
Die Pläne wurden durch Vertreter des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten veröffentlicht. Der zyprische Gesundheitsminister Charalambides erklärte, Patienten sollten sich keine Sorgen darüber machen müssen, ob wichtige Arzneimittel wie Antibiotika in ihrer Apotheke verfügbar seien oder nicht. Zypern hat aktuell die EU-Ratspräsidentschaft inne. Bevor die Regeln in Kraft treten können, müssen sie noch vom Europaparlament und den EU-Staaten bestätigt werden.
Vergabe öffentlicher Aufträge und Lieferketten
Ein Baustein der neuen Regeln betrifft die Vergabe öffentlicher Aufträge. Im Fall von wichtigen Arzneimitteln sollen künftig grundsätzlich in Europa hergestellte Medikamente bevorzugt werden. Das soll Anreize für sichere Lieferketten schaffen. Eine Möglichkeit, heimische Medikamente zu bevorzugen, könne eine daran gebundene Vergütung der Lieferanten sein, teilte das Parlament mit.
Bei der Beschaffung von Medikamenten für seltene Erkrankungen können sich in Zukunft mehrere Länder zusammenschließen. Das gilt auch für sogenannte kritische Medikamente, bei denen Versorgungsengpässe für Patienten ernste Folgen hätten - darunter sind beispielsweise Krebstherapiemedikamente oder Mittel gegen Herz-Kreislauf-Probleme.
Wenn Mitgliedstaaten von Unternehmen verlangen, dass sie Notfallvorräte für kritische Medikamente halten, darf sich das nach den geplanten Regeln nicht negativ auf die Versorgung anderer Unionsländer auswirken. Die Informationen zu Notfallbeständen sollen geteilt werden, die EU-Staaten sollen sich zum solidarischen Umgang mit diesen Medikamenten aufgerufen fühlen.
Lieferengpässe vor allem durch große Abhängigkeit von Produktion in Asien
Die EU-Kommission hatte im März 2025 Neuregelungen angestoßen. Bisherige Lieferengpässe seien unter anderem auf einen Mangel an Wirkstoffen zurückzuführen, hieß es. Als weiterer Grund wurde aufgeführt, dass sich die Produktion heute auf einige wenige Länder konzentriere. Nach EU-Angaben aus dem vergangenen Jahr stammen etwa 80 bis 90 Prozent der Medikamente aus Asien, vor allem aus China. Gleichzeitig sind in der EU im Arzneimittelsektor laut Kommission rund 800.000 Menschen beschäftigt.
Diese Nachricht wurde am 13.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
