Freihandelsabkommen
Mehrere Politiker für vorläufiges Inkrafttreten von Mercosur

Nach der umstrittenen Mercosur-Abstimmung im EU-Parlament sprechen sich immer mehr Politiker dafür aus, das Freihandelsabkommen vorläufig anzuwenden.

    Eine Mercosur-Flagge auf weißem Hintergrund.
    Mehrere Politiker sind dafür, dass Mercosur vorläufig Inkraft tritt. (IMAGO/Panthermedia /daboost via imago-images.de)
    Der Fraktionsvorsitzende der EVP, Weber, sagte im ZDF, Europa müsse die Kraft haben, die Vereinbarungen ans Laufen zu bekommen. Die Anwendung trotz ausstehender Ratifizierung sei voll im Rahmen der europäischen Verträge, führte der CSU-Politiker aus. Ähnlich äußerte sich die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Barley. Die SPD-Politikerin sagte im Deutschlandfunk, das Verhalten der Abgeordneten sei verantwortungslos. Der Grünen-Vorsitzende Banaszak meinte, das Abkommen sei zwar nicht perfekt, die geopolitische Lage erfordere diese Kooperation jetzt aber. Zuvor hatte Bundeskanzler Merz die vorläufige Anwendung verlangt.
    Die Europaabgeordneten hatten gestern mehrheitlich dafür gestimmt, den Mercosur-Vertrag dem Europäischen Gerichtshof zur rechtlichen Prüfung vorzulegen. Das Inkrafttreten dürfte sich dadurch deutlich verzögern. Die Entscheidung stieß angesichts der Herausforderungen etwa durch die US-Politik auf breite Kritik. Die Ja-Stimmen kamen aus verschiedenen Parteien. Auch parteiintern sorgten sie vielfach für Unmut.
    Diese Nachricht wurde am 22.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.