ICE-Festnahme
Massives Vorgehen gegen Migranten in den USA: Bundesrichter ordnet Freilassung eines Liberianers in Minneapolis an

In den USA hat ein Bundesrichter nach der gewaltsamen Festnahme eines Liberianers durch die Einwanderungsbehörde die Freilassung des Mannes angeordnet.

    Minneapolis: Bundesbeamte der Einwanderungsbehörde konfrontieren Demonstranten vor dem Bishop Henry Whipple Federal Building in Minneapolis.
    Die US-Einwanderungsbehörde ICE geht rigoris gegen Demonstranten und Migranten vor. (Yuki Iwamura / AP / dpa / Yuki Iwamura)
    Die ICE-Beamten hätten mit dem Eindringen in das Haus des 37-Jährigen und der Festnahme dessen verfassungsmäßige Rechte verletzt, begründete er seine Entscheidung. Schwer bewaffnete Mitarbeiter hatten mit einem Rammbock die Tür des liberianischen Staatsbürgers aufgebrochen und ihn abgeführt, obwohl kein Haftbefehl vorlag. Die Ehefrau und das neunjährige Kind des Paares hielten sich ebenfalls im Haus auf. Der Anwalt des Mannes bezeichnete das Vorgehen der ICE als eklatanten Bruch der Verfassung.
    Der Liberianer, der als Kind vor dem Bürgerkrieg geflohen war, sollte aus den USA ausgewiesen werden, offenbar aufgrund einer Verurteilung wegen eines Drogendelikts 2008, die später von Gerichten aufgehoben wurde. Er hielt sich weiterhin legal in den USA auf und musste sich regelmäßig bei den Einwanderungsbehörden melden, was er wenige Tage vor dem Einsatz gegen ihn zuletzt getan hatte.
    Präsident US-Präsident Trump drohte unterdessen damit, das Militär in Minneapolis einzusetzen. Entsprechend äußerte sich der Republikaner in einem Online-Posting. Er warf den Politikern im Bundesstaat Minnesota vor, Angriffe auf die Einwanderungsbehörde ICE nicht zu verhindern.
    Diese Nachricht wurde am 16.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.