Donnerstag, 22. Februar 2024

Archiv

Medienethik im Netz
"Man kommt nicht drum herum sich selbst aufzuklären"

Welche Folgen hat es für uns, wenn unsere Daten permanent abgegriffen werden? Darüber muss sich jeder Gedanken machen, findet die Medienethikerin Petra Grimm. Man müsse reflektieren und sich dann bewusst für oder gegen Angebote wie Facebook oder Whatsapp entscheiden, sagte Grimm im Dlf.

Petra Grimm im Gespräch mit Bettina Koester | 06.02.2018
    Mann und Frau stehen Rücken an Rücken und kommunizieren mit Smartphones
    Petra Grimms Ansicht nach sollten wir neue Technologien nutzen - aber eben aufgeklärt (imago/Ikon Images)
    Respekt im Netz heißt für die Medienwissenschaftlerin Petra Grimm nicht nur Respekt für den anderen, Zivilcourage und Mitgefühl - es gehe ihr auch um Respekt vor den Daten der anderen - vor allem in Hinblick auf Unternehmen wie Facebook, sagte Grimm im Dlf.
    "Man hat, wenn man Respekt zeigt, auch ein Stück weit Verantwortung für Dritte, wenn es darum geht, sich im Netz zu bewegen und sich mit anderen auszutauschen."
    "Sich schlau machen, was sich hinter der Oberfläche existiert"
    Grimm plädiert daher für ein "nachhaltiges Datenwirtschaften": Themen wie "Privatheit" sollten schon in der Entwicklung berücksichtigt werden: "Wir brauchen eine Alternative zu den Angeboten, die unsere Privatsphäre eigentlich völlig ignorieren und daraus eher ein Geschäft machen."
    Sie habe die Hoffnung, dass man einen individuellen, selbstbestimmten Standpunkt und eine Wertehaltung für sich entwickelt, meinte Grimm weiter: "Dass man sich ein Stück weit schlau macht, was hinter der Oberfläche existiert und was es für technische Tools gibt, die es mir erleichtern, meine Privatsphäre zu schützen."
    Digital aufgeklärt entscheiden
    Jeder solle sich erst Gedanken machen, welche Folgen es haben könne, wenn permanent Daten abgegriffen würden - und sich dann bewusst entscheiden, ob er etwa aus Bequemlichkeit immer noch die Angebote wie Facebook oder Whatsapp nutzen oder etwas anderes ausprobieren wolle.
    Man komme demnach nicht drum herum sich selbst aufzuklären. "Technologiebashing" hält Grimm hingegen nicht für sinnvoll: Ihrer Ansicht nach sollte man Geräte nutzen - aber eben aufgeklärt "in Bezug auf eine ethische Digitalkompetenz".