Keytruda
Medienberichte: Umsatzstärkstes Krebsmittel viel zu teuer

Das umsatzstärkste Medikament der Welt, das Krebsmittel Keytruda, wird nach Medienberichten zu einem deutlich überhöhten Preis verkauft. Demnach bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen derzeit mehr als 2.000 Euro für 100 Milligramm des Arzneimittels. Ein fairer Preis läge laut Berechnungen des internationalen Krankenversicherungsverbands AIM bei 40 Euro.

    Eine Hand greift in einer Apotheke in den USA nach einem Medikament in einem Regal voller Arzneimittel.
    Das Krebsmedikament Keytruda ist in den USA seit 2014 auf dem Markt. (picture alliance / empics / Julien Behal)
    Das haben Recherchen von "Der Spiegel" (hinter Paywall) und dem "ZDF" ergeben. In den 40 Euro seien bereits die Forschungs- und Entwicklungskosten sowie eine Rendite von acht Prozent enthalten.
    Der US-Hersteller Merck Sharp & Dohme (MSD) begründet den hohen Preis mit Forschungs- und Entwicklungskosten von nach eigenen Angaben umgerechnet fast 38 Milliarden Euro. Die Schweizer Organisation Public Eye kommt bei ihren Berechnungen aber nur auf umgerechnet gut vier Milliarden Euro. Dem stünde seit der US-Marktzulassung im Jahr 2014 ein kumulierter Umsatz von umgerechnet rund 139 Milliarden Euro gegenüber.
    Keytruda wird häufig als "Gamechanger" in der Krebstherapie bezeichnet. Allein in Deutschland zahlten die gesetzlichen Krankenkassen 2025 mehr als zwei Milliarden Euro insgesamt dafür.
    Diese Nachricht wurde am 13.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.