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30.03.2004

Medizin Niederländische Forscher dürfen embryonale Stammzellen herstellen.

Wissenschaftler am Universitätskrankenhaus Groningen dürfen als erste in den Niederlanden menschliche embryonalen Stammzellen herstellen. Dafür sollten so genannte überzählige Embryonen verwendet werden dürfen, heißt es in Medienberichten. Die nationale Ethikkommission habe für die Gewinnung von Stammzelllinien aus den Embryonen Grünes Licht gegeben.

Quelle: mawi

Chemie Bei Problem-Flecken hilft die Wasser-Mokassin-Schlange weiter.

Kalifornische Biochemiker haben die Waschkraft des Giftes der Wassermokassin-Schlange an blutbefleckten weißen Jeans getestet. Das Gift enthält ein Enzym, das die Blutgerinnung hemmt. Ganz verschwunden seien die Problemflecken nicht, aber deutlich stärker gebleicht als Kontrollflecken, berichten die Forscher auf dem Jahrestreffen der US-amerikanischen Chemischen Gesellschaft. Weitere Tests sollen zeigen, ob das Enzym in kaltem oder in warmem Wasser besser wirkt. Ein weiteres Problem bleibt: Wasser-Mokassin-Schlangen-Gift ist bislang nur schwer zu beschaffen.

Quelle: mawi

Medizin Der Verdacht erhärtet sich, dass Affenviren Krebs auslösen.

Aus Laborversuchen ist bereits bekannt, dass ein Affenvirus mit Namen SV 40 gesunde Zellen in Krebszellen verwandeln kann. Jetzt haben US-amerikanische Mediziner 55 Menschen mit Lymphdrüsen-Krebs, einem Non-Hodgkin-Lymphom, untersucht und bei mehr als jedem zweiten das SV 40 Virus nachgewiesen. Damit sei aber nicht endgültig bewiesen, dass SV 40 die Entstehung von Non-Hodgkin-Lymphomen verursacht, betonen die Forscher der Universität Texas. Die Ansteckung mit dem Affenvirus SV 40, so die Forscher, kann durch den Kontakt mit infizierten Tieren erfolgen - oder aber durch verseuchte Impfstoffe: In den 60ger Jahren wurden Millionen Menschen bei der Polio-Schluckimpfung versehentlich mit SV40 angesteckt, da der Impfstoff Viren enthielt.

Quelle: mawi

Forschungspolitik Das Berliner Museum für Naturkunde scheint gerettet.

Das Museum für Naturkunde der Berliner Humboldt-Universität wird das 85. Leibniz-Institut in Deutschland. Dies hat die Bund-Länder-Kommission für Forschungsförderung beschlossen. Ab 1. Januar 2006 wird das Naturkundemuseum mit rund 6,5 Mio. Euro jährlich gefördert. Die Mittel werden je zur Hälfte vom Bund und den Ländern aufgebracht. Das Museum für Naturkunde ist nach eigenen Angaben das größte naturhistorische Forschungsmuseum in Deutschland. Im Archiv des Museums befinden sich zahlreiche Stücke, die Alexander von Humboldt von seinen Forschungsreisen mitbrachte. Die Forschungsinstitute des Bonner Museums Alexander König sowie des Frankfurter Senckenbergmuseums gehören bereits der Leibniz-Gemeinschaft an.

Quelle: mawi

Biologie Fledermäuse sind raffinierte Statistiker.

Die Echo-Navigation von Fledermäusen ist schon lange bekannt. Rätselhaft war jedoch bisher, wie sich Fledermäuse die unzähligen Echos auswerten, die von verzweigten Objekten wie Bäumen reflektiert werden. Forscher der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität haben mit Hilfe von Phantom-Echobildern jetzt festgestellt, dass Fledermäuse wie die Kleinen Lanzennasen nicht aus den Einzelechos ein Bild zusammensetzen, sondern das Gesamtbild der Echos statistisch bewerten. Auf diese Weise könnten die Tiere zwischen Laub- und Nadelbäume unterscheiden. Sie könnten sich so auch zwischen Hindernissen bewegen, ohne deren genaue Form kennen zu müssen, berichten die Forscher in der heutigen Ausgabe der "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Quelle: mawi

Astronomie Vielleicht gibt es doch einfaches Leben auf dem Mars.

In der Atmosphäre des Planeten Mars ist Methan-Gas nachgewiesen worden. Das Gas sei zunächst von Teleskopen auf der Erde entdeckt worden. Instrumente an Bord des "Mars Express" hätten den Fund bestätigt, teilte die internationale "Mars Society" mit. Für das Methanvorkommen gebe es zwei mögliche Erklärungen: Tief im Boden des Planeten könnten Bakterien leben, die als Abfallprodukt Methan freisetzen. Oder es gibt Vulkanismus auf dem Mars. Aktive Vulkane seien bislang jedoch nicht gefunden worden. Das Methan könnte als erstes Indiz für mögliches primitives Leben auf dem Mars gewertet werden. Experten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) mahnen zu Zurückhaltung: Es sei noch zu früh, zu sagen, was die Quelle des Methans sei.

Quelle: mawi

29.03.2004

Medizin Honig ist ein Zückerchen für die Gesundheit.

Die so genannten Antioxidantien, die der süße Sirup enthält, kann der Körper sehr gut aufnehmen - sie gehen sofort ins Blut. Das haben Biochemiker aus den USA und Südkorea herausgefunden. Die haben ihre Studie auf dem Nationalen Treffen der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft in Anaheim präsentiert. Demnach verabreichten die Wissenschaftler ihren Testpersonen einen Monat lang täglich vier Esslöffel Buchweizenhonig. Zur Auswahl standen dabei zwei Sorten, die unterschiedlich hohe Anteile an so genannten Polyphenolen haben. Das sind bestimmte aromatische Verbindungen, die aggressive Substanzen bekämpfen wie zum Beispiel freie Radikale und damit vermutlich Herzkreislauferkrankungen und Krebs entgegenwirken.

Quelle: kar

Medizin Die US-Gesundheitsbehörde hat den ersten AIDS-Speicheltest zugelassen.

Der Test OraQuick diagnostiziert eine HIV-Infektion innerhalb von zwanzig Minuten. Dem Hersteller OraSure zufolge lässt sich die Infektion mit einer Genauigkeit von 99 Prozent nachweisen. Lautet das Ergebnis auf "HIV-positiv", muss sich die Testperson sicherheitshalber auch noch einem Bluttest unterziehen.

Quelle: kar

Physik Nanogras bietet neue Perspektiven.

Amerikanische Physiker der Bell-Laboratorien haben eine Oberfläche geschaffen, die mit winzigen Stelzen übersät ist. Die Blätter dieses so genannten Nanograses können unterschiedliche elektrische Ladungen haben. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Physics News Update" berichten, sind die Stelzen - je nach Ladung - entweder wasserabstoßend oder sie ziehen Wasser an. Damit lässt sich die Form eines Flüssigkeitstropfens auf dem Nanorasen gezielt manipulieren. Der Tropfen bleibt entweder auf der Oberfläche der Nanograsblätter oder er zerfließt. Solche Nanograsstrukturen können für die Kühlung von Mikrochips interessant sein.

Quelle: kar

Astronomie Die Erde hat einen stillen Begleiter.

Es ist ein kleiner Asteroid, der wie ein zweiter Mond um die Erde kreist - und das schon seit 1996, wie die britische Zeitschrift "New Scientist" berichtet. Wissenschaftler der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa vermuten, dass der Brocken durch einen Meteoriteneinschlag aus dem Mondgestein heraus gebrochen wurde. Er kreist auf einer ähnlichen Bahn wie die Erde um die Sonne, verhält sich aber im Moment wie der Mond und wird dies auch noch die kommenden zwei Jahre tun. Die Astronomen glauben, dass es eine ganze Reihe von Asteroiden gibt, die die Erde von Zeit zu Zeit begleiten.

Quelle: kar

Psychologie Ein Lächeln öffnet verschlossene Türen.

Amerikanische Physiker der Stony-Brook-Universität in New York haben ein Computerprogramm entwickelt, das den neutralen Gesichtsausdruck eines Menschen mit seinem Lächeln vergleicht. Wie die Wissenschaftler im Online-Dienst der Zeitschrift "Nature" berichten, lässt sich dank des Verfahrens ein Mensch zuverlässiger wieder erkennen. Wie die Zeitschrift Bild der Wissenschaft berichtet, lässt sich die bisher eingesetzte Software zur Gesichtserkennung leicht täuschen. Die Programme gleichen das Gesicht mit einem Bildarchiv ab und konzentrieren sich dabei vor allem auf die Abstände zwischen Augen, Mund und Nase. Bei dunklen Brillengläsern oder starkem Make-up hat das System aber Schwächen. Die neue Software beurteilt die Hautveränderungen um den Mund herum. Dabei ist es nach Auskunft der Physiker unerheblich, ob jemand sehr dezent oder sehr herzlich lächelt.

Quelle: kar

Umwelt Klimaforscher fordern einen verstärkten Klimaschutz.

Die Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben eine gemeinsame Stellungnahme abgegeben, die das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung am Wochenende veröffentlicht hat. Demnach trägt der Mensch die Hauptschuld an den Klimaschwankungen auf der Erde. Private Haushalte, Straßenverkehr und Industrie hätten durch den Ausstoß von Schadstoffen dafür gesorgt, dass die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre ein Drittel höher sei als in den vergangenen 400.000 Jahren, heißt es in der Erklärung. Die mittlere Temperatur der Erde sei in den vergangenen 100 Jahren um rund 0,6 Grad Celsius gestiegen und habe damit vermutlich ihren höchsten Wert seit mindestens tausend Jahren erreicht. Die Wissenschaftler warnen, dass ohne Gegenmaßnahmen die Konzentration des Kohlendioxids weiter zunimmt mit der Folge, dass Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Arten aussterben und die Erde häufiger von Wetterkatastrophen heimgesucht wird. Zurzeit schwelt innerhalb der Bundesregierung ein Streit um den Handel mit den Verschmutzungsrechten zwischen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Umweltminister Jürgen Trittin. Deshalb hat Bundeskanzler Gerhard Schröder Clement und Trittin heute Abend zu einer Gesprächsrunde ins Kanzleramt eingeladen.

Quelle: kar

26.03.2004

Medizin Eine Beschneidung reduziert das Risiko einer HIV-Infektion.

Das schreiben Mediziner der Johns Hopkins Universität in Baltimore in der aktuellen Ausgabe des Fachblattes „The Lancet“. Die Forscher hatten mehr als 2200 Männer in Indien über einen Zeitraum von sieben Jahren regelmäßig auf verschiedene Infektionen hin untersucht. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass unbeschnittene Männer ein sechs bis acht Mal höheres Risiko hatten, sich mit dem HI-Virus zu infizieren, als beschnittene. Vor anderen beim Geschlechtsverkehr übertragenen Infektionen schützte die Beschneidung dagegen offenbar nicht. Die Mediziner ziehen daraus den Schluss, das die HI-Viren besonders leicht über spezielle Zellen in der Vorhaut Männer infizieren.

Quelle: gät

Planetologie Steile Hänge erzeugen Eisspiralen auf dem Mars.

Das schreibt der US-Forscher Jon Pelletier in der kommenden Ausgabe des Fachblattes „Geology“. Der Wissenschaftler hatte untersucht, wieso sich im Eis der Mars-Polarkappen im Sommer spiralförmige Kanäle bilden. Um hinter den Grund für dieses Phänomen zu kommen, nutzte der Forscher ein Programm, mit dem sich das Wachstum von ebenfalls in Spiralen wachsenden Schleimpilzen berechnen lässt. Dabei habe sich ergeben, so Pelletier, das die Sonne das Eis nur an Abhängen zum schmelzen bringt, die ihr sehr steil zugeneigt sind. Dabei entsteht Wasserdampf, der sich auf der Schattenseite des Hanges wieder als Eis niederschlägt. Auf diese Weise bilden sich spiralförmige Kanäle im Eis, die sich immer weiter ausdehnen. Die Eis-Spiralen an den Polkappen hatten Wissenschaftler zum ersten Mal 1976 auf Aufnahme der Viking-Sonde entdeckt.

Quelle: gät

Biologie Malaria-Mücken könnten den Erreger selbst bekämpfen,

wenn bestimmte Gene des Erbguts der Stechmücke //Anopheles gambiae// aktiv sind. Das berichten Forscher des Europäischen Molekularbiologischen Labors EMBL in Heidelberg heute im Fachblatt „Science“. Die Biologen hatten im Genom der Mücke zwei Gene gefunden, mit deren Hilfe das Tier Proteine herstellen kann, die das Immunsystem in die Lage versetzen, den Malaria-Erreger Plasmodium zu bekämpfen. Bei Versuchen mit Mücken, bei denen diese Gene optimal abgelesen wurden, tötete das Immunsystem des Insekts 97 Prozent der Malaria-Erreger. Allerdings, so berichten die Forscher weiter, haben sie noch zwei weitere Gene gefunden, die den ersten so entgegen wirken, dass die Erreger trotzdem überleben können. Mit dieser Kenntnis hoffen die Forscher, eines Substanz entwickeln zu können, die die Wirkung der Plasmodium-bekämpfenden Proteine unterstützt.

Quelle: gät

Medizin Abtreibungen führen nicht zu einem höheren Brustkrebsrisiko.

Das berichtet ein britisches Forscherteam im Fachblatt „The Lancet“. Die Mediziner hatten 53 Studien aus 16 Ländern miteinander verglichen. Bei 44.000 Frauen war zum Teil lange vor einer Diagnose von Brustkrebs bekannt, ob diese Frauen eine Abtreibung hatten. Wie die Forscher schreiben, ergebe sich aus diesen Daten, dass eine Abtreibung das Brustkrebsrisiko nicht erhöht, ebenso wenig wie eine Fehlgeburt. Andere Studien, bei denen Frauen erst nach eine Brustkrebs-Diagnose gefragt wurden, ob sie abgetrieben hätten, führten demnach zu einer verfälschten Risiko-Bewertung. Während eine gesunde Frau unter Umständen eine Abtreibung verschweigt, gäben Frauen mit Brustkrebs oft eine ehrlichere Antwort -- was zu dem falschen Eindruck führt, Abtreibungen erhöhten das Brustkrebsrisiko, so die Forscher.

Quelle: gät

Archäologie Zunehmend perfekte Fälschungen bereiten Archäologen Probleme.

Vor allem, wenn es sich um Fundstücke aus dem Vorderen Orient handelt. Davon ist der Mainzer Forschers Wolfgang Zwickel überzeugt. Nach seinen Angaben hat sich eine regelrechte Fälscherindustrie entwickelt, die Forscher und Museen angeblich echte Funde anbietet. Diese Imitate seien inzwischen so raffiniert angefertigt, dass sie mit naturwissenschaftlichen Methoden nur schwer zu identifizieren seien. Einige Forschungsergebnisse seien bereits durch falsche Gegenstände, etwa Siegel aus Edelsteinen, verfälscht worden und müssten neu erarbeitet werden. Der Forscher forderte, künftig keine Fundstücke mehr für Forschungen zu verwenden, deren Herkunft nicht durch eine wissenschaftliche Ausgrabung belegt sei.

Quelle: gät

Physik Forscher aus Jülich weisen einzelne Sauerstoffatome in Kristallen nach,

und zwar mit Hilfe eines neuen Elektronenmikroskops. Das schreiben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachblattes „Science“. Die Forscher hatten ein Elektronenmikroskop entwickelt, mit dem es zum ersten Mal gelungen war, einzelne Sauerstoff-Atome abzubilden. Wie sie jetzt berichten, konnten sie erstmals den Gehalt von Sauerstoff an bestimmten Stellen von Perowskit-Kristallen messen. Diese Kristalle spielen bei der Konstruktion von Chips für Telefon- oder Geldkarten eine wichtige Rolle; ihre Qualität hängt von einer gleichmäßigen Verteilung der Sauerstoff-Atome im Kristallgitter ab. Mit Hilfe des neu entwickelten Verfahrens könnten Forscher oder Ingenieure jetzt Stellen in den Kristallen entdecken, an denen Sauerstoffatome gehäuft auftreten und Herstellungsverfahren so weit verbessern, dass diese Stellen künftig nicht mehr auftreten.

Quelle: gät

25.03.2004

Anatomie Das Gehirn des modernen Menschen wuchs möglicherweise auf Kosten des Kiefers.

Der heutige Mensch weist die Mutation eines Gens auf, das unter anderem für den Aufbau der Kaumuskulatur zuständig ist. Bei Schimpansen und andere Primaten ist dieses Gen intakt. Die Mutation beim Menschen - so schätzen amerikanische Forscher - ist ca. 2,4 Millionen Jahre alt. Ein Zeitpunkt, zu dem die ersten Menschen mit runderen Schädeln und schwächerem Gebiss auftauchten. Die Schlußfolgerung der Forscher in der Fachzeitschrift Nature: Ohne die starken Kiefermuskeln verändert sich die Größe und Gestalt des Kopfes, es ist mehr Platz für das Gehirn vorhanden. In den über zwei Millionen Jahren seit der Mutation habe sich die Größe des Gehirns fast verdreifacht.

Quelle: tj

Informationstechnologie Neuer Internet-Dialer tarnt sich als Sicherheitsnachricht.

Der Internet-Dialer tarnt sich als Warnung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik bzw. als Warnung von Antivirusprogramm-Herstellern. Computernutzer sollen animiert werden, ein angebliches Sicherheitstool zu laden. Dahinter verbirgt sich jedoch in Wirklichkeit ein teures Anwahlprogramm. Die neue Dialer-Masche nutzt eine Schwachstelle des "Windows Nachrichtendienstes". Er ist auf Windows-Rechnern standardmäßig eingeschaltet. Damit können Nachrichten von außen über das Internet auf den heimischen Computer geschickt werden. Das Bonner Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik - kurz BSI - rät den Windows-Nachrichendienst auszuschalten.

Quelle: tj

Technik Flugzeuge der Zukunft könnten mit Sojaöl fliegen.

So die Vision amerikanischer Biochemiker. Wie sie im "New Scientist" berichten, haben sie ein Verfahren entwickelt, mit dem sich eine umweltfreundliche Treibstoffmischung für Flugzeuge herstellen läßt - eine Mischung aus 60 Prozent normalem Kerosin und 40 Prozent Bio-Öl. Bislang waren entsprechende Versuche gescheitert, weil pflanzliche Öle um den Nullpunkt gefrieren, Flugzeug-Treibstoffe aber bis minus 40 Grad Celsius flüssig bleiben müssen. Den Forschern gelang es, mit Hilfe eines speziellen Verfahrens das Einfrieren zu verhindern. Wie es funktioniert, wollen sie demnächst auf der Tagung der Amerikanischen Chemikergesellschaft präsentieren. Derzeit laufen Tests mit einer Propeller-Maschine, um die Verminderung des Schadstoffausstoßes zu messen.

Quelle: tj

Physiologie Ein Bluttest könnte demnächst als Stress-Messer dienen.

Britische Wissenschaftler haben eine Methode entwickelt, mit der sie schnell und unkompliziert die Immunantwort im Blut messen können. Dabei wird einem Tropfen Blut eine Chemikalie zugesetzt, die eine Bakterieninfektion simuliert. Die darauf hin eintretende Abwehr-Reaktion der weißen Blutkörperchen läßt auf die Stressbelastung schließen: Je schwächer die Abwehrzellen im Blut reagieren, um so stärker ist der Stress des Betreffenden. Die Wissenschaftler von der Universität Oxford haben den Test zum Patent angemeldet. Ihrer Ansicht nach könnte er unter anderem im arbeitsmedizinischen Bereich eingesetzt werden, um die Stressbelastung am Arbeitsplatz zu beurteilen.

Quelle: tj

Umwelt Im 20. Jahrhundert haben sich die Weltmeere massiv verändert.

Zu diesem Ergebnis kommt eine heute in "Nature" veröffentlichte Studie der amerikanischen Ozean- und Atmosphärenbehörde. Danach ist der Wasserspiegel der Weltmeere im Mittel um 1,5 bis 2 Millimeter pro Jahr angestiegen. Die neue Studie stützt sich unter anderem auf Daten, die von Satelliten gewonnen wurden. Sie bestätigt den vorhergesagten Anstieg, der sich auf langjährigen Pegeldaten beruht und der zwischenzeitlich von anderen Studien angezweifelt worden war. Alleinverursacher sei allerdings nicht die wärmebedingte Ausdehnung der Meere durch den Klimawandel. Vielmehr sei zu mehr als der Hälfte das Schmelzwasser aus den Gebirgen dafür verantwortlich, daß der Meeresspiegel ansteigt.

Quelle: tj

Gentechnik Robert-Koch-Institut hat Freisetzungsversuch mit Gentech-Kartoffeln genehmigt.

Es handelt sich dabei um Kartoffeln der Sorte Désirée, in die ein Gen aus dem Hornklee //Lotus japanicus// eingeschleust wurde. Das zusätzliche Gen bewirkt, dass die Pflanzen ein Eiweiß bilden, das in normalen Kartoffeln nicht vorkommt. Dieses Eiweiß - das so genannte Leghämoglobin - ist für den Transport und die Speicherung von Sauerstoff zuständig. Unter Gewächshausbedingungen enthielten die so gentechnich veränderten Kartoffelpflanzen mehr Sauerstoff und Stärke. Im Freisetzungsversuch will das Max Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie nun überprüfen, ob dieser Effekt auch unter Feldbedingungen eintritt oder aber verloren geht.

Quelle: tj

24.03.2004

Medizin Erst wenn die Lunge von Föten betriebsbereit ist, löst sie die Geburt aus.

Und zwar über ein spezielles Eiweiß, dass erst dann gebildet wird, wenn die Lunge des Ungeborenen schon sehr weit entwickelt ist. Diesen besonderen Kontrollmechanismus stellten US-Forscher bei Untersuchungen an Mäusen fest. Wie die Mediziner in den "Proceedings" der amerikanischen Akademie der Wissenschaften berichten, gelangt dieses Eiweiß mit dem Namen SP-A in das Fruchtwasser und lagert sich dort an Makrophagen, also an bestimmte Zellen des Immunsystems an. Diese Makrophagen heften sich daraufhin an die Wand der Gebärmutter und lösen dort eine Entzündungsreaktion aus. Dieser Prozess bewirkt, dass sich die Uteruswand zusammenzieht und die Wehen einsetzen. Da das Eiweiß SP-A auch beim Menschen vorkommt, vermuten die Wissenschaftler, dass das Protein auch bei menschlichen Föten die Geburt einleitet.

Quelle: cw

Planetologie Auf dem Mars könnte es einst einen Salzsee gegeben haben.

Darauf deuten Bilder und die Ergebnisse von Messungen hin, die der Roboter Opportunity zur Erde geschickt hat. Wie Experten der NASA gestern Nacht auf einer Pressekonferenz mitteilten, entdeckte der Rover ein wellenartiges Muster und eine hohe Salzkonzentration im Gestein des Roten Planeten. Dies werteten Experten der NASA als Beweise dafür, dass die Gesteine von salzreichem Oberflächenwasser geformt wurden. Wie groß und wie tief dieser See einst war und wann er sich gebildet habe, sei aber noch unklar, teilte die US-Weltraumagentur mit.

Quelle: cw

Biologie Forscher entdecken einen neuen Tiefseeräuber.

//Eustomias jimcraddocki// haben amerikanische Wissenschaftler diese neue Fischart genannt, die sie vor der Küste Neuenglands entdeckt haben. Die Tiere leben in 200 bis 1000 Metern Tiefe und gehören zu den so genannten Drachenfischen, die mit ihrem riesigen Maul Beutetiere verschlingen können, die genauso groß sind wie sie selbst. Forscher werten diese Fähigkeit als Anpassung an den Nahrungsmangel in der Tiefsee.

Quelle: cw

Biologie Die Körpergröße ist beim Sex nicht entscheidend.

Zumindest nicht für Zitterspinnen. Bei der Suche nach einer Partnerin kommen kleine Männchen genauso oft zum Zuge wie ihre großen Geschlechtsgenossen, berichten Bonner Forscher. Zudem seien Zwergen-Männchen genauso erfolgreich: Im Schnitt befruchteten sie genauso viele Eier wie ihre großen Rivalen. Mit ihrer Beobachtung widerlegen die Zoologen die gängige Annahme, dass Spinnenweibchen große Männchen bevorzugen, um größere Nachkommen zu haben. Umgekehrt aber seien große Weibchen für Zitterspinnenmännchen nachweislich deutlich attraktiver als kleine Weibchen.

Quelle: cw

HIV Die Zahl der AIDS-Infektionen steigt.

Im vergangenen Jahr haben sich wieder mehr Menschen mit der tödlichen Immunschwächekrankheit angesteckt. Das geht aus dem aktuellen HIV-Bericht des Robert-Koch Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Dies sei die höchste Zahl von Neuinfektionen seit zehn Jahren, warnte ein HIV-Experte des Instituts. Vor allem bei homosexuellen Männern mache sich teilweise eine gefährliche Sorglosigkeit breit. Mit verantwortlich für diesen Anstieg sei die Werbung für Aids-Medikamente in Magazinen für Schwule. Diese sei zu positiv, hieß es. Aber auch in anderen Gruppen stellten die Forscher bei ihren Befragungen einen Trend zur Sorglosigkeit fest: Bei Singles unter 45 sinke vor allem in riskanten Situationen die Bereitschaft, ein Kondom zu benutzen. Dagegen zeige die umfangreiche Aufklärung bei den 16- bis 20-Jährigen Wirkung: Fast 70 Prozent dieser Altersgruppe schützten sich beim Geschlechtsverkehr.

Quelle: cw

Chemie Ein neues Verfahren könnte das Gefieder von Seevögeln schneller vom Öl befreien.

Statt verschmierte Federn stundenlang mit Seifenlauge zu behandeln, könnten sie in Zukunft möglicherweise einfacher mit Magneten gereinigt werden. Dazu haben australische Forscher das Gefieder betroffener Vögel mit Eisenstaub eingesprüht, der sich durch elektrostatische Wechselwirkungen an das Öl anheftete. Anschließend behandelten die Wissenschaftler die Federn mit einem starken Magneten und konnten das Gemisch so offenbar mühelos entfernen: Bis zu 98 Prozent des Gefieders waren nach der Behandlung ölfrei.

Quelle: cw

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