
Seit einiger Zeit operieren ukrainische Militär-Einheiten auf russischem Gebiet und kontrollieren offenbar zahlreiche Ortschaften in dem Gebiet um Kursk. Evakuierungen wurden nach Angaben der jeweiligen Gouverneure in einem Bezirk in Kursk sowie auch in einem Landkreis im benachbarten Belgorod angeordnet. Allein dort sind laut staatlichen Medien etwa 11.000 Menschen betroffen.
Die Ukrainer erreichten Sudscha, rund zehn Kilometer entfernt von der Grenze, und sollen örtlichen Berichten zufolge immer noch den westlichen Teil des Ortes kontrollieren. Gouverneur Smirnow sagte, die ukrainische Armee sei auf 40 Kilometer Breite etwa 12 Kilometer tief auf russisches Gebiet vorgestoßen. Überprüfbar waren die Angaben des Gouverneurs nicht. Von Bürgern in der betroffenen russischen Region gab es in den vergangenen Tagen viele Klagen, dass die Evakuierung schlecht organisiert sei.
Nach eigenen Angaben erzielte die Ukraine bei ihrem Vorstoß in der russischen Region Kursk erhebliche Geländegewinne. Oberkommandeur Syrskyj erklärte, die eigenen Streitkräfte hätten inzwischen eine Fläche von tausend Quadratkilometern unter ihre Kontrolle gebracht. Das entspricht in etwa der Fläche der Insel Rügen.
Selenskyj will "Gerechtigkeit wiederherstellen"
Der russische Präsident Putin warf der Führung in Kiew vor, sein Land destabilisieren zu wollen. Russland werde auf den Vorstoß reagieren. Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte am Wochenende den Vorstoß auf russisches Gebiet damit begründet, dass man Moskaus Truppen unter Druck setzen und "Gerechtigkeit wiederherstellen" wolle. Russland habe allein in der vergangenen Woche 30 Raketen und 800 Gleitbomben auf die Ukraine abgefeuert. Wenn die Ukraine die Raketen mit größerer Reichweite unbegrenzt einsetzen könne, sagte Selenskyj weiter, werde der Krieg beendet. Er forderte den Westen auf, den Einsatz der Raketen auch gegen russisches Gebiet zu erlauben. Demnach erwartet Selenskyj entsprechende Entscheidungen in den USA, Großbritannien und Frankreich.
Feuer in Atomkraftwerk ist gelöscht
Ein Feuer im von russischen Truppen kontrollierten Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine ist mittlerweile vollständig gelöscht. Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom erwägt umfangreiche Bauarbeiten in der Anlage. Unter Umständen müsse ein Kühlturm ersetzt werden, hieß es. Beide Kriegsparteien beschuldigten sich gegenseitig, den Brand verursacht zu haben.
Diese Nachricht wurde am 12.08.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.