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18.11.2002

 Viren quälen Algenteppiche

Mit einem Virus wollen niederländische Forscher vom Institut für Meeresforschung die Schaumalge Phaeocystis globosa bekämpfen. Diese Alge breitet sich besonders an der Nordseeeküste ungehindert aus und hinterlässt einen mehrere Meter dicken, schleimigen Algen-Teppich am Strand. Das Virus gehört zu den natürlichen Feinden der Schaumalge (und soll nun gewissermaßen als biologisches Bekämpfungsmittel eingesetzt werden). Normalerweise greift der Krankheitserreger die Schaumalge erst dann an, wenn diese durch Nahrungsmangel geschwächt ist. Die Forscher wollen die Algenplage nun zunächst lokal eindämmen, indem sie die Viren an isolierten Küstenabschnitten ausbringen. [Quelle: mk]

 Der Rat der Europäischen Union will verschärft gegen Hacker vorgehen

Mehrere Länder wie Frankreich, Griechenland und Großbritannien drängen darauf, das geplante Gesetz zu verschärfen. Nach Informationen des Heise-Verlags soll aus dem Gesetzentwurf ein Passus gestrichen werden, wonach Hacker von der Strafverfolgung ausgenommen sind, wenn sie Computersysteme aus Testgründen angreifen. Ohne diese Klausel werden Sicherheitsexperten aber automatisch wie Cyberterroristen behandelt. Ihnen drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. Deutschland, Österreich und Italien lehnen die Verschärfung des Gesetzes ab, wurden von den anderen Ländern aber überstimmt. Der EU-Rat will die Vorschläge in der zweiten Novemberhälfte diskutieren. Das Gesetz soll Ende nächsten Jahres in nationales Recht umgesetzt werden [Quelle: mk]

 Die Sternschnuppen regnen heute Nacht ohne Zuschauer

Denn das Feuerwerk der Leoniden wird vermutlich nicht zu sehen sein. Wie die Metereologen mitteilen, ist der Himmel voraussichtlich vor allem im Süden und Osten Deutschlands bedeckt sein. Nur im Westen und Norden hätten Sternenfreunde vielleicht die Gelegenheit, das Leoniden-Schauspiel zu beobachten. Ab vier Uhr dreißig könnten dann Frühaufsteher dort bis zu einhundert Sternschnuppen pro Minute beobachten. Der Höhepunkt des Schauspiels soll um fünf Uhr sein. Der heutige Leoniden-Schauer wird für die kommenden 100 Jahre vermutlich der letzte sein. Das nächste Schauspiel dieser Art erwarten die Astronomen erst für 2099. [Quelle: mk]

 Mit Fitness bleiben Astronauten auf dem Mars mobil

Bei einem Weltraumflug zum Mars könnten Astronauten ihre Muskeln mit einem speziellen Fitnessgerät schonen. Das hat ein internationales Wissenschaftler-Team herausgefunden. Das Gerät mit dem Namen "Flywheel" verhindere den Muskelabbau der Astronauten in der Schwerelosigkeit, berichten die Weltraumforscher. Den Knochenabbau könne das Fitnessgerät jedoch nicht aufhalten. Bei der Studie mussten die Testpersonen drei Monate lang in Schräglage das Bett hüten. So simulierten die Wissenschaftler den Zustand der Schwerelosigkeit. Einige der Testpersonen konnten mit dem Fitnessgerät trainieren, andere bekamen Medikamente gegen Knochenabbau, eine dritte Gruppe bekam keine Behandlung. Diejenigen, die mit dem Fitnessgerät "Flywheel" trainierten, hatten am Ende der Studie noch 90 Prozent ihrer Sprungkraft, bei den übrigen war die Leistungsfähigkeit unter 70 Prozent gefallen. [Quelle: mk]

 Verbraucher können Getränkekartons mit gutem Gewissen kaufen

Denn Getränkekartons bieten gegenüber Mehrwegflaschen keine Nachteile für die Umwelt. Das hat das Umweltbundesamt in einer Studie herausgefunden. Die Wissenschaftler haben bei der Untersuchung unter anderem berücksichtigt, wieviel Energie die Herstellung und der Transport der Verpackungen kostet und wieviel Schadstoffe bei der Verbrennung entstehen. Grundsätzlich seien Mehrwegflaschen aus Glas oder Plastik aber noch immer wesentlich umweltfreundlicher als Einwegflaschen aus demselben Material, teilte das Umweltbundesamt mit. Selbst wenn Einwegverpackungen in den letzten Jahren immer umweltverträglicher geworden seien. [Quelle: mk]

 Partnerländer wollen bei ITER gemeinsame Kasse machen

Die Länder wollen die Kosten für den geplanten thermonuklearen Experimentalreaktor aufteilen. Demnach übernehmen die Europäische Union und Japan den Löwenanteil der vier Milliarden Euro, die der Reaktor voraussichtlich kosten wird. Russland will vierzehn Prozent der Kosten tragen, den restlichen Betrag muss das Land bezahlen, in dem der Reaktor errichtet wird. Ob der überhaupt gebaut wird, wollen die Partnerländer aber erst im Jahr 2005 oder 2006 entscheiden. [Quelle: mk]

 Ozon ist ein Bakterien und Viren-Killer

Das haben kalifornische Wissenschaftler herausgefunden. Wie die Zeitschrift "Science" berichtet, produzieren Antikörper Ozon, sobald sie an ein Bakterium oder an ein Virus andocken. Mit dem Ozon, einem hochreaktiven Molekül, können die Antikörper ihre Zielzelle offenbar direkt abtöten. Bisher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass Antikörper nur dazu da sind, die eigentlichen Killerzellen des Immunsystems auf einen Erreger aufmerksam zu machen. Bereits vor kurzem entdeckten die Forscher aber, dass auch das reaktive Molekül Wasserstoffperoxid frei wird, sobald sich Antikörper an eine Zielzelle binden. Wasserstoffperoxid allein reiche jedoch nicht aus, um ein Bakterium wie E-Coli abzutöten, berichten die Wissenschaftler nun in Science. Erst das entstehende Ozon könne Bakterien direkt töten, indem es die Zellwände der Keime zerstöre. [Quelle: mk]
15.11.2002

 Eine Leiche soll öffentlich seziert werden.

Der Erfinder der "Körperwelten-Ausstellung", Gunther von Hagens will in London die Leiche einer dreiunddreißig Jahre alten Deutschen sezieren. Mit dieser Aktion will der Gründer des Heidelberger Instituts für Plastination für die "Laienanatomie" werben. Gegen ein Eintrittsgeld von 20 Euro können 500 Zuschauer die Sektion beobachten, auf Großleinwänden soll die Obduktion auch außerhalb der Ausstellungsräume zu sehen sein. Mit seiner Aktion will der Mediziner unter anderem gegen ein geplantes neues Gesetz protestieren: In Großbritannien sollen die Bedingungen für den Im- und Export von Leichenteilen verschärft werden. Der Verband britischer Anatomie-Ärzte wirft Hagens dagegen Sensationsmache vor. In Deutschland ist die Sektion vor zahlendem Publikum verboten. [Quelle: cw]

 Astronomen schießen die bisher schärfsten Bilder von der Sonne.

Mit einem neuen Sonnen-Teleskop auf den kanarischen Inseln haben schwedische Physiker unbekannte Strukturen am Rand von Sonnenflecken entdeckt und fotografiert. Die Sonnenflecken sind von mehreren fadenförmigen Gasströmen umrandet, die als Filamente bezeichnet werden. Im Zentrum dieser Filamente beobachteten die Astronomen die bisher unbekannten dunklen Strukturen. Weil die neu entdeckten Flecken nur etwa neunzig Kilometer breit sind, konnten sie bisher auf Teleskopaufnahmen nicht identifiziert werden. Welche Funktion die neu entdeckten Flecken haben, sei bisher unklar, berichten die Astronomen in der Fachzeitschrift "Nature". [Quelle: cw]

 Zuviel Mitgefühl macht den Partner wehleidig.

Das hat ein amerikanisches Forscher-Team festgestellt. In einer Studie untersuchten die Wissenschaftler die Reaktion der Lebensgefährten von 20 Patienten mit chronischen Rückenleiden. Die eine Hälfte der Patienten wurde von ihren Partnern bemitleidet und versorgt. Die übrigen Patienten blieben mit ihren Schmerzen weitgehend allein. Im Labor gaben die Forscher den Probanden schmerzhafte elektrische Impulse in den Rücken und maßen die Gehirnaktivität. Die Partner der Probanden waren mit anwesend. Die stark umsorgten Versuchspersonen hatten eine erhöhte Hirnaktivität und stöhnten häufiger, berichten die Wissenschaftler auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Neurowissenschaft in Orlando. Bei den weniger bemitleideten Probanden war die Hirnaktivität dagegen unverändert. [Quelle: cw]

 In Qatna ist eine altsyrische Königsgruft entdeckt worden.

Die Königsgruft stammt aus der späten Bronzezeit, und wurde von Archäologen der Universität Tübingen entdeckt. In den unterirdischen Felskammern entdeckten die Forscher einen steinernen Sarkophag und diverse Grabbeigaben. Auch Gefäße aus Keramik Alabaster und Granit entdeckten die Wissenschaftler in der Königsgruft. Die Grabanlagen geben nach Ansicht der Forscher erstmals Einblick die Bestattungsweise altsyrischer Könige. [Quelle: cw]

 Die WTO erlaubt den Export von Billigmedikamenten in Entwicklungsländer.

Die Welthandelsorganisation WTO gab heute in Sydney grünes Licht für den Export von billigen Nachahmermedikamenten, sogenannten Generika in Entwicklungsländer. Vor einem Jahr hatte die WTO Entwicklungsländern bereits erlaubt, in Ausnahmesituationen ohne Rücksicht auf bestehende Patente selbst Nachahmer-Medikamente zu produzieren. Entwicklungsländer, die keine eigene pharmazeutische Industrie besitzen, durften bislang allerdings keine Generika importieren. Die Hilfsorganisationen Oxfam und "Ärzte ohne Grenzen" kritisierten den heutigen WTO-Beschluß. Die bürokratischen Hürden für den Export seien zu hoch. Die Generika sollen vor allem zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose eingesetzt werden. [Quelle: mawi]

 Ein Eiweiß-Test sagt Herzkrankheiten zuverlässiger voraus als die Bestimmung des Cholesterin-Wertes.

Das zumindest legt eine Studie in der neuesten Ausgabe des "New England Journal of Medicine" nahe. Demnach erlauben Messungen des Spiegels an sogenanntem C reaktivem Protein zuverlässige und frühzeitige Vorhersagen über das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden. Das C reaktive Protein weist auf Entzündungen im Körper hin. Chronische Entzündungen in den Arterien halten viele Mediziner für die Ursache von Gefäßkrankheiten. In der jetzt veröffentlichten Studie maßen Ärzte aus Boston das C reaktive Protein im Blut von fast 28 000 Frauen und verfolgten deren Krankheitsgeschichte dann acht Jahre lang. Dabei zeigte sich, dass der teure Test ein Herz-Infarkt- oder Schlaganfallrisiko auch dann vorhersagt, wenn der Cholesterinspiegel normal ist. Von den 571 Frauen, die schließlich wegen Gefäßerkrankungen behandelt wurden oder daran starben, hatte jede zweite einen normalen Cholesterinspiegel, aber einen erhöhten Spiegel des c reaktiven Proteins. [Quelle: cw]
14.11.2002

 Seehunde können zwischen Freund und Feind unterscheiden.

Das fanden kanadische und britische Wissenschaftler heraus. Wie die Biologen in der Fachzeitschrift „Nature“ berichten, können Seehunde zwischen feindlichen und harmlosen Schwertwalen allein anhand des Gesangs unterscheiden. Bei Tests fanden die Forscher heraus: Seehunde ignorieren die Laute eines sich nähernden harmlosen Schwertwals. Sobald sie jedoch den Gesang eines seehundfressenden Schwertwals hören, ergreifen die Tiere die Flucht. [Quelle: cw]

 Impfungen könnten vor Blutvergiftungen schützen.

Das berichtet das deutsche Fachblatt „Angewandte Chemie“. Demnach wollen kalifornische Mediziner das menschliche Immunsystem dazu bringen, eigene Antikörper gegen das so genannte Lipid A zu bilden. Dieser giftige Stoff wird aus den Zellwänden absterbender Bakterien freigesetzt und löst die Blutvergiftung im Körper aus. Mit einem leicht veränderten Lipid A, wollen die Forscher nun das Immunsystem aktivieren. Es soll Antikörper bilden, die sich auch gegen das giftige Lipid A richten. Im Tierversuch funktionierte dieses Prinzip bereits. Ob diese Impfung auch für Menschen einen Schutz vor Blutvergiftungen bieten könnte, ist noch nicht klar. [Quelle: cw]

 Neuentdeckte Familie von Wasserkäfern schwimmt nicht.

Nach 150 Jahren haben Forscher erstmals wieder eine neue biologische Familie von Wasserkäfern entdeckt. Sie wurde Aspidytidae, zu deutsch Schildschwimmer getauft. Trotz ihres Namens sind die ein Zentimeter großen räuberischen Käfer aber Nichtschwimmer. Die Zoologen der Universität Jena fanden die Wasserkäfer an einer Steilküste Südafrikas. Die Tiere gehören offenbar zu den Raubkäfern. Das schreiben die Forscher im Fachjournal „Proceedings of the Royal Society of London“. Neue Insektenarten werden täglich entdeckt. Eine Familie aber ist eine hochrangige systematische Übergruppe. Neue Familien werden deshalb nur sehr selten gefunden. [Quelle: tj]

 Seehundstaupe-Epidemie ist vorbei.

Zu dieser Einschätzung kommt das Kieler Umweltministerium und hob heute den Aktionsplan Seehundstaupe auf. Allein in Schleswig-Holstein waren in den vergangenen Monaten 3600 Seehunde an der Staupe verendet. Seit Ausbruch der Epidemie - Anfang Mai in Dänemark- wurden insgesamt über 21 100 tote Tiere geborgen. Betroffen waren zunächst die Ostsee, dann das Wattenmeer. Auch bis zu den britischen Inseln und an die niederländische Küste hatte sich die Seehundstaupe ausgebreitet. Allein für Großbritannien gibt es noch keine Entwarnung. [Quelle: tj]

 El Nino erreicht alle 2000 Jahre einen Höhepunkt.

Das Wetterphänomen El Nino beeinflusst die globalen Klimabedingungen in einem 2000 jährigen Rhythmus. Entsprechende Hinweise fanden Forscher in den Sedimenten des Pallcacocha-Sees in den Anden von Ecuador . Das berichten die Wissenschaftler der Syracuse University in New York. Wie sie in der Fachzeitschrift „Nature“ schreiben, fanden sie in dem 10 000 Jahre umfassenden Klimaarchiv der See in regelmäßigen Abständen Sedimente, die von anhalten heftigen Niederschlägen zeugen. Besonders stark waren die El-Nino-Ereignisse zu letzten Mal im frühen Mittelalter, vor rund 1200 Jahren. Das nächste Maximum sei demnach zu Beginn des 22. Jahrhunderts zu erwarten. [Quelle: tj]

 Neuer Kleidungsstoff schützt vor radioaktiver Strahlung.

Amerikanische Forscher haben einen Bekleidungsstoff entwickelt, der gegen radioaktive Strahlung ähnlich gut schützt wie herkömmliche Bleiwesten. Das meldet das Fachblatt „New Scientist“. Das neue Material, das Demron genannt wird , kann Alpha-, Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung wirkungsvoll abschirmen - und das ohne großes Gewicht: Ein schützender Anzug wiegt weniger als drei Kilogramm. Herkömmliche Schutzwesten enthalten meist Blei, das aus großen und schweren Atomen besteht. Diese sind von Elektronen umgeben, die die Energie der eintreffenden Strahlung aufnehmen und diese zumindest teilweise zurückhalten können. Das neue Material nutzt denselben Effekt: Es enthält Moleküle, die von großen Elektronenwolken umgeben sind. Eingesetzt werden könnte das Demron-Material für die Kleidung von Arbeitern in Nuklearbetrieben, Soldaten und Klinikpersonal. Auch sei denkbar die Kabinen von Flugzeugen oder Raumfähren damit auszukleiden, um die Passagiere vor kosmischer Strahlung zu schützen. [Quelle: tj]

 Pentium 4 ist der schnellste PC-Chip der Welt .

Der derzeit schnellste Chip für Personal Computer erreiche erstmals eine Taktrate von mehr als 3 Gigahertz. Dies teilte das Herstellerunternehmen Intel heute mit. Der neue Prozessor Pentium 4 soll noch in dieser Woche ausgeliefert werden. Genutzt wurde für den Chip eine spezielle Technologie, das sogenannte Hyperthreading. Der Chip simuliert damit zwei Prozessoren. Ein handelsüblicher PC soll so rund ein Viertel mehr Leistung bringen und es können mehrere Software-Anwendungen gleichzeitig genutzt werden. Der neue Chip ist vor allem für Multimedia-Anwendungen optimiert. [Quelle: tj]
13.11.2002

 Leoniden sorgen für einen Sternschnuppenregen.

Ab morgen früh können Sternenfreunde mehrere Dutzend dieser Meteoritenschwärme am Himmel beobachten. Der Höhepunkt des Sternschnuppenschauers wird aber erst am 19. November erreicht. An diesem Tag soll ein regelrechter Meteoriten-Sturm über den Himmel ziehen. Für viele Menschen wird der Sternschnuppenregen in den nächsten Tagen die letzte Gelegenheit sein, ein derartiges Schauspiel zu beobachten. Die nächsten großen Leoniden-Stürme erwarten die Astronomen nicht vor 2099. [Quelle: cw]

 Amerikanische Astronomen beobachten eine Doppeleruption auf der Sonne.

Die massiven Wasserstoff-Explosionen entdeckten die Wissenschaftler bereits am 31. Oktober an genau gegenüber liegenden Punkten der Sonne. Wie die Astronomen heute vom Nationalen Sonnenobservatorium in New Mexico berichteten, hätten die Eruptionen die Gewalt von Millionen von Wasserstoff-Bomben gehabt. Nun wollen die Wissenschaftler herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Explosionen gibt, oder ob die Eruptionen rein zufällig waren. [Quelle: cw]

 Die biologische Uhr von Frauen kann zurückgedreht werden.

Auch nach den Wechseljahren können Frauen noch Kinder austragen, ohne dass es zu Komplikationen kommt. Das berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin "Journal of the American Association". Die Wissenschaftler untersuchten die Daten von 77 Frauen, denen künstlich befruchtete Eizellen jüngerer Frauen eingepflanzt wurden. 42 der Frauen über 50 Jahre hatten anschließend problemlos gesunde Kinder zur Welt gebracht. Zwar habe jede vierte Frau einen leicht erhöhten Blutdruck während der späten Schwangerschaft gehabt, berichten die Forscher. Das sei jedoch kein Argument gegen eine späte Schwangerschaft, versicherten die Wissenschaftler. [Quelle: cw]

 Im Norden Deutschlands ist ein neuer Supercomputer in Betrieb genommen worden.

Mit einer Leistung von 4000 Gigaflops kann der Computer pro Sekunde etwa vier Milliarden Rechenschritte ausführen. Damit ist er der schnellste Supercomputer in Deutschland und gehört insgesamt zu den zehn schnellsten Rechnern der Welt. Der Rechner ist auf zwei Standorte in Hannover und Berlin verteilt, die über eine Datenleitung verbunden sind. Über Glasfasernetze können die Hochschulen und Forschungseinrichtungen des ganzen Nordens auf den Superrechner zugreifen [Quelle: cw]
11.11.2002

 Intensiver Musikgenuss ist für manche Menschen gefährlich.

Epilepsie-Patienten können durch Musik so sehr in Wallungen versetzt werden, dass sie einen Anfall erleiden. Das haben russische Neurologen bei der Untersuchung von 100 Patienten herausgefunden. Die Wissenschaftler haben die Ergebnisse ihrer Studie in Venedig auf einer Tagung mit dem Titel „Neurowissenschaft und Musik“ präsentiert. Im Zusammenhang mit den Anfällen sprechen sie von einer musikogenischen Epilepsie. [Quelle: kar]

 Eine Live-Schalte begeistert die Wissenschaft.

Die Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried haben zum ersten Mal in das Innere eines lebenden Vielzellers geblickt. Wie die Zeitschrift "Science" berichtet, gelang den Wissenschaftlern dies mit Hilfe der sogenannten Elektronentomographie. Die funktioniert ähnlich wie andere bildgebende Verfahren: Das Elektronenmikroskop nimmt von dem Objekt Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln und in verschiedenen Ebenen auf und setzt diese Aufnahmen dann zu einem dreidimensionalen Bild zusammen. Bei der Elektronentomographie bleibt die Lichtquelle - also das Elektronenmikroskop - allerdings fest installiert. Dafür wird das Untersuchungsobjekt im Strahl des Mikroskops bewegt. Die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts haben das Verfahren so verfeinert, dass ihnen zum ersten Mal der Blick in den komplexen Organismus eines vielzelligen Schleimpilzes gelungen ist. [Quelle: kar]

 Der letzte Lebensabschnitt der Jupiter-Sonde Galileo ist eingeläutet.

Die Sonde hat die Krater des Jupitermondes Almathea überquert und fliegt nun ihrem Absturz entgegen. Im dichten Strahlengürtel des Planeten hat die Sonde allerdings automatisch den Sicherheitsmodus eingeschaltet, um ihre empfindlichen elektronischen Geräte zu schützen. Die Wissenschaftler am Boden müssen die Geräte nun aus dem Schlafmodus aufwecken, damit sie wieder Ergebnisse liefern. Am 21. September nächsten Jahres wird Galileo in die Atmosphäre des Jupiter eintauchen und dort verglühen. Die Forscher wollen mit dem kontrollierten Absturz vermeiden, dass die Sonde möglicherweise auf den Jupitermond Europa fällt und dessen Oberfläche verseucht. Auf Europa wollen die Wissenschaftler später einmal nach mikrobiologischen Spuren suchen. [Quelle: kar]

 Der Start der Raumfähre Endeavour verzögert sich um eine Woche.

Der Grund ist eine defekte Sauerstoffleitung. Die Raumfähre sollte in der Nacht zum Montag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral abheben. Der Countdown wurde aber kurz vor dem Start abgebrochen. Nach Angaben der US-Weltraumbehörde NASA versorgt die Sauerstoffleitung die Astronauten an Bord der Fähre. [Quelle: kar]

 Die US-Gesundheitsbehörden haben einen AIDS-Schnelltest zugelassen.

Der Test mit dem Produktnamen OraQuick liefert das Ergebnis nach zwanzig Minuten. Dabei arbeitet er laut Hersteller mit einer Genauigkeit von 99,6 Prozent. Der Test weist in weniger als einem Tropfen Blut Antikörper gegen die Viren nach. In den USA gab es lange Widerstand gegen die Schnelltests. In Deutschland gibt es bereits zwei solcher Verfahren, die mit einer ähnlich hohen Genauigkeit arbeiten. [Quelle: kar]

 Eine Tiefsee-Krabbe verändert ihre Augen.

Die Krabbe stellt sich so auf die verschiedenen Lebensbedingungen ein. Das haben britische Forscher der Universität von Sussex herausgefunden. Wie sie in der Zeitschrift "Nature" berichten, lebt die Krabbe als Larve im Plankton in den mittleren Tiefen des Ozeans. In dieser Zeit hat das Tier ein zusammengesetztes Auge, das in dem schwach-bläulichen Licht sehen kann. Wenn die Krabbe sich weiter entwickelt, sinkt sie in die Tiefe und stößt ihr Auge ab. Am dunklen Meeresboden entwickelt sie ein neues Sehorgan, das nur aus der Netzhaut besteht und keine Linse hat. Damit kann das Tier heiße Schlote auf dem Meeresgrund aufspüren, die geringe Lichtmengen ausstoßen. Die Krabben siedeln sich dort an und bilden Kolonien. [Quelle: kar]
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