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25.04.2003

 Licht ordnet Kristallstrukturen.

Das berichtet ein internationales Forscherteam des Max Planck Instituts für Biophysikalische Chemie in Göttingen. Die Wissenschaftler hatten einen organischen Kristall mit einem ultrakurzen Laserpuls beschossen. Anschließend maßen sie mit noch kürzeren Röntgenlaserblitzen den Aufbau des Kristalls nach. Dabei stellten sie fest, das der Kristall für den Bruchteil einer Sekunde von einem ungeordneten in einen geordneten inneren Zustand überging. Bei geordneten Strukturen sind die inneren Bausteine, zum Beispiel Moleküle, alle gleich ausgerichtet; ihr Zustand lässt sich dann messen und zur Speicherung von Daten benutzen -- zum Beispiel auf elektromagnetischen Tonbändern oder Disketten. Durch Licht ausgelöste Phasenübergänge waren zwar bereits bekannt, konnten bislang jedoch nicht beobachtet werden. Die Forscher hoffen jetzt, ihre Technik für neue Speichermedien verwenden zu können. [Quelle: gät]

 Hungrige Schafe haben oft Frühgeburten.

Das schreiben Forscher aus Kanada, Australien und Neuseeland in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science". Die Gruppe hatte Schafen 60 Tage vor der Empfängnis die tägliche Futterrationen so gekürzt, dass die Tiere 15 Prozent des Körpergewichtes verloren. Später durften die Schafe wieder normal fressen. Trotzdem gebaren sie ihre Lämmer zum Teil deutlich früher als die Tiere, die immer ausreichend zu fressen hatten. Außerdem zeigten Messungen von Hormonspiegeln, die für das Wachstum der Föten wichtig sind, einen deutlich anderen Verlauf. Bei mehr als der Hälfte der Frühgeburten beim Menschen kennen die Ärzte den Grund nicht. Das Forscherteam vermutet, das eine leichte Unterernährung, zum Beispiel durch eine Diät, rund zwei Drittel dieser Fälle erklären könnte. [Quelle: gät]

 Kanadische Wissenschaftler können den SARS-Erreger nicht in allen Patienten nachweisen.

Sie konnten bis jetzt das neue Coronavirus nur in 40 Prozent aller mutmaßlichen SARS-Patienten finden. Allerdings gelang es ihnen, das Virus in einigen Gesunden aus der Kontrollgruppe nachzuweisen. In einer weiteren Gruppe von 250 Patienten fanden sie bei 20 Prozent der Proben einen Antikörper gegen das Koronavirus. Angesichts dieser Ergebnisse zeigte sich der Leiter der Kanadischen Forschergruppe Frank Plummer „überrascht“ und meldete Zweifel an, ob das neue Coronavirus wirklich die Ursache für SARS ist. Die Weltgesundheitsorganisation weist dagegen darauf hin, dass die Daten aus allen übrigen Labors eindeutig auf das Corona-Virus als Krankheitsverursacher hinwiesen. Die WHO nehme die kanadischen Daten, insbesondere den Hinweis auf die vorhandenen Antikörper, allerdings ernst und werde ihnen nachgehen. Erst vor wenigen Tagen hat die WHO offiziell das neue Coronavirus als Erreger von SARS anerkannt. Der deutsche Virologe Dr. Stephan Becker von der Universität Marburg vermutet, dass sich mit einem anderen Testverfahren auch bei den Kanadischen SARS-Patienten bestätigen wird, dass das neue Coronavirus die Ursache von SARS ist. [Quelle: krb]

 Die Wiege der Menschheit stand nicht nur in Ostafrika.

Davon sind Forscher aus Johannisburg überzeugt. Die Geologen bestimmten das Alter eines //Australopithecus africanus// neu, der vor sechs Jahren in Südafrika gefunden wurde. Die Forscher maßen dafür die radioaktiven Isotope Aluminium 26 und Beryllium 10 im Boden der Höhle, in der die fossilen Knochen des Urmenschen gefunden wurden. Diese Isotope entstehen an der Erdoberfläche durch kosmische Strahlung; sie haben eine Halbwertszeit von einer beziehungsweise zwei Millionen Jahren. Wird der Sand jedoch von der Oberfläche abgeschnitten, entstehen keine neuen Isotope mehr. Die Forscher mussten daher nur messen, wie viel von den Isotopen noch im Boden der Höhle vorhanden waren. Dabei stellten sie fest, dass der Menschenvorfahr vor 3,5 bis 4,5 Millionen Jahren gelebt haben dürfte. Für Anthropologen ist dieses Alter eine Überraschung. Sie waren bislang davon ausgegangen, dass in Südafrika zu dieser Zeit noch keine Urmenschen lebten. [Quelle: gät]

 Die neue ISS-Crew macht sich auf den Weg.

Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS soll am Wochenende abgelöst werden. Die neue Crew wird morgen mit einem Sojus-Raumschiff gegen sechs Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit vom Weltraumbahnhof Baikonur aus starten und nur noch aus zwei Mann bestehen. Die US-Weltraumagentur NASA teilte unterdessen mit, ihre Raumfrachter Flotte bleibe bis mindestens Anfang kommenden Jahres am Boden. Ob sie bereits im Januar 2004 wieder starten können, hänge von den Empfehlungen der Untersuchungskommission ab. Der Leiter der Unterersuchungskommission teilte unterdessen mit, dass über die Ursache des Columbia-Absturzes kaum noch Zweifel bestehen. Ein Stück Schaumstoff hat demnach sich beim Start von der Tankisolierung gelöst und die Tragfläche des Raumgleiters beschädigt. Beim Widereintritt in die Lufthülle sei die Columbia daher auseinandergebrochen. Der Abschlussbericht wird Mitte Sommer erwartet. [Quelle: gät]
24.04.2003

 Viren helfen gegen Bakterien.

Für den Menschen gefährliche E Coli-Bakterien lassen sich unter Umständen mit Hilfe eines Virus unschädlich machen. Das berichtet das britische Wissenschaftsjournal „New Scientist“. Forscher des Evergreen State Colleges im US-Staat Washington hatten das Virus entdeckt, als sie an Schafherden ein neues Antibiotikum gegen das E-Coli Bakterium O 157:H7 testen wollten. Das Bakterium ruft, in Nahrung wie etwa Lammfleisch gegessen, Krankheiten hervor. Als die Forscher jedoch gesunde Schafe mit dem Bakterium impften, um es anschließend zu bekämpfen, stellten sie fest, dass der Krankheitserreger bereits von selbst verschwunden war. Auf der Suche nach dem Grund fanden die Wissenschaftler ein bislang unbekanntes Virus, CEV 1, das 16 von 18 krankheitserregenden E-Coli Bakterien angreift. Weil das Virus selektiver ist als ein Antibiotikum, die Darmflora der Wirtstiere nicht angreift, die E Coli Bakterien aber nicht resistent werden können, setzen die Forscher jetzt auf CEV1, um Schafherden zu impfen. [Quelle: gät]

 Die Etrusker stammen aus Mesopotamien.

Davon ist der italienische Philologe Giovanni Semerano überzeugt. Wie der Forscher in einer neuen Studie schreibt, ist die Sprache der Etrusker nicht, wie bisher angenommen, indogermanischen Ursprungs. Sie stammt vielmehr aus dem Vorderen Orient. Der Philologe verglich die Wortstämmen in semitischen Dialekten des vorderen Orients mit etruskischen Worten und konnte dabei Übereinstimmungen nachweisen. So kann das etruskische Wort “Cortun” beispielsweise, gemeint ist die noch heute existierende umbrische Stadt Cortona, auf das semitische Wort “ort” zurückgeführt werden, was Stadt bedeutet. Das sizilianische Solunte nannten die Etrusker “kpr”, was in der arabischen Sprache “Dorf” bedeutet. Die Verwandtschaft der Etrusker mit anderen indoeuropäischen Völkern sollten die Forscher überdenken, fordert Semerano. Der Forscher vermutet aufgrund dieser Ergebnisse, dass die Wurzeln der Etrusker in Mesopotamien, dem heutigen Irak, liegen. [Quelle: mig]

 Die Vitamin B Familie hat Zuwachs bekommen.

Forscher des japanischen Riiken-Instituts haben nachgewiesen, das ein bestimmtes Co-Enzym bei Säugetieren als Vitamin funktioniert. Wie die Wissenschaftler in dem Fachblatt „Nature“ schreiben, spielt die Substanz mit der Bezeichnung PQQ eine wichtige Rolle beim Abbau der Aminosäure Lysin. Mäuse, denen das Coenzym im Tierversuch fehlte, wuchsen langsamer, hatten ein geschwächtes Immunsystem und pflanzten sich schlechter fort. Nach Ansicht der Forscher gehört die Substanz PQQ zur Vitamin B Familie. PQQ wurde 1979 in Bakterien entdeckt. Es ist vor allem in Petersilie, grünem Tee und Pfeffer, Kiwis sowie Papayas enthalten. [Quelle: gät]

 Wismut zerfällt langsam.

Das bislang schwerste stabile Element, Wismut-209, ist offenbar doch instabil. Das schreiben Forscher aus Frankreich in der heute erscheinenden Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Nature“. Die französischen Physiker kamen dem Zerfall des Metalls per Zufall auf die Spur: Sie wollten einen neuen Detektor, ein so genanntes Bolometer, für die Suche nach dunkler Materie entwickeln. Diese Geräte stellen die Anwesenheit von Teilchen auf indirekte Weise fest. Als die Forscher eine stark abgekühlte Wismutverbindung als Detektormaterial nutzten, maßen sie auf einmal Alphateilchen, wo keine sein sollten. Nach mehreren Überprüfungen schlossen sie, dass diese Teilchen vom Wismut selbst stammen und beim Zerfall freigesetzt werden. Dass Wismut zerfällt, war von Kernphysikern bereits von 50 Jahren vorhergesagt worden. Allerdings zerfällt es so langsam, dass der Prozess bislang nicht nachzuweisen war: Wismut hat eine Halbwertzeit von zwei Milliarden Milliarden Jahren -- und kann damit erheblich älter werden, als das Universum heute ist. [Quelle: gät]

 Hundestreicheln kann gefährlich sein.

Weil dabei Eier des Spulwurms, die sich im Fell von Hunden befinden, auf den Menschen überwechseln. Das berichtet das britische Wissenschaftsjournal „New Scientist“. Bislang hatten Ärzte vermutet, dass die Wurm-Eier nur in Fäkalien zu finden seien. Tierärzte aus Sommerset in England wiesen jetzt jedoch nach, dass die Eier auch im Hundefell vorkommen, sogar an der Kehle des Tieres. Die Eier des Spulwurms sind nur einen Millimeter groß. Gelangen sie in den Blutkreislauf des Menschen, werden sie zu Leber, Lunge oder Auge transportiert und nisten sich dort ein. Im schlimmsten Fall können die Würmer dabei zur Erblindung führen. Auch wenn die Ansteckungsgefahr relativ gering ist, weil nur wenige Hunde Würmer haben, raten die Tierärzte trotzdem, die Hunde regelmäßig zu entwurmen und sich stets nach dem Hundestreicheln die Hände zu waschen. [Quelle: gät]
23.04.2003

 Hirnforscher wollen das Rätsel des Veitstanzes lüften.

Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Tübingen untersuchen erstmals an genetisch veränderten Ratten die Erbkrankheit Chorea Huntington. Im Vergleich zu den bisher untersuchten transgenen Mäusen leben Ratten länger und zeigen einen dem Menschen viel ähnlicheren Krankheitsverlauf. Das Rattenmodell bietet so erstmals die Möglichkeit, die Erbkrankheit am lebenden Organismus zu erforschen. Darüber berichtet die Zeitschrift „Human Molecular Genetics“. Chorea Huntington, auch als Veitstanz bekannt, tritt meistens im dritten und vierten Lebensjahrzehnt auf und führt innerhalb von 15 bis 20 Jahren durch Degeneration des Gehirns zum Tod. [Quelle: dk]

 San Francisco steht vor einem großen Erdbeben.

In den nächsten 30 Jahren müssen die Einwohner der kalifornischen Stadt mit einem starken Erdbeben rechnen. Diese ungefähre Warnung erteilten Forscher vom U.S. Geological Survey, die eine neue, umfangreiche Studie vorlegten. Wie die Zeitung San Francisco Chronicle berichtet, ist vor dem Jahr 2032 mit einer Wahrscheinlichkeit von 62 Prozent ein starkes Beben mit mehr als 6,7 Punkten auf der Richterskala zu erwarten. [Quelle: dk]

 Columbia-Ermittler stehen vor der Lösung.

Eine Dichtung an der linken Tragfläche wurde demnach während des Starts von einem Stück Isolierschaum getroffen und hat sich am nächsten Tag gelöst. Der Spalt war so groß, dass während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre heißes Gas in die Raumfähre eindringen konnte, was die Columbia schließlich im Flug zerriss. Die Indizien deuteten auf diesen Verlauf, so der Untersuchungsausschuss, der zur Mitte des Sommers seinen Bericht vorlegen wird. [Quelle: dk]

 Das SARS-Virus ist ein Verwandlungskünstler.

Das für die Lungenkrankheit SARS verantwortliche Virus verändert sich einem chinesischen Wissenschaftler zufolge schnell. SARS-Viren aus der südchinesischen Provinz Guangzhou, in den USA und Kanada seien einander ähnlich. Sie unterschieden sich jedoch deutlich von den in Peking aufgetretenen Viren, berichtet die Tageszeitung Washington Post. Unklar ist noch, ob das Virus sich im Laufe der Zeit abschwäche oder noch ansteckender wird. [Quelle: dk]

 Lärm im Säuglingsalter könnte das Sprechen beeinträchtigen.

Das lassen Versuche an Ratten vermuten, wie amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin "Science" berichten. Die Forscher von der Universität San Francisco studierten den Einfluss von weißem Rauschen auf die Gehirnentwicklung von Rattenbabys. Dabei entdeckten sie, dass eine dauerhafte Beschallung der Jungtiere zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens deutlich die Entwicklung der so genannten auditiven Cortex verlangsamt. In diesem Zeitraum wird die Gehirnregion, die für das Erfassen von Tönen und Geräuschen verantwortlich ist, umorganisiert. Umgebungsgeräusche könnten auch beim Menschen die Entwicklung der Hörfähigkeit und des damit verknüpften Sprachverhaltens deutlich verzögern, mutmaßen die Forscher. [Quelle: dk]

 Fruchtfliegen sind Meisterpiloten.

Fruchtfliegen sind wahre Flugkünstler. Für eine 90-Grad-Kehre brauchen sie nur fünf Millisekunden. Für diese schnellen Richtungswechsel benötigen die Fliegen nur einen minimalen Flügeleinsatz. Trotz ihrer winzigen Masse nutzen sie deren Trägheit geschickt aus. Das haben Wissenschaftler aus Zürich und Pasadena mithilfe von Zeitlupenkameras und Computersimulationen herausgefunden. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im Fachmagazin "Science" Die Fliegen wandeln dabei die Trägheit ihrer Vorwärtsbewegung in eine Drehung um, wobei sich ihr Körper wie eine Tür in ihrer Angel dreht. [Quelle: dk]

 Ambulante Sterilisation für Frauen entwickelt.

Frauen, die sich dauerhaft sterilisieren lassen wollen, haben es zukünftig etwas einfacher. Ärzte aus Baltimore haben erfolgreich eine Methode erprobt, die mit einer lokalen Betäubung auskommt und keinen Schnitt in den Bauch benötigt. Statt die Eileiter zu durchtrennen, führen die Ärzte der Universität Maryland eine weiche Spirale in die Eileiter ein. Die betroffene Stelle vernarbt anschließend, so dass nach drei bis sechs Monaten kein Ei mehr in die Gebärmutter gelange, erklärten die Ärzte. in einer Pressemitteilung der Universität. Bisher wurden über 600 Frauen nach der neuen Methode sterilisiert. Keine der Betroffenen ist bisher schwanger geworden. [Quelle: dk]

 Stammzellen in Milchzähnen entdeckt.

Auch Milchzähne enthalten Stammzellen, aus denen eine ganze Reihe von Zelltypen produziert werden kann. Das berichten amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". Die Forscher vom amerikanischen Nationalen Gesundheitsinstitut (NIH) in Bethesda isolierten Zellgewebe aus dem Zahnmark von Milchzähnen, die sieben- bis achtjährigen Kindern gezogen worden waren. Im Reagenzglas konnten die Forscher diese Zellen mithilfe von Wachstumsfaktoren zu Nervenzellen, Fettzellen und den Vorläufern von zahnbildenden Zellen heranwachsen lassen. In Mäuse eingesetzt bildeten die Stammzellen dann Knochen und Dentin, einen Grundbaustein der Zähne. [Quelle: dk]

 Bakterien werden zu Denkmalschützern.

Mineralogen der Universität von Granada haben jetzt entdeckt, dass das Bakterium //Myxococcus xanthus// Gebäude aus Sandstein oder Marmor mit neuen Carbonatkristallen überziehen kann und so vor dem Zerfall schützt. Das berichtet das Fachmagazin „Science“ online. Die von den Mikroorganismen erzeugten Carbonate seien sogar widerstandfähiger als das Originalmaterial. Gebäude und Kunstwerke aus Kalkstein oder Marmor sind besonders anfällig für Schäden durch Luftverschmutzung. Das poröse Gestein bietet den Luftschadstoffen eine große Oberfläche. Die von den Bakterien erzeugten Carbonatkristalle haften fest an der Gesteinsoberfläche, ohne die Poren zu verstopfen. Die Forscher haben herausgefunden, dass sie die Struktur der Carbonate durch die Phosphatkonzentration der Kulturflüssigkeit für die Bakterien steuern können. Sie sollen nun helfen, den Alhambra-Palast in Granada zu konservieren. [Quelle: dk]
22.04.2003

 Leonardo da Vinci ist der eigentliche Erfinder des Tintenfüllers.

Bei der Vorbereitung zu einer Ausstellung in Rimini über die Wissenschaft im 16. Jahrhundert stießen Ausstellungskuratoren in da Vincis "Codice Atlantico" auf die Darstellung eines ungewöhnlichen Stifts. Die Zeichnung zeigt einen Federkiel, der innen ausgehöhlt ist. In das Innere kann die Tinte gefüllt werden, die über ein Kugelsystem die Federspitze mit der Flüssigkeit versorgt. Einziger Nachteil der Erfindung da Vincis: sie existiert - wie viele andere seiner Erfindungen nur auf dem Papier. Sonst hätte schon im 16. Jahrhundert Schluss sein können, mit dem lästigen steten Eintunken des Schreib-Kiels in das Tintenfass. [Quelle: mig]

 Das afrikanische Volk der San wird an den Gewinnen des Pfizer-Konzern beteiligt.

Der US-Pharmakonzern Pfizer wird das Volk der San im südlichen Afrika an den Einnahmen aus einem Diätmittel beteiligen, das auf dem Hoodia-Kaktus aus der Kalahari-Wüste basiert. Eine entsprechende Vereinbarung sei bereits vor Ostern in Südafrika unterzeichnet worden, teilte das Kinderhilfswerk "terre des hommes" jetzt mit. Pfizer wird den Appetitzügler P57 voraussichtlich 2008 auf den Markt bringt. Die San sollen mit sechs Prozent an den Gewinnen aus dem Patent beteiligt werden. Die San kauen den gurkengroßen bitteren Hoodia-Kaktus, um auf ihren oft tagelangen Jagdzügen Hungergefühle zu unterbinden. [Quelle: mawi]

 Thailändische Forscher legen den Grundstein für die Entwicklung neuer Malaria-Medikamente.

Forscher des Thailändischen Gentechnik-Forschungszentrums haben ein Schlüsselenzym des Malaria-Erregers //plasmodium falciparum// genauer untersucht. Mit Hilfe der Röntgen-Kristallographie bestimmten die räumliche Struktur des Enzyms mit Namen DHFR-TS - bei Wild-Typ-Parasiten und solchen Parasiten, die unempfindlich sind gegen gängige Malaria-Medikamente. Die Strukturunterschiede können helfen, neue wirksame Medikamente gegen den Malaria-Parasiten zu entwickeln, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Structural Biology". An Malaria sterben weltweit jedes Jahr mehr als zwei Millionen Menschen - zumeist Kinder. [Quelle: mawi]

 US-Forscher können jetzt erklären, warum Tee-Trinken gesund ist.

Grüne und schwarze Teesorten stärken das Immunsystem. Das berichten Mediziner aus Boston in der Fachzeitschrift "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaftern. Tee enthält Alkylamine, eine Gruppe von Chemikalien, die auch in einigen Bakterien, Parasiten und Pilzen vorhanden ist. Die Stoffe regten die Bildung von speziellen weißen Blutzellen an, die im Körper auf der Suche nach Krankheitserregern patrouillieren - so genannten Killer-T-Zellen. In einem Versuch zeigte sich, dass Teetrinker, die täglich einen halben Liter Tee konsumierten besser vor Infektionen geschützt waren als Kaffeetrinker. Grüner Tee, aber auch Schwarztees wie Oolong- oder Pekoe-Tee enthalten Alkylamine oder die Vorläufersubstanz L-Theanin - Kaffee dagegen nicht. [Quelle: mawi]

 Ein Leibnizpreisträger steht unter Fälschungsverdacht.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) prüft den Vorwurf der Datenmanipulation in Arbeiten des Stuttgarter Leibnizpreisträgers Hans Breer. Breer war vorgeworfen worden, bei Experimenten seien unpassende Ergebnisse gestrichen und durch passende ersetzt worden. Breer forscht an der Universität Hohenheim über den Geruchssinn von Mensch und Tier. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Bonn teilte heute mit, ein förmliches Anhörungsverfahren sei eingeleitet worden. Dieses sieht eine schriftliche sowie eine mündliche Anhörung der an den fraglichen Publikationen beteiligten Wissenschaftler vor. Nach Abschluss des Anhörungsverfahren - voraussichtlich in zwei bis drei Wochen - werde die DFG entscheiden, ob sich der "Ausschuss zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens" der DFG mit den Vorwürfen gegen den Leibnizpreisträger Breer befasst. Der Leibnizpreis ist die höchste deutsche Auszeichnung für Forscher. Der Stuttgarter Wissenschaftler Hans Breer hat sich derweil gegen Manipulationsvorwürfe gewehrt. Möglicherweise habe es Fehler bei der bei der Behandlung von Primärdaten gegeben, es liege aber keine bewusste Manipulation zu Grunde. [Quelle: mawi]
17.04.2003

 Hirnstammzellen können Lähmungen heilen.

Zumindest bei Mäusen. Das schreiben Forscher des San Raffaele Krankenhauses in Mailand in der heute erscheinenden Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Nature“. Die Forscher hatten Hirnstammzellen von Mäusen isoliert und gezüchtet. Anschließend injizierten sie diese Vorläuferzellen in die Blutbahn oder ins Rückenmark von Mäusen, die an einer Art Multipler Sklerose litten. Bei dieser Krankheit greift das Immunsystem die Ganglien der Nerven an, was zu Lähmungen führen kann. Dabei zeigte sich, dass die Stammzellen zu Entzündungsherden im Nervengewebe wanderten und diese offenbar reduzierten. Außerdem bildeten sie neue Nervenzellen. Als Resultat verschwanden bei 33 von 70 Mäusen die Lähmungen der Hinterbeine völlig; auch der Zustand der übrigen Tiere verbesserte sich. Die Forscher hoffen jetzt, eine Therapie auf für den Menschen entwickeln zu können. [Quelle: gät]

 Gen der kindlichen Vergreisung entdeckt.

Forscher aus Frankreich und den USA haben das Gen entdeckt, das die sogenannte „kindliche Vergreisung“ auslöst. Bei dieser Krankheit leiden Kinder an vielen Krankheiten und sterben früh. Wie die beiden Teams in den Fachblättern „Nature“ und „Science“ schreiben, wird das sogenannte Hutchinson-Gilford-Syndrom durch eine Mutation des Gens mit der Bezeichnung LM-NA ausgelöst. Dieses Gen befindet sich auf dem ersten Chromosom und enthält den Schlüssel für das Protein Lamina A, das am Aufbau menschlicher Zellen mitwirkt. Bei einem Mangel dieses Proteins können die Zellstrukturen zusammenbrechen. Die kindliche Vergreisung betrifft sowohl Mädchen wie Jungen; sie kommt bei einer von vier bis acht Millionen Geburten vor. Eine Vererbung des Syndroms halten die Forscher für unwahrscheinlich. Sie vermuten, dass das die Krankheit spontan bei der Bildung von Eizellen oder Spermien entsteht. [Quelle: gät]

 Die Spritze für den Hund ...

... soll das Tier mindestens sechs Monate lang unfruchtbar machen. Das schreibt das britische Fachjournal „New Scientist“ in seiner jüngsten Ausgabe. Das empfängnisverhütende Serum basiert auf Antikörpern gegen das sogenannte LHR-Hormon. Das wirkt maßgeblich an der Produktion von männlichen und weiblichen Geschlechtshormonen wie Testosteron oder Progesteron mit. Die Antikörper in dem Serum neutralisieren das LHR Hormon, zitiert das Fachjournal die Wissenschaftler des Zentrums für Serologie in Brisbane und der Universität Melbourne. Es sei das erste Verhütungsmittel, dessen Wirkung an diesem Hormon ansetze. Die Forscher hoffen, dass Operationen künftig überflüssig werden könnten. Dafür allerdings wollen sie die Wirkung des Serums verlängern, so dass Hundebesitzer nur einmal im Jahr zum Tierarzt müssen. [Quelle: gät]

 Licht regt die Testosteron-Produktion an.

Berichten Forscher des Klinikums der Universität von Kalifornien in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Neuroscience Letters". Die Wissenschaftler hatten Testpersonen gebeten, sich fünf Tage lang in den frühen Morgenstunden eine Stunde lang in sehr hellem Licht aufzuhalten. Anschließend maßen die Forscher den Spiegel des sogenannten LH-Hormons. Das wird in der Hirnanhangdrüse hergestellt und spielt bei der Produktion von Testosteron eine wichtige Rolle. Nach fünf Tagen baten die Wissenschaftler die Testpersonen, sich morgens im Licht einer deutlich schwächeren Lampe aufzuhalten, und maßen den LH-Spiegel erneut. Dabei stellten sie fest, dass die Konzentration des Hormons im Blut um 69,5 Prozent höher lag, nachdem die Testpersonen aus dem hellen Licht kamen. Die Wissenschaftler vermuten, dass kurzes Sonnenbad in der Morgensonne dieselben Effekte haben könnte wie die regelmäßige Einnahme von Hormonen. [Quelle: gät]

 Gammastrahlenblitze entstehen durch Supernovae.

Explodierende Sterne könnten die Entladungen energiereicher Elektromagnetischer Strahlung, die sogenannten Gamma Ray Bursts, auslösen. Das berichtet der britische Sender BBC unter Berufung auf Forscher des Mount Hopkins Teleskops in Arizona. Die Astronomen hatten ihr Teleskop nur wenige Stunden nach der Messung eines sehr starken Ausbruchs auf die entsprechende Himmelsregion gerichtet. Dabei stellten sie fest, dass das Nachglimmen dieses Ausbruchs dem von Licht nach einer Supernovae-Explosion entspricht. Die gamma ray bursts wurden in den 60er Jahren von Spionagesatelliten entdeckt. Wodurch sie entstehen, war Forschern bislang unklar. [Quelle: gät]
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