Forschung Aktuell

Dienstag, 28. Januar 2014

Archäologie Jungsteinzeit-Siedlung in Niedersachsen wartet immer noch auf ihre Ausgrabung

2001 wurde im Zuge von Geländeuntersuchungen für einen Autobahnbau südlich von Göttingen eine Axt entdeckt, die heute als "Kupferaxt von Reiffenhausen" unter Archäologen bekannt ist. Der Axt-Fund ist ungewöhnlich: Das Werkzeug besteht aus Kupfer und ist rund 5500 Jahre alt. Es stammt damit aus der Übergangszeit von Jungsteinzeit zur Bronzezeit. Die Axt sowie weitere Funde und eine Untersuchung des Bodens deuten auf dicht unter der Oberfläche erhaltene Siedlungsreste hin. Eine Ausgrabung dieser Reste ist bis heute nicht erfolgt. Die Kupferaxt ist rund 14 Zentimeter lang und 4,4 Zentimeter breit. Der Stiel besteht ebenfalls aus diesem Metall, ist aber gebrochen. Die Farbe der Axt entspricht nicht heutigen Erwartungen an das Metall: Sie ist eher goldglänzend als kupferrot. Eine chemische Analyse der Kupferaxt ergab, dass das Metall eine vergleichsweise große Menge Arsen enthält. Das Arsen verlieht dem Kupfer eine größere Härte – vergleichbar mit Zinn – und die besondere Farbe. Es ist jedoch keine menschliche Zutat, sondern war Bestandteil des natürlichen Kupfervorkommens. Anhand des Arsengehalts bestimmten Materialforscher die Herkunft des Erzes aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Wo die Axt gegossen wurde, ist unklar. [gä/Klaus Grote]

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