150 Jahre Alexander Graham Bell
Medienforscher Oliver Ruf: Telefonieren als Kulturtechnik wird immer unbedeutender - "zu intim"

Vor genau 150 Jahren hat Alexander Graham Bell seine ersten Worte in ein Telefon gesprochen. Was 1876 ganz neue Kommunikationsformen eröffnete, vermeiden heute viele Menschen lieber.

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    Oliver Ruf, Professor für Medien- und Gestaltungswissenschaft an der Hochschule Furtwangen. (Archivbild) (Deutschlandradio/Raphael Smarzoch)
    Der Autor und Medienforscher Oliver Ruf findet diese Entwicklung naheliegend. Telefonieren sei eine Kulturtechnik, die der menschlichen Identität widerspreche - denn Telefonate seien eigentlich zu intim, sagte der Professor für Medienästhetik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg im Deutschlandfunk Kultur. Kaum etwas sei so nahe am eigenen Körper, wie eine Stimme, die einem direkt ins Ohr gehe. Gerade jüngere Menschen würden daher Alternativen nutzen, wie kurze Textnachrichten.
    1876 befand sich Bells Assistent Thomas Watson, in einem Nebenraum eines Labors in Boston. Dort hörte Watson seinen Chef über ein experimentelles Telefon sagen: "Mr. Watson – kommen Sie her – ich möchte Sie sehen". Das waren die ersten Worte, die jemals über so ein Telefon übertragen worden sind.
    Diese Nachricht wurde am 10.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.