Sonnambula, Lucia, Anna Bolena, Tosca, Turandot oder Traviata wurde die Sängerin zur Opernikone schlechthin.

Von Kirsten Liese | 01.01.2015

Ihr Timbre mag nicht immer den konventionellen Vorstellungen von einer "schönen" Stimme entsprochen haben, aber was Musikalität, Ausdruck und Phrasierungskunst betrifft, da war die Primadonna assoluta eine Klasse für sich. Durch ihren einfühlsamen Umgang mit Klangfarben und Texten hauchte sie den Figuren Leben ein. Indem die Callas dem musikalischen Gehalt und dem Belcanto-Repertoire Gewicht verlieh, verhalf sie den Opern Bellinis und Donizettis zu neuem Aufschwung.
Als La Divina 1977 in Paris starb, hinterließ sie eine imposante Diskografie mit unzähligen Studioaufnahmen und Livemitschnitten. An diverse klanglich verbesserte Neuauflagen, die in den Folgejahren auf den Markt kamen, knüpften sich freilich immer wieder auch geschäftliche Interessen.
Vor allem in Zeiten der Schallplattenkrise ließ sich zumindest mit diesem großen Namen Kasse machen. Nun wurden sämtliche Studioproduktionen der Jahre 1949 - 1969, darunter 26 Operngesamtaufnahmen und 13 Recitals, noch einmal neu bearbeitet und auf den Markt gebracht. Für dieses jüngste Luxusprodukt wurden die Originalbänder in den britischen Abbey Road Studios mittels modernster Technologien optimiert.