Regierungsdaten
Mehr als 780 Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik Kongo bestätigt - Epidemiologe warnt vor Dunkelziffer

In der Demokratischen Republik Kongo sind inzwischen mehr als 780 Ebola-Fälle bestätigt worden. Innerhalb von 24 Stunden seien 72 neue Fälle dokumentiert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Daten der Regierung.

    Demokratische Republik Kongo, Goma: Ein medizinischer Mitarbeiter zieht einen Schutzanzug an.
    Im Kongo gibt es bereits mehr als 180 Tote durch Ebola (Archivbild). (XinHua / dpa)
    Unter den bestätigten Fällen werden auch 181 Todesfälle mit aufgeführt. Besonders drei Provinzen im Osten des Landes sind vom aktuellen Ausbruch betroffen. Für den derzeit grassierenden "Bundibugyo"-Typ des Virus gibt es derzeit weder einen Impfstoff noch eine zugelassene Therapie. Das von dem Virus ausgelöste Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Übertragen wird es durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Die Demokratische Republik Kongo liegt in Zentralafrika und hat bereits mehrere Ebola-Ausbrüche erlebt.

    Epidemiologe Gertler zu Ebola-Ausbruch: Hinweise auf hohe Dunkelziffer

    Der Epidemiologe Maximilian Gertler von der Organisation Ärzte ohne Grenzen erklärte, statistisch sehe man aktuell eine relativ niedrige Sterblichkeit für einen Ebola-Virus. Der Wert steige aber stark an, was auf eine hohe Dunkelziffer hindeute, sagte der Tropenmediziner an der Charité in Berlin im Deutschlandfunk. Das gesamte Ausmaß der Epidemie sei noch nicht ersichtlich.
    Infizierte ließen sich erst in einem späten, sehr fortgeschrittenen Stadium behandeln, weshalb die Überlebenschancen gering seien. Zudem gebe es nur wenige stabile Gesundheitseinrichtungen, wenig Möglichkeiten der Diagnostik und eine große Unsicherheit für Betroffene, wenn sie sich von einer Stadt zur nächsten bewegen müssten.
    Als ein Hauptproblem nannte Gertler die schwierigen Zugangsmöglichkeiten in die Region - aufgrund des Kriegs im Ostkongo. Es sei oft schwierig das Material an die Einsatzorte zu bringen. Zudem gebe es ein Misstrauen der Bevölkerung in die Gesundheitsversorgung.
    Diese Nachricht wurde am 15.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.