
Das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtet, Trump habe Netanjahu mit Kraftausdrücken beschimpft. Auslöser für den Wutausbruch des Präsidenten war demnach die vorherige Ankündigung Netanjahus, dass die israelische Armee wieder Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut angreifen werde. Der Iran hatte daraufhin mit einem Abbruch der Verhandlungen mit den USA über ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Krieges gedroht.
Vorwurf der Undankbarkeit
Trump habe Netanjahu deshalb unter anderem "You're fucking crazy" ("Du bist total verrückt") entgegengeschleudert, schreibt "Axios" unter Berufung auf zwei US-Beamte und eine dritte mit dem Gespräch vertraute Quelle. Der US-Präsident habe Netanjahu auch Undankbarkeit vorgeworfen und gesagt, ohne ihn säße der Premier längst im Gefängnis. "Ich rette deinen Hintern", sagte Trump demzufolge. Gegen Netanjahu läuft seit sechs Jahren ein Korruptionsprozess. Auch der US-Nachrichtensender CNN berichtete von verbalen Attacken des US-Präsidenten gegen den isralischen Premier.
Isralische Kreise dementieren Beschimpfungen
Von israelischer Seite wurden die Berichte über Beschimpfungen dementiert. Aus Kreisen um Netanjahu verlautete, es habe keine persönlichen Angriffe gegeben. Das Gespräch sei angespannt verlaufen, habe aber mit Einigungen geendet. Trump beschrieb das Telefonat später auf seiner Plattform "Truth Social" als "produktiv". Israel und die Hisbollah würden ihre gegenseitigen Angriffe zunächst stoppen. Dies scheint aber keineswegs sicher zu sein: Netanjahu schrieb auf X, sollte die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte nicht einstellen, werde Israel wieder "Terrorziele" in Beirut angreifen. Parallel dazu werde Israels Armee ihren Einsatz im Südlibanon wie geplant fortsetzen.
Es hatte bereits in der Vergangenheit Berichte über angespannte Gespräche zwischen Trump und Netanjahu gegeben. Das jüngste Telefonat sei aber "eines der schlimmsten" gewesen, so "Axios".
Diese Nachricht wurde am 03.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
