Freitag, 19. April 2024

Marokko
Mehr als 1.300 Todesopfer nach schwerem Erdbeben - Rettungsarbeiten laufen

Nach dem schweren Erdbeben in Marokko ist die Zahl der Opfer weiter gestiegen. Nach Angaben der Regierung kamen mindestens 1.300 Menschen ums Leben, mehr als 1.800 weitere erlitten Verletzungen. Helfer befürchten, dass sich die Opferzahl noch deutlich erhöhen könnte, sobald mehr Informationen aus den Bergdörfern im Hohen Atlas vorliegen. Die Straßen dorthin sind teilweise blockiert.

09.09.2023
    Familien mit ihren Kindern sitzen vor ihren zerstörten Häusern.
    Eine Familie in Marrakesch nach dem Beben (Mosa'ab Elshamy / AP / dpa / Mosa'ab Elshamy)
    Lastwagen mit Decken, Campingbetten und Generatoren nähern sich inzwischen den am schlimmsten betroffenen Gegenden. Auf den Serpentinenstraßen zwischen Marrakesch und dem Touristenziel Al Haouz im Hohen Atlas sind zahlreiche Helfer im Einsatz, um die Fahrbahn freizuräumen. Auch das Technische Hilfswerk bereitet sich auf einen Einsatz in dem nordafrikanischen Land vor.
    Das Beben mit einer Stärke von 6,8 hatte sich in der vergangenen Nacht ereignet. Das Epizentrum lag in einer bergigen Region rund 70 Kilometer südwestlich von Marrakesch. Bilder und Videos in Online-Netzwerken zeigten verheerende Schäden in vielen Städten in der Region. Auch historische Stätten wurden beschädigt, darunter Teile der roten Mauer um die Altstadt von Marrakesch und Gebäude der Medina. Sie zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Geophysische Institut Marokkos sprach vom stärksten Erdbeben seit einem Jahrhundert. In dem nordafrikanischen Land wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Alle Flaggen werden auf Halbmast gehisst.
    Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, die Türkei und Israel sicherten dem Land Unterstützung zu. Auch die EU, die Afrikanische Union und die WHO boten Hilfe an. Viele Staats- und Regierungschefs sprachen den Opfern und Angehörigen ihr Beileid aus. Bundeskanzler Scholz schrieb im Kurznachrichtendienst X, in diesen schweren Stunden seien die Gedanken bei den Opfern des Bebens. Die deutsche Botschaft in Rabat richtete einen Krisenstab ein. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin liegen derzeit keine Kenntnisse darüber vor, dass sich deutsche Staatsangehörige unter den Opfern befinden.
    Diese Nachricht wurde am 09.09.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.