
Die Menge an Wüstenstaub ist demnach in den vergangangen Jahren um zehn bis 25 Prozent gestiegen. Daten aus Eisbohrkernen aus den Alpen zeigten zudem, dass sich die Belastung über die vergangenen 150 Jahre mehr als verdoppelt habe.
Starke Winde aus Sahara-Region
Wüstengebiete wie die Sahara dehnen sich im Zuge des Klimawandels aus. Zudem habe sich die atmosphärische Zirkulation geändert, heißt es in dem Bericht: Es gebe mehr starke Winde aus der Sahara-Region Richtung Europa. Die einzelnen Stürme seien intensiver und transportierten mehr Staub. Besonders betroffen ist Südeuropa, von Griechenland über Italien bis Spanien und Portugal. Dort liegt die durchschnittliche Wüstenstaubkonzentration bei 5,3 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft - mehr als doppelt so viel wie in Mittel- und Nordeuropa mit 2,1 Mikrogramm.
Erkennen kann man Wüstenstaub an der gelblich-trüben Luft, an rötlichen Sonnenuntergängen oder staubigem Belag etwa auf Autos. Anhand der Aluminiumkonzentration - ein typisches Merkmal von Wüstenstaub - lässt sich dieser von Feinstaub aus Verkehr, Industrie oder anderen Quellen eindeutig unterscheiden.
Staub lagert sich auf Solarmodulen ab
Wüstenstaub in der Luft lagert sich auch auf Solaranlagen ab, vor allen auf den Modulen. Beides mindert den Stromertrag. Energieversorger könnten mit Vorwarnung andere Kraftwerke hochfahren und die Netzstabilität so sichern.
Atemprobleme, Herzinfarkte
Hinsichtlich der gesundheitlichen Folgen haben die Wissenschaftler epidemiologische Untersuchungen ausgewertet. Diese hätten gezeigt, dass an Tagen mit hoher Wüstenstaubkonzentration in der Luft mehr Menschen an Herzinfarkten und Atemproblemen sterben als sonst, schreiben sie. Für langfristige Folgen wie Asthma, chronische Bronchitis oder Staublunge fehlten aber noch Langzeitstudien.
Vorgeschlagen werden Warnsysteme, wie sie bereits für städtischen Feinstaub oder Pollenflug existieren. Wer gesundheitlich vorbelastet ist, könnte an solchen Tagen dann körperliche Aktivitäten im Freien einschränken und möglichst in Innenräumen bleiben.
Diese Nachricht wurde am 18.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
