
In mehr als 6.900 Fällen habe Jugendschutz.net Anbieter auf Verstöße hingewiesen. Nahezu 5.500 Mal seien Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet worden. Im Vergleich zum Vorjahr (17.630 Fälle) ging die Gesamtzahl zwar zurück. Es wurde aber darauf hingewiesen, dass die Zahl unter anderem von der Meldebereitschaft abhängt. So gibt es auf Jugendschutz.net ein Online-Formular, über das Nutzer Missbrauchsdarstellungen oder andere Verstöße auf Webseiten oder auf Social Media melden können.
Jugendschutz.net: Manipulative Geschäftsmodelle werden weiter ausgebaut
Bundesbildungsministerin Prien erklärte: "Die erneut alarmierenden Zahlen zeigen, wie weit wir noch davon entfernt sind, Kindern und Jugendlichen eine sichere und unbeschwerte Teilhabe an der digitalen Welt zu ermöglichen". Viele Anbieter täten noch immer zu wenig für Kinder- und Jugendschutz.
Der Leiter von Jugendschutz.net, Stefan Glaser, kritisierte: "Statt wirksame Schutzvorkehrungen zu treffen, schaffen die Anbieter immer neue Einfallstore und bauen ihre manipulativen Geschäftsmodelle weiter aus." Besonders im Bereich Künstlicher Intelligenz sei die Entwicklung rasant.
Jugendschutz.net wurde 1997 als Stelle aller Bundesländer durch die Jugendministerien gegründet. Die Aufgaben sind im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag festgelegt. Seit 2003 ist die Institution organisatorisch an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) angebunden. Die KJM ist ein Organ der Landesmedienanstalten und die zentrale Aufsichtsstelle für den Jugendschutz im privaten Rundfunk und den Telemedien. Da in Deutschland eine Zensur per Grundgesetz verboten ist, wird die KJM erst nach Ausstrahlung oder Verbreitung eines Angebots tätig.
Diese Nachricht wurde am 19.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
