Einträge in Gästebüchern
Mehr antisemitische Vorfälle in NS-Gedenkstätten

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in NS-Gedenkstätten ist deutlich gestiegen. Das geht aus Zahlen des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus, Rias, hervor. 2014 wurden demnach 211 Fälle dokumentiert. Das sind rund doppelt so viele wie im Vorjahr.

    Auf einem Betonblock steht "KZ-Lager Dora-Mittelbau". Im Hintergrund stehen Besucher.
    Die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mittelbau-Dora bei Nordhausen in Thüringen. (Archivbild) (picture alliance/dpa/Martin Schutt)
    Die gemeldeten Vorfälle haben den Angaben zufolge in vielen Fällen einen rechtsextremen Hintergrund. Rund die Hälfte sei antiisraelisch motiviert gewesen. Für das vergangene Jahr gibt es noch keine vollständigen Zahlen. Es gebe jedoch unvermindert häufig Störungen, teilte ein Sprecher von Rias mit.
    Als Beispiel für antisemitische Vorfälle nennt Rias etwa zerkratzte und eingerissene Plakate zu Antisemitismus in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Auch in Gästebüchern würde das heutige Handeln Israels mit den nationalsozialistischen Verbrechen gleichgesetzt.
    Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte die Vorfälle. Die Angriffe richteten sich gegen die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen und gegen unsere demokratischen Grundwerte. Gedenkstätten müssten entschlossen geschützt werden.
    RIAS ist ein Netzwerk von Meldestellen, bei denen Betroffene antisemitische Vorfälle melden können. Dabei werden auch solche berücksichtigt, die nicht strafbar sind.
    Diese Nachricht wurde am 18.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.