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15.11.2013

Umwelt In den Jahren 2000 bis 2012 sind weltweit 2,3 Millionen Quadratkilometer Wald verloren gegangen, während nur 800.000 Quadratkilometer hinzugekommen sind.

Die Differenz entspricht ungefähr der Größe Alaskas. Das lässt sich ablesen aus der ersten hochaufgelösten Karte der weltweiten Waldbestände. Vorgestellt wurde sie gerade von US-Forschern im Fachblatt "Science". Die größten Waldverluste im Beobachtungszeitraum sind nach Angaben der Wissenschaftler in Paraguay, Malaysia und Kambodscha zu verzeichnen. [reu]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1244693

Medizin Resistente Bakterien sind weiterhin auf dem Vormarsch.

Infektionen mit Bakterien, die gegen Antibiotika aus der Klasse der Carbapeneme resistent sind, haben zwischen 2009 und 2012 weiter zugenommen. Das berichtet die Europäische Gesundheitsbehörde ECDC heute in Stockholm. Der Anteil der Infektionen im Blutsystem durch resistente Bakterien der Art Klebsiella pneumoniae ist nach Angaben der Behörde in fünf Ländern auf fünf Prozent gestiegen. Betroffen seien vor allem Staaten im Süden von Europa. Carbapeneme sind Medikamente, die häufig nur dann verschrieben werden, wenn gängige Antibiotika keine Wirkung mehr zeigen. [reu]

Quelle: Pressemitteilung ECDC

Umwelt Forscher ermitteln das Minimum an Schutzgebieten.

Eine internationale Forschergruppe hat herausgefunden, dass mindesten 137 Naturschutzgebiete nötig sind, um die weltweite Artenvielfalt zu erhalten. Ihre Liste der Gebiete haben die Wissenschaftler jetzt im Fachmagazin "Science" veröffentlicht. Geographische Schwerpunkte sind die Regenwälder, Inseln und Gebirge in Afrika, Lateinamerika und Südostasien. Ein Teil der ausgewählten Regionen gehört bereits zum Weltnaturerbe der Unesco, wie etwa die Galapagos Inseln. Die Forscher sind aber davon überzeugt, dass alle Landstriche ihrer Liste diesen Status tragen sollten. Das Team hat über 170.000 Naturschutzgebiete untersucht – im Hinblick auf ihre Bedeutung für Tiere auf der "Roten Liste der bedrohten Arten". In diesem Verzeichnis stehen mehr als 21.000 Säugetiere, Vögel und Amphibien. Von ihnen sind über 4000 global vom Aussterben bedroht. [VS]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1239268

Physiologie Kaffee wirkt länger als gedacht.

Die Einnahme von Koffein selbst sechs Stunden vor dem Schlafengehen kann die Nachtruhe deutlich beeinträchtigen. Das berichten Forscher aus Detroit im "Journal of Clinical Sleep Medicine". Sie hatten Testpersonen jeweils 400 Milligramm Koffein verabreicht. Das entspricht etwa zwei bis drei Tassen Kaffee. In der folgenden Nacht schliefen die Probanden mindestens eine Stunde weniger als sonst üblich. Das konnten die Forscher durch Messungen nachweisen. Die Testpersonen berichteten jedoch, diesen Schlafmangel subjektiv nicht wahrgenommen zu haben. Die Forscher empfehlen daher, den Genuss von Kaffee nach 17:00 Uhr zu vermeiden, um den gesunden Schlaf nicht zu gefährden. [reu]

Quelle: DOI: 10.5664/jcsm.3170

Ozeanographie Ein Eisberg geht auf die Reise.

Ein Eisberg von der Größe Manhattans könnte nach Angaben britischer Wissenschaftler zu einer Gefahr für die Schifffahrt werden. Der Koloss mit einer Grundfläche von rund 87 Quadratkilometern drifte in Richtung Ozean, nachdem er sich im Juli von einem Gletscher in der Antarktis gelöst habe, teilte die Universität Sheffield mit. Durch das Abschmelzen des Eisbergs gelange Süßwasser in den Ozean, was die lokalen Strömungen beeinflussen könne, hieß es in der Mitteilung weiter. Der Effekt sei nicht besonders groß, aber sollten sich solche Vorfälle häufen, dann könne das dauerhafte Veränderungen zur Folge haben. [reu]

Physik Photonen lassen sich jetzt auch zerstörungsfrei messen.

Forscher vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching haben erstmals eine Methode entwickelt, mit der sie Lichtquanten nachweisen können, ohne die Teilchen dabei zu zerstören. Diese stellen sie auf der Internet-Seite des Journals "Science" vor. Bislang wurden einzelne Photonen durch Absorption nachgewiesen. Dabei werden die Lichtquanten aber zerstört. Bei der neuen Methode wird das Photon zwischen zwei Spiegeln eingefangen, von deren Oberfläche es hin und her reflektiert wird. Ein einzelnes Atom dient innerhalb dieses Resonators als Sonde, um das Lichtteilchen wahrzunehmen. Es befindet sich in einer Überlagerung zweier Zustände. Das reflektierte Photon stört diese Überlagerung, wodurch es sich bemerkbar macht. Die neue Methode zu zerstörungsfreien Nachweis von Photonen habe große Bedeutung für die Kodierung und Kommunikation von Quanteninformationen, heißt es in einer Mitteilung des Instituts. [VS]

Quelle: DOI: 10.1126/science.1246164

Ozeanographie Ein Eisberg geht auf die Reise.

Ein Eisberg von der Größe Manhattans könnte nach Angaben britischer Wissenschaftler zu einer Gefahr für die Schifffahrt werden. Der Koloss mit einer Grundfläche von rund 87 Quadratkilometern drifte in Richtung Ozean, nachdem er sich im Juli von einem Gletscher in der Antarktis gelöst habe, teilte die Universität Sheffield mit. Durch das Abschmelzen des Eisbergs gelange Süßwasser in den Ozean, was die lokalen Strömungen beeinflussen könne, hieß es in der Mitteilung weiter. Der Effekt sei nicht besonders groß, aber sollten sich solche Vorfälle häufen, dann könne das dauerhafte Veränderungen zur Folge haben. //[reu]//

14.11.2013

Paläoozeanographie Das Urmeer war doppelt so salzig wie die heutigen Meere.

Das berichten amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature". An der amerikanischen Atlantik-Küste untersuchten sie Grundwasser in mehr als 1000 Metern Tiefe. Sie fanden heraus, dass es sich bei dem Wasser am Chesapeake-Bay-Krater um Meerwasser aus dem Atlantik handelt und zwar aus der frühen Kreidezeit. Es ist etwa 100-145 Millionen Jahre alt und wurde im Gestein konserviert. Die Forscher hatten so die Gelegenheit erstmals Wasser aus der Urzeit direkt zu analysieren: Sein Salzgehalt war doppelt so hoch wie in den heutigen Meeren. Bislang konnten Temperatur und Salzgehalt von historischen Ozeanen nur indirekt - durch Sediment-Analysen - geschätzt werden. [VS]

Quelle: DOI: 10.1038/nature12714

Psychologie Je größer die Gruppe, um so wahrscheinlicher werden Innovationen.

Schon länger gibt es die Theorie, dass Fortschritte in der Menschheitsgeschichte immer dann erfolgen, wenn viele Menschen an einem Ort leben. Ein Experiment französischer Forscher bestätigt das. Probandengruppen unterschiedlicher Größe sollten ein Fischernetz auf möglichst effektive Weise konstruieren. In "Nature" resümieren die Forscher: Je mehr Menschen sich einer Aufgabe widmen, umso wahrscheinlicher seien erfolgreiche einzelne und gemeinsame Lösungen. Man könne auch sagen: Je größer die Gruppe, desto stärker profitiere sie von der Schwarmintelligenz. [tj]

Quelle: DOI:10.1038/nature12774

Astronomie Schwarze Löcher speien Eisen- und Nickelatome aus.

Schwarze Löcher schlucken einerseits Materie, die ihnen zu nahe kommt. Andererseits schleudern sie mächtige Materiestrahlen senkrecht nach oben und unten ins All. Woraus diese sogenannten Jets genau bestehen, das wusste man bislang nicht. Nun waren Astronomen erstmals Zeugen, als sich bei einem neu entdeckten Schwarzen Loch plötzlich ein Jet bildete. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin "Nature". Die anschließende Analyse der Strahlung aus dem Jet ergab: er besteht aus Eisen- und Nickelatomen . Für ihre Forschungen hatten die Astronomen Daten des europäischen XMM-Newton Weltraum-Teleskops und des Compact-Array-Instituts in Australien ausgewertet. Sie konnten dabei auch die Geschwindigkeit der Jets messen: Sie schießen mit knapp 200.000 Kilometern pro Sekunde ins All hinaus, das entspricht zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit. [tj]

Quelle: DOI: 10.1038/nature12672

Medizin Ein neuartiges Antibiotikum beendet chronische Infektionen.

Ein Team amerikanischer Wissenschaftler hat sich mit der antibiotisch wirkenden Substanz Acyldepsipeptid, kurz ADEP beschäftigt. Eine chemische Variante dieser Substanz, das ADEP4, wirkt offenbar aggressiv gegen Staphylokokken und Streptokokken: Es aktiviert ein eiweißspaltendes Enzym im Innern der Bakterien und löst damit deren Selbstzerstörung aus. Kombiniert mit einem konventionellen Antibiotikum führte die Behandlung zumindest im Tierversuch zu einem nachhaltigen Erfolg. Das schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift "Nature". Bei Mäusen gelang es, eine chronische Staphylokokkeninfektion dauerhaft zu beenden. Auch schlummernde Bakterien, die von herkömmlichen Antibiotika nicht erreicht werden, wurden abgetötet. [VS]

Quelle: DOI: 10-1038/nature12790

Recht Im weltweiten Skandal um Billig-Brustimplantate ist der TÜV Rheinland wegen mangelhafter Kontrollen zu einem Schadenersatz in Millionenhöhe verurteilt worden.

Das hat heute das Handelsgericht im südfranzösischen Toulon entschieden. Der TÜV sei haftbar, weil er gegen seine Kontroll- und Aufsichtspflichten verstoßen habe. Zwar habe er nicht die minderwertigen Brustimplantate der französischen Firma PIP selbst zertifiziert, sondern nur das Herstellungsverfahren. Doch die Implantate hätten geprüft und unangemeldete Kontrollen vorgenommen werden müssen. Der TÜV kündigte umgehend an, in Berufung gehen zu wollen. [tj]

Quelle: Agenturen

13.11.2013

Biologie Die Geschichte der Pinguine ist kürzer als gedacht.

Das berichtet ein internationales Forscherteam im Journal "Biology Letters". Demnach lebte der letzte gemeinsame Vorfahre der heute lebenden Pinguine erst vor 20 Millionen Jahren. Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass dieser vor 40 Millionen Jahren gelebt hat. Die Molekularbiologen hatten bei elf der heute 18 lebenden Arten bestimmte Erbgutstücke untersucht. Demzufolge haben sich die Hauptgruppen der Vögel erst vor 11 bis 16 Millionen Jahren entwickelt, als es in der Arktis einen starken Temperaturabfall gab. Pinguine sind über verschiedene Klimazonen von den Tropen bis in die Arktis verteilt. [mst]

Quelle: Biology Letters (doi:10.1098/rsbl.2013.0748)

Biologie Geowissenschaftler entdecken die bislang älteste bekannte Lebensgemeinschaft der Erde.

In Australien haben Forscher Reste sogenannter Bakterienmatten entdeckt, die vor 3,5 Milliarden Jahren den Meeresgrund bedeckten. Diese beeinflussten die Ablagerung von Sediment und hinterließen dabei ihre Spuren im Gestein, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Astrobiology". Diese Entdeckung zeigt, dass es auch auf der noch sehr jungen Erde bereits komplexe Lebensgemeinschaften gab. [mst]

Quelle: Eurekalert!

Paläontologie Ein Fossil löst ein altes Katzenrätsel.

Paläontologen aus Los Angeles haben im tibetischen Hochland die versteinerten Knochen einer Urgroßkatze entdeckt. Der Fund gilt als das bislang älteste Fossil der Vertreter, zu deren Nachkommen Löwen, Leopard und Tiger zählen. Wie die Forscher in den "Proceedings B" der britischen Royal Society schreiben, lebte Panthera blytheae vor 4,1 bis 5,95 Millionen Jahren. Das Fossil schließt den Studienautoren zufolge eine große Lücke in der Evolutionsgeschichte der Katzen. Und es deutet darauf hin, dass der evolutionäre Ursprung der Großkatzen weiter zurückliegt als bisher angenommen. Bislang gingen Forscher davon aus, dass die Spaltung zwischen Großkatzen und Kleinkatzen vor maximal 3,72 Millionen Jahren stattgefunden hat. [mst]

Quelle: Proc R Soc B (10.1098/rspb.2013.2686)

Medizin Das MERS-Virus breitet sich weiter aus.

Mediziner haben in Saudi-Arabien neue Hinweise darauf gefunden, dass Kamele Träger des neuen Coronavirus MERS sind. Saudischen Medien zufolge wurde das Virus bei einem 43 Jahre alten Mann in der Hafenstadt Dschidda am Roten Meer entdeckt. Die anschließende Untersuchung ergab, dass eines der Kamele, die der Infizierte hielt, ebenfalls Träger des Virus war. Mittlerweile wurde das Virus bei acht Kamelen isoliert. Das Gesundheitsministerium kündigte weitere Untersuchungen an. Das MERS-Virus war im September 2012 erstmals aufgetaucht. Es kann zu Nierenversagen und schwerer Lungenentzündung führen. Weltweit wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bislang 64 Todesfälle registriert, 53 von ihnen in Saudi-Arabien. [mst]

Quelle: Agenturen/Cidrap

Kernkraft Japan will seinen Stromsektor schrittweise reformieren.

Als Lehre aus der Atomkatastrophe in Fukushima will Japan seinen Elektrizitätssektor in den kommenden Jahren grundlegend reformieren. Das Parlament verabschiedete dazu heute ein Gesetz, welches das bislang zentralistisch aufgebaute Energiesystem aus regionalen Versorgermonopolen schrittweise für den Wettbewerb öffnen soll. Eine Energiewende wie in Deutschland wird jedoch nicht angestrebt. Japans Stromversorgung dürfte auch in den kommenden Jahrzehnten auf einem Mix aus Atomkraft, fossilen Energieträgern sowie erneuerbaren Energiequellen basieren. Frühere Liberalisierungsmaßnahmen waren bis zum Reaktorunglück in Fukushima infolge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 wenig erfolgreich gewesen. [mst]

Quelle: Agenturen

Medizin Ein Protein begünstigt Herzprobleme.

Leiden Patienten an schweren Herzklappenproblemen, können Mediziner bislang nur mittels operativer Eingriffe für Besserung sorgen. Forscher der Universität von Kopenhagen schlagen nun im "Journal of the American College of Cardiology" eine Alternative vor. Sie hatten die Daten von knapp 30.000 Probanden untersucht und dabei eine Verbindung zwischen der Herzklappen-Erkrankung und einem Protein festgestellt. Demnach erkrankten Patienten mit einer hohen Lipoprotein-Konzentration im Blut zwei- bis dreimal häufiger als Studienteilnehmer mit einer geringeren Konzentration dieses Proteins. Ließe sich der Lipoprotein-Spiegel im Blut mittels Medikamenteneinnahme senken, könnte so das Risiko für Herzprobleme verringert werden. [mst]

Quelle: Journal of the American College of Cardiology

Biologie Meeresschnecken könnten Paarungspartner mit Stirninjektion manipulieren.

Wissenschaftler der Universität Tübingen beschreiben in den "Proceedings B der britischen Royal Society" eine bislang unbekannte Paarungsstrategie bei Meeresschnecken. Die Schnecken der Gattung Siphopteron sind Zwitter und paaren sich durch Übertragung von Spermien in den weiblichen Genitaltrakt. Zusätzlich injizieren sie mit einem Stilett am Penis Prostatasekrete durch die Haut in das Gewebe des Partners, und zwar direkt in die Stirn zwischen den Augen. Die Forscher vermuten, dass das Sekret dabei in das darunterliegende Nervensystem gelangt und die Fortpflanzung des Partners manipuliert. So könnte es zum Beispiel die Eiablage anregen oder den Befruchtungserfolg der übertragenden Spermien erhöhen. [mst]

Quelle: Proc R Soc B (doi:10.1098/rspb.2013/2424)

12.11.2013

Technologie Mobiltelefone lassen sich auch mit Funkwellen laden

Zu diesem Zweck haben Forscher der Duke-University eine Antenne aus Meta-Materialien entwickelt, die aus Glasfasern und Kupfer zusammengesetzt ist. Der so aus mehreren Elementen zusammengesetzte Energiefänger setzt Elektromagnetische Wellen unterschiedlicher Länge in eine Spannung von 7,3 Volt um. Dabei erreicht er nach Angaben der Forscher einen Wirkungsgrad von 37 Prozent – drahtlose Energieübertragungen liegen bis dahin deutlich darunter. Die Wissenschaftler halten es für möglich, zum Beispiel Mobiltelefone zusätzlich mit einer solchen Energie-Antenne zu versehen. Dann könnte sich das Geräte anhand der im Raum vorhandenen elektromagnetischen Wellen wie etwa WLan oder den Mobilfunksignalen selbst laden. [gä]

Statistik Statistischen Untersuchungen sollten künftig strengere Grenzwerte zugrunde liegen

Das fordert der US-Statistiker Valen E. Johnson von der Texas A&M University im Fachblatt "PNAS". Der Wissenschaftler war der Frage nachgegangen, ob sich nicht-reproduzierbare wissenschaftliche Studien auf zu schwache statistische Standards zurückführen lassen können. Dafür verglich er die am weitesten verbreitete Standard-Methode mit der Bayesschen Methode und kam zu dem Schluss, dass die Standard-Methode im Vergleich nicht streng genug ist. Um die Reproduzierbarkeit von wissenschaftlicher Forschung zu erhöhen, schlägt Johnson vor, die Standard-Signifikanzgrenze von 0,05 auf 0,005 zu verschärfen. Bei der Standard-Methode werden die Argumente für eine statistisch zu untersuchende Hypothese in Faktoren umgesetzt und dann in eine Formel eingetragen. Ergibt die Berechnung einen Wert von 0,05, gilt das Ergebnis als statistisch signifikant. Die Bayessche Methode verwendet andere Faktoren. [gä]

Gesundheit Kupfer lässt Krebszellen schneller wuchern

Das notieren Forscher aus der Schweiz in "PNAS". Die Wissenschaftler stützen sich auf Tierversuche mit Mäusen. Sie verwendeten Nagetiere, die so gezüchtet waren, dass sie in einem bestimmten Zeitraum Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickeln. Einem Teil davon gaben sie Trinkwasser, das bis zur erlaubten Grenze mit Kupfer belastet war. Bei diesen Mäusen wuchsen die Tumore schneller als normal. Im Gegenversuch gaben sie Mäusen Medikamente, die die Kupferpartikel im Körper banden – und beobachteten, dass die Krebszellen bei diesen Tieren sich langsamer ausbreiteten. Eine weitere Untersuchung ergab, dass die Kupferteilchen eine direkte Auswirkung auf die Energieversorgung der Krebszellen haben. [gä]

Raumfahrt Indiens Marssonde kreist nun auf ihrer richtigen Bahn

Den Ingenieuren ist es in der Nacht zum Dienstag gelungen, mit einem zusätzlichen Antriebsstoß die Sonde auf eine höhere Bahn zu heben. Mangalyaan – so der inoffzielle Name – kreist nun auf einer Ellipse, die bis zu 118 tausend Kilometer von der Erde reicht. Auf dieser Bahn soll die Sonde bis zum Ende des Monats kreisen und Schwung holen, um sich vom Schwerefeld der Erde zu befreien und zum Mars zu reisen. Nach Plan hätte die Sonde bereits gestern eine vergleichbare Bahn erreichen sollen. Ein Problem mit der Treibstoffversorgung unterbrach den Antriebsstoß jedoch zu früh. Die Mars Obiter Mission verpasste die geplante Höhe deshalb deutlich. Die Techniker von ISRO hatten geplant, zwei Systeme zur Treibstoffversorgung gemeinsam zu betreiben - was jedoch nicht funktionierte. Das war laut ISRO ein Modus, der bei der Konstruktion vorgesehen wurde. Tatsächlich führte er jedoch zu einer Unterbrechung der Treibstoffversorgung. [gä]

Psychologie Stiefmütter sind nicht immer die bösen

Es kommt vielmehr auf die wirtschaftlichen Umstände an, welches Verhältnis sich zwischen Kindern und Stiefeltern einstellt. Das berichten Forscher des Max-Planck-Instituts für Demographische Forschung in Rostock. Die Wissenschaftler stützen sich auf einen Vergleich von Sterberaten 15- jähriger Kinder des 17. bis 19. Jahrhunderts. Als Orte wählten sie Krummhörn in Ostfriesland – eine seinerzeit verhältnismäßig dicht besiedelte Gemeinde – und Orte in der damals noch sehr dünn besiedelten Provinz Quebec. Dieser Vergleich ergab, dass im dichtbesiedelten Krummhörn Kinder tatsächlich unter Stiefmüttern litten und deutlich früher starben. In Kanada dagegen unterschieden sich Patchworkfamilien nicht von normalen. Die Forscher vermuten, dass in Kanada die wirtschaftlichen Chancen so groß waren, dass Stiefeltern in fremden Kindern keine Gefahr für die eigenen gesehen haben. Sie stellen damit die Allgemeingültigkeit des "Aschenputtel-Effekts" – wonach Stiefmütter fremde Kinder immer schlechter behandeln als die eigenen – in Frage. [gä]

11.11.2013

Paläontologie Paläontologen finden Zahn des "Korbacher Dackels"

Bei Ausgrabungen in Hessen haben Forscher an einem fossilen Echsengebiss einen Zahn entdeckt. Das Gebiss gehörte einst einem Procynosuchus. Dessen Gestalt erinnert an einen Hund und hat ihm den Spitznamen "Korbacher Dackel" eingebracht. Der Fund des mehr als 250 Millionen Jahre alten Kieferknochens mit Zahnreihe sei weltweit bisher einzigartig, teilte das Korbacher Wolfgang-Bonhage-Museum mit. [mawi]

Geowissenschaften Jeder vierte Acker in Deutschland verspricht reiche Ernte

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat erstmals eine einheitliche Karte zur Bodengüte der Ackerstandorte in Deutschland vorgelegt. Rund ein Viertel der Böden sei nach internationalen Maßstäben besonders fruchtbar und besitze ein hohes Ertragspotenzial für Getreide. Besonders gut schnitten die Böden der Lösslandschaften ab, etwa der Magdeburger Börde, des Thüringer Beckens und der Kölner Bucht. In Deutschland werden etwa 12 Millionen Hektar Land als Ackerfläche genutzt. Ein besonderes Problem aber sei der stetige Flächenverbrauch, so die Bundesanstalt. Jeden Tag würden etwa 74 Hektar Boden in Siedlungs- und Verkehrsfläche umgewandelt. [mawi]

Pharmazie Forscher entwickeln "Dimmer" für Medikamente

Forscher aus Würzburg, Bonn und Mailand haben eine Methode entwickelt, wie sich die Wirkung von Medikamenten abstufen lässt. Viele Wirkstoffe setzen an Strukturen auf der Zelloberfläche an. Entweder blockieren sie einen solchen Rezeptor oder sie aktivieren ihn. Im Fachblatt "Nature Chemical Biology" stellt das Forscherteam Wirkstoffe vor, die beides können: Sie können den Rezeptor aktivieren oder sie verhindern die Aktivierung durch die Bindung an einer anderen Stelle des Rezeptors. Es lassen sich Wirkstoffe so konstruieren, dass es ein genau bestimmtes Verhältnis gibt zwischen An- und Abschalt-Vorgängen. Das Prinzip gleiche dem eines Dimmers, so die Forscher. Solche neuartigen Wirkstoffe könnten helfen, ein Problem zu vermeiden: Bei der Behandlung chronischer Schmerzen etwa zeigen sich häufig Gewöhnungseffekte. Die Medikamentendosis muss stetig erhöht werden. Wenn nur ein Teil der Rezeptoren auf den Zellen aktiviert würde, käme es später oder vielleicht auch gar nicht zu solchen Gewöhnungseffekten. [mawi]

Quelle: Nature Chemical Biology - DOI: 10.1038/nchembio.1384

Raumfahrt Forschungssatellit GOCE ist verglüht

Nach vierjähriger Mission sei GOCE am frühen Morgen in die Atmosphäre eingetreten, teilte die Europäische Raumfahrtbehörde Esa im italienischen Frascati mit. Der fünf Meter lange und 1,2 Tonnen schwere Satellit zerbrach in mehrere Teile. Einige kiloschwere Stücke dürften zur Erde gefallen sein. Schäden wurden aber bislang nicht gemeldet. Mit Messungen des Schwerefelds in zuvor unerreichter Genauigkeit lieferte GOCE ein zentimetergenaues Höhenprofil der Erde. So lassen sich widersprüchliche Höhenangaben von Bergen vereinheitlichen. Die Daten dokumentieren auch den Anstieg des Meeresspiegels und Strömungsveränderungen, die für Klimamodelle wichtig sind. Mitte nächsten Jahres wollen die Wissenschaftler die letzte Auswertung vorlegen. Die Höhengenauigkeit soll dann nach Angaben der koordinierenden Technischen Universität München bei zwei Zentimetern liegen. GOCE sollte ursprünglich nur eineinhalb Jahre in der Umlaufbahn kreisen. Doch wegen geringer Sonnenaktivität reichte der Treibstoff deutlich länger. [mawi]

Medizin Zwei Gendefekte können Ursache für frühen Herzinfarkt sein

Forscher aus Lübeck und München haben mit Kollegen aus sieben Ländern eine Großfamilie untersucht, in der bereits 23 Mitglieder einen Herzinfarkt erlitten haben. Sie entdeckten zwei Genveränderungen. Die Mutationen betreffen die Gene GUCY1A3 und CCT7. Die Mutationen führen dazu, dass die Blutplättchen überaktiv sind. Sie verkleben leichter als sonst. Damit steigt das Risiko, dass sich Blutgerinnsel bilden, die die Herzkranzgefäße verstopfen. Die Folge: Ein Herzinfarkt. Eine der beiden Mutationen sei bei relativ vielen Menschen in Deutschland zu finden, berichten die Forscher im Fachblatt "Nature". Aber erst durch das gemeinsame Auftreten von beiden Mutationen steige das Herzinfarktrisiko dramatisch an. Betroffenen empfehlen die Mediziner die Einnahme etwa des Wirkstoffes Acetylsalicylsäure – kurz: ASS. Dieser hemmt die Verklumpung von Blutplättchen. [mawi]

Quelle: Nature - DOI10.1038/nature12722

Raumfahrt Indischer Mars-Sonde fehlt noch der rechte Schwung

Eine Woche nach ihrem Start konnte die Indische Marssonde "Mangalyaan" nicht auf die geplante Erdumlaufbahn angehoben werden, teilte die Indische Weltraumforschungsorganisation (ISRO) heute mit. Morgen werde versucht, die Sonde auf eine maximale Höhe von 100.000 Kilometern zu bringen, sodass sie Schwung für ihre Reise zum Mars holen kann. Heute schaffte sie es aufgrund von Brennstoff-Problemen nur von 71.600 auf knapp 78.300 Kilometer Höhe. Der Plan sieht vor, dass "Mangalyaan" am 1. Dezember die Erdumlaufbahn verlässt und Kurs auf den Mars nimmt. [mawi]

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