Demonstrationen
Massenproteste im Iran: Internationale Kritik am Regime in Teheran wächst

Das gewaltsame Vorgehen der Regierung im Iran gegen die Massenproteste im Land sorgt international zunehmend für Kritik.

    Detailaufnahme Auswärtiges Amt, Werderscher Markt, in Berlin
    Das Auswärtige Amt bestellte den iranischen Botschafter ein (Archivbild). (picture alliance/imageBROKER/Karl-Heinz Spremberg)
    Deutschland und weitere europäische Staaten bestellten den iranischen Botschafter ein. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, man fordere den Iran nachdrücklich auf, die Gewalt gegen die eigenen Bürgerinnen und Bürger zu beenden. Bundeskanzler Merz sagte am Rande seiner Indien-Reise, wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten könne, sei es faktisch am Ende. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen kündigte weitere Sanktionen an. Sie betonte, man stehe an der Seite der Menschen im Iran, die mutig für ihre Freiheit demonstrierten.
    US-Präsident Trump rief die iranische Bevölkerung zu weiterem Protest auf. In einer Online-Botschaft schrieb er, Hilfe sei auf dem Weg. Was dies konkret bedeutet, blieb jedoch unklar. Trump hatte angesichts des gewaltsamen Vorgehens gegen Demonstrierende zuvor mit militärischen Mitteln gedroht.
    Die iranische Justiz erhob unterdessen erste Anklagen gegen Teilnehmer der Massenproteste. Einigen droht Agenturberichten zufolge die Todesstrafe. Wie viele Menschen in den vergangenen zwei Wochen bei den Demonstrationen in Teheran und weiteren Städten getötet wurden, ist unklar. Die Zahlen von offizieller Seite und von Menschenrechtsorganisationen gehen zum Teil weit auseinander.
    Diese Nachricht wurde am 13.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.