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Startseite@mediasresPolitiker-Tweets - Wen interessiert's?11.01.2019

@mediasres im DialogPolitiker-Tweets - Wen interessiert's?

Grünen-Chef Robert Habeck hat sich öffentlichkeitswirksam aus den sozialen Medien verabschiedet. Möglicherweise sei dies ein Fehler, meint er selbst. Doch ist es wirklich zum Schaden von Politikern, wenn sie nicht bei Facebook oder Twitter aktiv sind? Das Thema in @mediasres im Dialog.

Illustration: Vogel sendet unhöflichen und wütenden Tweet an eine große Gruppe von Menschen. (imago/Ikon Images)
"Offenbar triggert Twitter in mir etwas an", meint Robert Habeck - und zieht Konsequenzen. (imago/Ikon Images)

"Twitter desorientiert mich" - Der Co-Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, hat in dieser Woche seinen Twitter-Account sowie seine Facebook-Seite gelöscht. Zuvor war er für ein Video, das über den Kurznachrichtendienst verbreitet wurde, massiv kritisiert worden, weil er darin sagte: "Wir versuchen, alles zu machen, damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird, ein ökologisches Land." Außerdem waren unter anderem private Daten des Grünen-Politikers über die sozialen Netzwerke abgegriffen und kurz vor Weihnachten veröffentlicht worden.

Habeck selbst schrieb nun in seinem Blog: "Twitter ist, wie kein anderes digitales Medium so aggressiv und in keinem anderen Medium gibt es so viel Hass, Böswilligkeit und Hetze." In seiner Begründung schrieb er aber auch, dass es möglicherweise ein politischer Fehler sei, da er sich der Reichweite und direkten Kommunikation beraube.

Einfluss von Twitter wird überschätzt

Doch verlieren Politiker wirklich viel Beachtung, wenn sie nicht in den sozialen Medien aktiv sind oder verfolgen ohnehin nur wenige politisch Interessierte deren Tweets? In einer Studie des Hans-Bredow-Instituts wurde der Einfluss von Twitter untersucht – mit dem Ergebnis, dass Twitter-Debatten überschätzt würden und nicht repräsentativ seien.

Während beispielsweise Robert Habeck in den sozialen Medien mehrere zehntausend Follower hatte, sieht ihn in Talkshows meist ein Millionenpublikum. Sind also die klassischen Nachrichtenkanäle per Zeitung, Hörfunk oder Fernsehen nach wie vor wichtiger?

Wir haben diskutiert in unserer Sendung "mediasres im Dialog": Ist es wirklich ein Fehler, wenn Politiker nicht in den sozialen Medien aktiv sind? Oder fühlen Sie sich von Tweets und Facebook-Posts sowieso nicht angesprochen?

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