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15.04.2003

 Auch autistische Kinder hören gut.

Die Verständigungs-Defizite von autistischen Kindern könnte daher resultieren, dass ihr Gehirne komplexe Geräusche nicht verarbeiten können - so lautet eine gängige Annahme von Wissenschaftlern. Falsch, sagen jetzt US-Forscher der Universität von Kalifornien in San Diego. Sie haben autistischen Kindern unterschiedlich komplexe Geräusche vorgespielt und dabei die Gehirnaktivität beobachtet. Das Ergebnis: Autistische Kinder verarbeiten komplexe akustische Reize nicht schlechter als gesunde Kinder. Einzige Ausnahme: die Wahrnehmung von Sprache. Autistische Kinder besäßen ein spezifisches Defizit, auf komplexe soziale Reize - wie eben Sprache zu reagieren, schreiben die Forscher in der heutigen Ausgabe der Fachzeitschrift "Proceedings" der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften. [Quelle: mawi]

 Der Forschungsreaktor Garching II darf in Betrieb gehen.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat Bayern heute unter Auflagen erlaubt, die Betriebsgenehmigung für den umstrittenen Forschungsreaktor in Garching bei München zu erteilen. Danach muss der Reaktor FRM II spätestens 2010 von hoch angereichertem und damit atomwaffenfähigem Uran (HEU) auf einen nicht atomwaffentauglichen Brennstoff umgerüstet werden, wie das Umweltministerium in Berlin mitteilte. Mit der Erlaubnis zur Betriebsgenehmigung endet ein langer Streit zwischen dem Bund und Bayern um den Forschungsreaktor, der eigentlich bereits vor zwei Jahren den Betrieb aufnehmen sollte. [Quelle: mawi]

 Büffelmozzarella ist angeblich das älteste Käseprodukt der Welt,....

.... behaupten italienische Archäologen der Universität Neapel. Sie verweisen auf den antiken Autor Plinius den Älteren. Der von ihm als "laudatissimum caseum" beschriebene Käse müsse der Form und der Herstellung nach ein Mozzarella gewesen sein. Ein weiteres Indiz: die Überreste von antiken Wasserbüffeln, die um das Jahr Null herum in der Region Kampanien gelebt hätten. Die Archäologen aus Neapel schließen aufgrund dieser Indizien nicht aus, dass der berühmte Mozzarella schon 2000 Jahre alt und somit das älteste Käseprodukt der Welt ist. Bislang hieß es, Italiens erste Wasserbüffel seien mit den Langobarden im 6. Jahrhundert nach Kampanien gelangt. Damals sei auch der erste Käse aus der stark fetthaltigen Milch dieser Tiere gewonnen worden. [Quelle: mawi]

 Schwache Röntgenstrahlung ist vielleicht schädlicher als angenommen.

Lange Zeit galt: Je niedriger die Strahlendosis bei Röntgenaufnahmen - um so besser. Biophysiker der Universität des Saarlandes in Homburg aber haben jetzt in Zellkulturversuchen Hinweise darauf gefunden, dass schwache Röntgenstrahlung mehr Schäden im Erbgut anrichten könnte, als bislang angenommen. Sie fanden: je niedriger die Strahlendosis, um so länger dauert die anschließende Reparatur der geschädigten Zellen. Stark beschädigte Zellen dagegen reparierten die Schäden weitaus schneller. Die Forscher nehmen an, dass die in wenig beschädigten Zellen die Reparaturprogramme der Zellen später oder gar nicht anlaufen. In Folgestudien wollen die Forscher untersuchen, ob von niedrigen Röntgen-Strahlendosen ein höheres oder niedrigeres Krebsrisiko ausgeht als von hohen Röntgendosen. [Quelle: mawi]
14.04.2003

 Über der Arktis baut sich das Ozon langsamer ab.

Der Grund sind aber nicht Umweltschutzmaßnahmen, sondern höhere Temperaturen in den betreffenden Luftschichten. Das haben Untersuchungen ergeben, an denen Forscher der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und des Max-Planck-Instituts für Chemie beteiligt sind. Demnach waren die Temperaturen in der sogenannten Stratosphäre über der Arktis vergleichsweise mild. Im Januar und Februar hätten sich - wegen der warmen Witterung - nicht die typischen Wolken gebildet, in denen das Ozon zerstört wird. Im vergangenen Winter sei die Ozonschicht über der Arktis um schätzungsweise 30 Prozent geschrumpft. Die Natur gleiche diesen Verlust bis zu einem gewissen Grad bis zum Herbst wieder aus. [Quelle: kar]

 Die Macht der Elektronen ruft Atome zur Ordnung.

Die Elektronen sorgen dafür, dass aus - scheinbar - chaotischen Verhältnissen geordnete Strukturen entstehen. Das haben Physiker der Technischen Universität Chemnitz herausgefunden. Die Wissenschaftler beobachteten, wie sich Atome zu Kristallen entwickelten. Dabei stellten die Forscher fest, dass sich die Atome stets auf ähnliche Weise ordneten - und dass der entscheidende Impuls dazu von der Gesamtheit der Elektronen kam. Als Ergebnis entstehen dabei Metalle, Salze und Halbleiter. [Quelle: kar]

 Eine intelligente Waschmaschine macht Hausarbeit kinderleicht.

Die Maschine hat ein italienischer Haushaltswaren-Konzern entwickelt. Sie dosiert automatisch das Waschpulver und stellt von selbst die richtige Wassertemperatur ein. Voraussetzung ist allerdings, dass in die Kleidung ein Mikrochip eingenäht ist, der alle Daten enthält, wie das Hemd oder die Hose zu waschen ist. Diese Daten erfasst eine Mini-Antenne, die in die Maschine eingebaut ist und den Waschvorgang steuert. Wenn in der Waschtrommel Kleidungsstücke mit unterschiedlichen Informationen liegen, ist ein lauter Summton zu hören. Die ersten Testmaschinen haben bei der italienischen Modeindustrie offenbar einen tiefen Eindruck hinterlassen. Mehrere Bekleidungskonzerne haben sich bereits dazu entschieden, ihre Produkte mit den Chips auszustatten. [Quelle: mig]

 Die NASA hat die Landeplätze für die Mars-Rover festgelegt.

Das eine Roboterfahrzeug soll im Gusev-Krater abgesetzt werden, das andere in der Meridiani-Ebene, einem Gebiet mit reichen Eisenoxid-Vorkommen. Die beiden Roboter sollen dort nach Wasser suchen und nach Hinweisen auf mögliches Leben. Das erste Erkundungsfahrzeug startet Ende Mai, das andere etwa einen Monat später. Im Januar nächsten Jahres sollen die Fahrzeuge an Fallschirmen auf die Oberfläche des Mars hinabschweben. Airbags federn die Landung ab. Für ihre Mission haben die Rover drei Monate Zeit. Danach dürfte der feine Staub des Planeten die Solarzellen der Fahrzeuge soweit zugedeckt haben, dass die Stromversorgung zusammenbricht. Die beiden Gebiete liegen in der südlichen Hemisphäre des Planeten. Der Krater Gusev hat vermutlich einmal einen See beherbergt. In der Meridiani-Ebene haben die Forscher riesige Mengen von grauem Hämatit gesichtet - ein Eisenoxid, das sich normalerweise nur bei flüssigem Wasser bildet. [Quelle: kar]

 Wissenschaftler wollen möglichst schnell einen Impfstoff gegen die Lungenkrankheit SARS entwickeln.

Grundlage dafür ist das Genom des Virus. Und das haben - nach eigenen Angaben - kanadische Wissenschaftler des Michael Smith Genom-Zentrums in Vancouver entschlüsselt. Die Wissenschaftler kamen der Erbmasse des Erregers auf die Spur, als sie die Coronaviren eines SARS-Patienten untersuchten. Die Entzifferung des Genoms ist nach Einschätzung der Forscher ein erster Schritt zu einer sicheren Diagnose. [Quelle: kar]

 Photos bekommen eine Duftnote.

Fotoapparate werden künftig auch den Geruch eines Motivs festhalten können. Das berichtet das britische Wissenschaftsjournal "New Scientist". Ingenieure der US-Firma Hewlett Packard haben demnach zwei Verfahren entwickelt, um Gerüche auf Zelluloid zu bannen. Bei der ersten Variante analysiert ein Gas-Chromatograph während der Aufnahme die Luft. Bei der zweiten, billigeren Variante, kann der Photograph zwischen mehreren vorgefertigten Duftnoten wählen. In beiden Fällen wird das Ergebnis von einem speziellen Tintenstrahldrucker aufs Papier gebracht, der aus vorgegebenen Gerüchen neue mischen kann. [Quelle: kar]
11.04.2003

 Metall imitiert Muskelbewegungen.

Forscher des Instituts für Nanotechnologie in Karlsruhe haben eine Metallscheibe entwickelt, die sich wie ein Muskel zusammenziehen oder dehnen kann. Das berichten die Wissenschaftler in der heute erscheinenden Ausgabe des Wissenschaftsmagazins SCIENCE. Die Forscher stellten zunächst sogenanntes "nano-strukturiertes" Platin her. Dafür pressten sie winzige Metall-Partikel so zu Scheiben zusammen, dass zwischen diesen Partikeln Poren offen bleiben. Anschließend legten sie diese Scheiben in eine Elektrolyt-Lösung aus Kalilauge und setzten sie unter Strom. Dabei dehnte sich das Metall etwas aus. Wird der Strom abgeschaltet, ziehen sich die Platinpartikel wieder zusammen. Die Forscher hoffen, dass sich auf diese Weise Roboter oder kleine Prothesen bewegen können. [Quelle: gä]

 Menschen verspeisten einst Menschen.

Davon ist ein internationales Forscherteam um John Collinge vom Institut für Neurologie des University College in London überzeugt. Die Wissenschaftler fanden bei Untersuchung des Genoms von Menschen aus verschiedenen Erdteilen eine Mutation am sogenannten Prion-Gen. Wie sie im Fachblatt SCIENCE schreiben, schützt diese offenbar vor Erkrankungen durch Missbildungen des Eiweiß'. Falsch gefaltete Prionen stehen in dem Verdacht, Hirnkrankheiten wie Creutzfeld Jakob auszulösen. Die Forscher sehen in dieser weit verbreitete Genmutation einen Beweis dafür, dass die Menschenvorfahren vor ihrer Auswanderung aus Afrika sich auch gegenseitig verspeisten. Weil dabei Hirnkrankheiten durch Prionen übertragen worden sein, habe sich mit der Zeit das mutierte Prion-Gen als Schutz davor durchgesetzt. [Quelle: gä]

 Metall kann schweben...

... wenn es in einem Glas stark gekühlten Sauerstoff mit einem Magnetfeld konfrontiert wird. Das berichten Forscher der Universität Nottingham im Wissenschaftsmagazin NATURE. Die Physiker legten ein Goldstück, eine Ein-Pfund-Münze sowie ein Siliziumkristall in ein mit stark gekühltem Sauerstoff gefülltes Glas. Anschließend schalteten sie ein starkes Magnetfeld ein -- woraufhin die Gegenstände anfingen, in dem Glas zu schweben. Ursache ist, so die Forscher, der gekühlte Sauerstoff: Er verstärkt zum einen das Magnetfeld, zum anderen ist er dichter als Luft, weshalb die Gegenstände mehr Auftrieb haben. Schweben können sie allerdings nur sogenannte Dia-magnetische Materialien; das sind Stoffe, die durch ein Magnetfeld selbst magnetisch werden, aber von diesem abgestoßen werden. Die Forscher hoffen, ihre Entwicklung zur Trennung von Erzen nutzen zu können. [Quelle: gä]

 Fehlende Daten ließen die Landung der Columbia sicher erscheinen.

Das berichtet der britische Sender BBC unter Berufung auf das Mitglied der Untersuchungskommission Sally Ride. Frau Ride wies darauf hin, dass das Computer-Modell, das eine sichere Landung der Columbia berechnet hatte, mit falschen Daten operierte. Beim Start der Raumfähre hatte sich ein Stück der Tank-Isolation gelöst und die Tragfläche des Gleiters getroffen. Eine Gruppe von Ingenieuren des US-Unternehmens Boeing sollte anhand einer Computersimulation prüfen, ob dieser Schaden die Raumfähre gefährde. Dabei stellten sie jedoch fest, das sie zuwenig Daten hatten. Sie baten daraufhin die NASA, den Schaden zu photographieren; die Raumfahrtagentur verzichtete jedoch darauf. Die ehemalige Astronautin führte diese Entscheidung auf ein falsches Sicherheitsgefühl zurück. Das Shuttle sei schon öfter von Weltraumschrott getroffen worden, daher sei die NASA davon ausgegangen, das auch dieser Schaden keine ernsthaften Folgen haben werde. [Quelle: gä]

 Ein neue Form des Corona-Virus löst offenbar SARS aus.

Die Lungenkrankheit SARS wird offenbar durch eine neue Variante des Corona-Virus ausgelöst. Das berichten unabhängig voneinander Forscherteams aus Hong Kong in dem britischen Fachblatt THE LANCET und aus den USA und Deutschland in dem US-Magazin NEW ENGLAND JOURNAL of MEDICINE. Alle Teams berichten, dass das Virus bislang noch nicht unter Menschen aufgetreten sei; die Forscher aus Hong Kong weisen außerdem darauf hin, dass es auch nicht mit seinen Verwandten aus der Tierwelt übereinstimme. Die Ärzte hoffen nun, ein einfaches Testverfahren für den Krankheitserreger entwickeln zu können. Die Rolle der Paramyxo-Viren ist allerdings nach wie vor ungeklärt. Wie zwei der drei Teams schreiben, könnten diese Viren die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung erhöhen oder die Wirkung der Corona-Viren verstärken. [Quelle: gä]
10.04.2003

 Tropenbrände schädigen die Ozonschicht.

Das berichten Wissenschaftler der Universität Bremen und des Alfred-Wegener-Instituts. Die Forscher analysierten vom Forschungsschiff "Polarstern" aus, das Farbspektrum des von der Atmosphäre gefilterten Sonnenlichtes. Dabei zeigte sich, dass sich als Folge von Brandrodungen in Tropischen Regenwäldern Carbonylsulfid in Höhen zwischen 14 und 18 Kilometern als Aerosol ansammelt. Dessen Tröpfchen tragen mit ihren Oberflächen zur katalytischen Zersetzung der Ozonschicht bei, wenn sie durch Luftzirkulationen in die obere Stratosphäre gelangen. Die Wissenschaftler befürchten nun, dass sich der positive Effekt der Abnahme industrieller Abgase mit den Emissionen der tropischen Waldbrände wieder aufhebt. [Quelle: sg]

 Verliebte Würmer trotzen der Radioaktivität

In einem durch den Tschernobyl-Unfall radioaktiv verseuchten See haben Boden bewohnende Würmer ihr Sexualverhalten verändert. Dies könne ein erster Hinweis auf direkte Auswirkungen von Radioaktivität auf wilde Tiere sein, berichtet der NEW SCIENTIST unter Berufung auf ukrainische Biologen aus Sevastopol. Die Forscher beobachteten bestimmte Würmer, die sich normalerweise hauptsächlich asexuell vermehren. In einem See in der Nähe von Tschernobyl pflanzen sich die Tiere aber mehr und mehr sexuell fort. Die Forscher vermuten, dass die Würmer zur Erhöhung der Widerstandskraft der gesamten Population auf sexuelle Fortpflanzung umschalten. Auf diese Weise vermische sich das Erbgut, wobei es zur natürlichen Auslese jener Gene komme, die einen besseren Schutz vor der Strahlung bieten. [Quelle: sg]

 Komprimierprogramme erkennen Komponisten.

Das schreibt das britische Wissenschaftsmagazin NEW SCIENTIST. Demnach haben Forscher der Universität Amsterdam herausgefunden, dass sich mit Hilfe handelsüblicher Komprimierprogramme für Computerdateien sowohl verschiedene Musikstile als auch Komponisten unterscheiden lassen - ohne eine Note zu spielen. Die Wissenschaftler verglichen dabei die Größe komprimierter Musik-Dateien: Sie entfernen von der Aufnahme eines bekannten Komponisten alle Informationen, die nicht direkt mit der Musik zu tun haben. Dann komprimierten sie das File und notierten sich die Größe. Anschließend hängten sie an die Originalaufnahme zum Beispiel die Aufnahme eines unbekannten Komponisten, wiederholten den Vorgang und verglichen die Größen der komprimierten Dateien. Je kleiner dieser Unterschied ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich um denselben Komponisten oder den gleichen Musikstil handelt. [Quelle: sg]

 Die Ariane 5 ist gestartet...

und hat zwei Kommunikationssatelliten ins All getragen. Der Start war am Dienstag Abend verschoben worden, weil Probleme mit einem der Satelliten auftraten. Die Betreibergesellschaft Arianespace teilte unterdessen in Paris mit, dass das Unternehmen fast eine Millarde Euro benötige, um das Raketenprogramm weiterzuführen. Allein die Indienststellung der neuen Ariane 5 Plus werde rund 555 Millionen Euro kosten. Das Raumfahrtunternehmen rechnet damit, frühestens 2005 aus den roten Zahlen zu kommen. [Quelle: sg]

 Geruchsforscher nehmen sich ein Beispiel an Hundenasen

Künstliche Sensoren erkennen Gerüche besser, wenn sie in nachgebauten Hundenasen integriert sind. Das berichten amerikanische Wissenschaftler in der Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins NATURE. Hunde haben in ihrer Nase ein Labyrinth aus luftgefüllten Kammern. Dadurch können sie Gerüche sehr gut wahrnehmen. Forscher der Tufts-University in den USA haben sich diesen Effekt zunutze gemacht und eine übergroße Hundenase aus Kunststoff nachgebaut. In Versuchen, in denen die Gerüche von Wodka und Rum erschnüffelt werden sollten, arbeiteten die Geruchssensoren in der künstlichen Hundenase um zehn Prozent besser als einzelne Sensoren. [Quelle: sg]
08.04.2003

 Das Patent auf Blut aus der Nabelschnur ist aufgehoben.

Das Patent auf ein Produkt aus Blutzellen, die aus der Nabelschnur oder der Plazenta gewonnen werden, ist widerrufen. Das teilte das europäische Patentamt in München mit. Das Patent hatte ein US-Pharma Unternehmen angemeldet, es sollte ein Produkt aus Blutzellen und Blutstammzellen sowie einem Konservierungsmittel schützen. Die Verbindung wird zur Behandlung von Blutkrebs eingesetzt. Wie die Beschwerdekammer des Amtes jetzt entschied, kann dieses Verfahren jedoch nicht geschützt werden, weil es bereits vor der Patentanmeldung angewendet wurde. Der Widerruf des Patents kann nicht mehr angefochten werden, weil die Beschwerdekammer in letzter Instanz entscheidet. Die Frage, ob Teile des Menschen von Unternehmen patentiert werden könnten, ist von dieser Entscheidung allerdings nicht betroffen. [Quelle: gä]

 Der erste wärmeisolierte Ballon ist in Berlin gestartet.

Den sogenannten Heißdampfareostat haben Wissenschaftler des Instituts für Luft- und Raumfahrt an der Technischen Universität Berlin entwickelt. In zweijähriger Arbeit haben sie einen ferngesteuerten Ballon gebaut, der mit überhitztem Wasserdampf fliegt. Den Dampf erzeugen Reaktoren, die kontrolliert Sauerstoff und Wasserstoff verbrennen. Mit der dabei entstehenden Hitze ist es möglich, Wasserdampf bis zu 300 Grad Celsius aufzuheizen. Bereits bei 120 Grad hat Dampf die doppelte Tragkraft von Heißluft. Damit die Tragkraft des Ballons nicht durch zu schnelles Auskühlen des Dampfes wieder abnimmt, haben die Forscher auch einen neuen, sehr leichten Dämmstoff für die Ballonhülle entwickelt. Nach Angaben der Entwickler kann der neue Ballon schwerere Lasten tragen als herkömmliche Ballons. Außerdem sei die Dampffüllung preiswerter als Helium. [Quelle: gä]

 Die Ariane 5 startet wieder.

In der Nacht zum Mittwoch soll die europäische Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Kourou abheben. Bei der Mission mit der Nummer 160 sollen ein indischer und ein amerikanischer Satellit auf ihre Umlaufbahnen gebracht werden. Starts mit der Ariane 5 waren fast vier Monate lang ausgesetzt worden, nachdem im Dezember eine neue Version der Rakete aufgrund eines Fehlers beim Start gesprengt werden musste. Die Ingenieure vermuten, dass die Kühlung eines neuen Raketenmotors versagte und das Projektil außer Kontrolle geriet. Die Ariane 5 ist derzeit die einzige europäische Trägerrakete, aber auch Sorgenkind der europäischen Weltraumagentur. Während der Vorläufer Ariane 4 116 Mal problemlos startete, verloren Ariane 5-Raketen bei 14 Starts sieben von 26 Satelliten. [Quelle: gä]

 Kernfusionen können mit Röntgenstrahlung gezündet werden.

Davon sind Wissenschaftler der Sandia-Laboratories in Albuquerque überzeugt. Wie die Forscher auf der April-Tagung der American Physical Society in Philadelphia mitteilten, ist es ihnen zum ersten Mal gelungen, ein heißes, dichtes Plasma zu erzeugen, dass auf eine thermonukleare Fusion schließen lässt. Die Physiker erzeugten dieses Plasma mit Hilfe der sogenannten Z-Maschine. Dabei wird eine winzige, mit Deuterium gefüllte Kapsel zwischen 360 Wolframfäden aufgehängt. Durch diese wird schlagartig ein 20 Millionen Ampere starker Strom geschickt. Die Fäden verdampfen und erzeugen dabei eine Röntgenstrahlung, die so stark ist, dass sie die Deuteriumkapsel zusammenpresst und die Atomkerne fusionieren. Dabei entsteht gerade genug Energie, um eine 40 Watt Lampe für den Bruchteil einer Sekunde zum leuchten zu bringen. Die Forscher hoffen, mit Hilfe von Röntgenstrahlung einen Fusionsreaktor konstruieren zu können, der seine Energie nicht mit einem kontinuierlichen Plasma erzeugt, sondern wie ein Verbrennungsmotor mit vielen kontrollierten Explosionen. [Quelle: gä]

 SARS könnte durch Kakerlaken verbreitet werden.

Diesen Verdacht äußerte der stellvertretende Leiter der Gesundheitsbehörde in Hong Kong, Leung Pak Yin, in einem Rundfunkinterview. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Kakerlaken infizierte Abfälle aus der Kanalisation in die Häuser getragen haben und auf diese Weise die Lungenkrankheit SARS verbreiteten. Dieser Vorgang könnte Infektionen erklären, die in einem Hong Konger Wohnblock auftraten, und bislang nicht erklärbar waren. In diesem Wohnblock hatten sich mehr als 250 Bewohner angesteckt; die übrigen mussten ihre Wohnungen verlassen und wurden unter Quarantäne gestellt. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, müsste zur Bekämpfung der Krankheit ein Haus auch auf Schabenbefall untersucht und das Ungeziefer bekämpft werden. Schaben sind allerdings sehr schwer zu bekämpfen. [Quelle: gä]
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