Rettungsversuche in der Ostsee
Medienpsychologe Schwab: Gestrandeter Wal "Timmy" wird vermenschlicht

Die Aufmerksamkeit für den in der Ostsee gestrandeten Wal hat nach Einschätzung des Medienpsychologen Frank Schwab mit einer Vermenschlichung des Tiers zu tun.

    Retter bespritzen den Buckelwal vor der Insel Poel mit Wasser. Für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal soll der neue Rettungsversuch heute beginnen. Umgesetzt werden soll das Konzept von einer privaten Initiative.
    Rettungsaktion für den getrandeten Buckelwal vor der Insel Poel. (picture alliance / dpa / Jens Büttner)
    Der Süddeutschen Zeitung sagte der Professor, der Wal sei - anders als Ameisen oder Schnecken - ein Sympathieträger. Viele Menschen entwickelten deshalb eine emotionale Bindung zu ihm und schrieben ihm besondere Eigenschaften wie Fürsorglichkeit und Intelligenz zu. Dadurch, dass man dem Wal einen Namen gegeben habe - in Medien meist "Timmy" - treibe man die Vermenschlichung des Wals weiter voran, führte Schwab aus. Das Tier diene als Projektionsfläche für Umweltbewusstsein, Schuldgefühle gegenüber der Natur und die Sehnsucht nach Heldengeschichten; viele Menschen würden daher auf die Rettung des in ihren Augen unschuldigen Tiers hoffen.
    Der Buckelwal befindet sich seit Wochen außerhalb seines angestammten Lebensraums vor der Insel Poel an der mecklenburg-vorpommerschen Küste. Es gibt weiter den Versuch von privaten Helfern, das Tier wieder in tiefere Gewässer zu bringen.
    Diese Nachricht wurde am 25.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.