
Wir überprüfen regelmäßig Behauptungen, die im Internet viel diskutiert werden. Was stimmt, was nicht - und welche Aspekte fehlen in der Diskussion?
Der Kontext
„Baden-Württemberg und Bayern ohne Deutschland, das ginge. Deutschland ohne den Süden wär restlos pleite, liebe Freundinnen und Freunde. Das ist nämlich die Wahrheit“, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf dem CDU-Landesparteitag in Heidelberg am 06. Dezember 2025. Am 8. März sind in Baden-Württemberg Landtagswahlen.
Was stimmt?
Bayern und Baden-Württemberg machen ein Drittel des Bruttoinlandprodukts von Deutschland aus. Beim Länderfinanzausgleich, bei dem finanzstarke Länder Geld an finanzschwache Länder abgeben, zahlen die beiden Bundesländer am meisten. Das System soll für gleichwertige Lebensverhältnisse in allen 16 Bundesländern sorgen.
2024 trug der Freistaat mit Zahlungen von rund 9,8 Milliarden Euro gut die Hälfte zum Gesamtvolumen bei. Weitere Geberländer waren mit deutlichem Abstand Baden-Württemberg, Hessen und Hamburg. Größtes Empfängerland war 2024 Berlin, gefolgt von Sachsen und Thüringen.
Was stimmt nicht?
Dass Deutschland ohne den Süden pleitegeht, ist übertrieben. Die 14 anderen Bundesländer tragen auch zum Bruttoinlandsprodukt bei – Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen zum Beispiel.
Was man noch wissen sollte
Gerade ist Wahlkampf in Baden-Württemberg. Im März 2026 wird dort ein neuer Landtag gewählt. Markus Söder unterstützt CDU-Landeschef und Spitzenkandidat der Partei, Manuel Hagel mit gemeinsamen Auftritten.
Außerdem: Die bayerische Staatsregierung hat im Juli 2023 beim Bundesverfassungsgericht Klage gegen den Länderfinanzausgleich eingereicht. Solidarität und Eigenverantwortung müssten sich beim Länderfinanzausgleich künftig wieder die Waage halten, so der bayerische Finanzminister Füracker. Bisher gab es noch keine Entscheidung dazu.
Mitte Dezember beschloss der Koalitionsausschuss aus CDU/CSU und SPD, dass rund 200 Millionen Euro Entlastung pro Jahr über den Bund zurück zum Freistaat fließen sollen.



