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03.01.2005

Medizin Plastik hält frühgeborene Kinder warm.

Die Körpertemperatur von Frühgeborenen muss möglichst konstant sein, damit sich die Körperfunktionen weiterentwickeln können. Bisher werden diese Kinder nach der Geburt zunächst abgetrocknet und dabei durch eine Wärmelampe gewärmt, bevor sie in den Brutkasten kommen. Die Körpertemperatur fällt dabei auf 35,6 Grad Celsius; im Brutkasten steigt sie dann um ein Grad. Forscher der McMaster Universität in Hamilton, Kanada, haben jetzt ein neues Verfahren ausprobiert: Sie hüllten das Frühchen in eine Polyethylenfolie und trockneten nur den Kopf, bevor das Kind in den Brutkasten gelegt wurde. Messungen ergaben, dass die Körpertemperatur dabei lediglich auf 36,5 Grad absank. Das ist fast genau der Wert, auf den sich die Körper im Brutkasten einpendeln. Die Wissenschaftler wollen jetzt herausfinden, inwieweit die noch nicht fertig entwickelte Haut der Frühchen durch die Plastfolie beeinträchtigt wird.

Quelle: gät

Medizin Forscher aus Deutschland entwickeln einen neuen Wirkstoff gegen Aids.

Forscher aus Deutschland haben einen neuen Wirkstoff entwickelt, mit dem sich die Entwicklung des HI-Virus hemmen lässt. Dabei ist es den Medizinern aus Hamburg und Erlangen nach eigenen Angaben zum ersten Mal gelungen, ein bestimmtes Enzym des Menschen, dass der Aids-Erreger für seine Entwicklung benötigt, zu blockieren. Die Forscher hoffen, dass sich mit ihrem Wirkstoff auch Viren bekämpfen lassen, die gegen derzeit übliche Therapien immun geworden sind. Trotz ihrer Entwicklung sind die Forscher überzeugt, dass HIV-Infektionen weiter unheilbar bleiben. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachblatt "Journal of Clinical Investigation".

Quelle: gät

Geologie Das Seebeben im Indischen Ozean hat die Erdrotation beeinflusst.

Das berichten Forscher des Astronomischen Instituts der Universität Bern. Die Wissenschaftler hatten mit Hilfe des Satelliten-Ortungssystems GPS Messungen durchgeführt und aus diesen Daten den Einfluss der durch das Erdbeben verschobenen Erdmassen auf die Achse und die Rotation des Planeten berechnet. Dabei habe sich ergeben, dass sich die Erdachse um zwei bis acht Zentimeter zusätzlich zu ihrer täglichen Bewegung verschoben habe. Wissenschaftler des Jet Propulsion Laboratorys in Pasadena dagegen halten die Auswirkungen des Erdbebens auf die Erdachse und die Rotation ihren Berechnungen zufolge für so gering, dass sie kaum gemessen werden könnten.

Quelle: gät

Astronomie Die Nasa zieht eine Asteroidenwarnung zurück.

Vergangene Woche hatte die US-Weltraumorganisation die Kollisionswahrscheinlichkeit der Erde mit dem Himmelskörper 2004 MN4 auf 1 zu 37 beziffert. Der Asteroid misst rund 400 Meter im Durchmesser - träfe er die Erdoberfläche, würde er erheblichen Schaden anrichten. Die NASA stufte den Asteroiden daher als sehr gefährlich ein. Forscher des Space-Watch Obervatories in der Nähe von Tuscon, USA haben jetzt Entwarnung gegeben. Sie fanden den Felsbrocken auf Archivaufnahmen und konnten anhand dieser Daten seine Bahn genauer berechnen als bisher. Daraus ergibt sich, dass 2004 MN4 die Erde verfehlen wird. Ob die Forscher die Bahn richtig berechnet haben, wird sich in 24 Jahren herausstellen: Der Asteroid wird am 13. April 2029 die Erdbahn kreuzen.

Quelle: gät

Biologie Insekten schnuppern anders als Wirbeltiere.

Um Gerüche wahrzunehmen, verfügen Tiere und Menschen über Rezeptoren, die von den Geruchsmolekülen angeregt werden und einen Impuls ins Gehirn senden. Während Wirbeltiere für jeden Duft über ein Rezeptormolekül verfügen, besitzen Insekten allerdings einen weiteren Rezeptor, der auf keinen bekannten Duftstoff reagiert. Wie Forscher aus Bochum jetzt im Fachblatt "Nature Neuroscience" schreiben, dient das Molekül mit der Bezeichnung DOR83b offenbar dazu, den Geruchssinn der Insekten zu verstärken. Die Forscher hatten mit Hilfe verschiedener Methoden festgestellt, dass sich der unspezifische Rezeptor mit einem spezialisierten Rezeptormolekül verbindet und so schon bei kleinsten Mengen eines Duftstoffes ein Signal aussendet. Die Wissenschaftler wollen jetzt einen Weg finden, um die Wirkung dieses Moleküls zu behindern. Das könnte zum Beispiel die Insektenbekämpfung erheblich verbessern.

Quelle: gät

Klimaforschung Die Dauerfrostböden der Erde tauen langsam auf.

Davon sind Forscher aus allen Ländern im Norden überzeugt. So berichten Forscher aus Norwegen, dass die Bodentemperatur in den vergangenen zehn Jahren um 0,4 Grad Celsius gestiegen ist. Uneins sind sich die Wissenschaftler einem Bericht des britischen Senders BBC zufolge noch über die Folgen für den Kohlendioxid-Haushalt der Erde. Demnach ist unklar, wie viel Kohlendioxid im Boden von Tundra und Taiga gebunden sind und frei gesetzt werden; auch kann im Boden gebundener Kohlenstoff in Form des Klimagases Methan freigesetzt werden. Sicher ist dagegen, dass das Tauwetter in den Arktischen Regionen unmittelbare Folgen für die Bauwerke haben wird: Weil die Fundamente von Häusern, Strassen, Eisenbahnen und Pipelines nicht mehr auf festem Grund stehen, senken sie sich und können - im Falle der Rohrleitungen - auch brechen.

Quelle: gät

30.12.2004

Medizin Alzheimer-Therapie mit Curry.

Der gelbe Curryfarbstoff Curcumin könnte eine wirksame Waffe gegen Alzheimer sein Er kann nicht nur die Bildung der Eiweißplaques im Gehirn verhindern, sondern sogar bereits bestehende Ablagerungen auflösen. Das haben zumindest amerikanische Forscher der Universität von Kalifornien in Los Angeles bei einer Studie im Labor an genetisch veränderten Mäusen gezeigt. Dabei genügten bereits sehr geringe Mengen der Substanz, um die positiven Effekte auszulösen. Die Forscher berichten darüber in der Fachzeitschrift „Journal of Biological Chemistry“. Curcumin lagert sich an einzelne Beta-Amyloid-Moleküle an und verhindert so die Bildung von Eiweiß-Plaques im Gehirn. Dank seiner chemischen Struktur kann es auch die so genannte Blut-Hirn-Schranke passieren, die den Transport von Substanzen aus dem Blutkreislauf ins Gehirn kontrolliert. Eine klinische Studie, in der die Wirksamkeit von Curcumin beim Menschen untersucht werden soll, ist bereits geplant. Curcumin ist in Asien seit langem ein Naturheilmittel. Es wirkt stark entzündungshemmend und antioxidativ. Mehrere Studien an Tieren haben bereits vielversprechende Ergebnisse beim Einsatz von Curcumin gegen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alterserscheinungen gezeigt.

Quelle: dk

Medizin Operation lindert Migräne.

Einen zumindest teilweisen Erfolg gegen Migräne bietet die gezielte Entfernung von Muskeln in Stirn und Nacken, wie Forscher der Case-Western-Reserve-Universität in Cleveland melden. In einer Studie mit 125 Patienten verminderten solche Operationen bei mehr als 90 Prozent der Teilnehmer die Schmerzattacken. Bei gut der Hälfte davon habe der positive Effekt über mehr als ein Jahr angehalten, so die Mediziner. Sie berichten darüber in der Fachzeitschrift „Plastic and Reconstructive Surgery“. Bei 100 der insgesamt 125 Migränepatienten injizierten die Mediziner das lähmende Nervengift Botulinumtoxin in verschiedene Stellen an der Stirn und im Nacken, um die Muskeln zu identifizieren, die den Kopfschmerz auslösten. Ein knappes Drittel der Patienten war nach der Operation sogar komplett beschwerdefrei.

Quelle: dk

Physik Transparente Transistoren schalten schneller.

Amerikanische Physiker haben die durchsichtigen Elektronikbausteine entwickelt, die aus Zink und Zinn bestehen. Dazu bedampfen sie ein Trägermaterial mit dem Metallgemisch, wobei eine Zink-Zinnoxid-Schicht entsteht. Diese ist nicht nur durchsichtig, sondern transportiert Ladungen auch schneller als herkömmliche Halbleiter. Die transparenten Transistoren könnten in Bildschirmen, Autos und elektronischem Spielzeug eingesetzt werden. So sind etwa Displays in Windschutzscheiben von Autos denkbar.

Quelle: rk

29.12.2004

Telekommunikation Blooovern löst Phishing ab.

Nach Phishing, dem Ausspionieren von Passwörtern mit gefälschten Websites, gibt es nun eine neue Technik, die sich das Hacken von Bluetooth-Handys zum Ziel setzt. Blooovern heißt das neue Kunstwort dazu, zusammengesetzt aus den Bluetooth und Hoover-Staubsauger. Ein entsprechendes Java-Programm namens Blooover wurde auf dem diesjährigen Chaos Communication Congress (21C3) in Berlin vorgestellt. Mit dem Programm lassen sich so genannte BlueBug-Attacken gegen andere Handys starten. Damit kann man ein Bluetooth-Handy fast vollständig übernehmen und so etwa Anrufe tätigen oder SMS versenden.

Quelle: dk

Medizin Forscher züchten Blutkörperchen aus Stammzellen.

Französische Forscher haben die Methode entwickelt, bei der die Stammzellen durch spezielle Wachstumsfaktoren zur Vermehrung angeregt wurden. Das Verfahren soll einmal Engpässe bei Blutkonserven beenden. Die Forscher von der Université Paris kultivierten die Blutkörperchen zusammen mit den Stromazellen des Knochenmarks. Die Zahl der Blutkörperchen wuchs auf fast das Zweimillionenfache. Die Zellen entwickelten sich dabei zu voll ausgereiften Erythrozyten, berichten die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe des Magazins "Nature Biotechnology". Ob sich die Blutkörperchen aus dem Labor für Transfusionen eignen, muss noch getestet werden.

Quelle: dk

Geographie Die Wissenschaft von den Flutwellen ist kompliziert.

Das Fehlen eines Frühwarnsystems gilt als Ursache der katastrophalen Auswirkungen der Tsunamis im Indischen Ozean. Im Gegensatz zum Pazifik, wo die Anrainer ein Meldezentrum betreiben, gebe es rund um den Indischen Ozean kein funktionierendes Kommunikationssystem, sagte heute etwa Richard Dikau vom Geographischen Institut der Universität Bonn. Andererseits gab es im Pazifikraum bisher auch etliche Fehlalarme, wie die New York Times berichtet. Denn die Zerstörungskraft der Wellen ist mithilfe der heute im Pazifik installierten Sensoren nicht genau zu erfassen.

Quelle: dk

Informatik "Elster" ist unsicher.

Vor einem möglichen Missbrauch des Elster-Verfahrens, mit dem Unternehmen künftig ihre Umsatz- und Lohnsteuer per Internet den Finanzämtern melden müssen, warnt nun auch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation (BITKOM). Konkret geht es um die Meldung der Umsatzsteuer bei Elster. Dabei müssen sich die Unternehmen nicht authentifizieren. Dadurch kann jeder die Umsatz- und Lohnsteuer für ein beliebiges Unternehmen anmelden, sofern er dessen Namen und Steuernummer kennt. Diese sind jedoch auf allen Rechnungen sichtbar. So könnten zumindest böswillige User völlig überhöhte Umsatzsteuern melden, die die Finanzämter dann automatisch einziehen.

Quelle: dk

Geophysik Thailand will ein seismisches Kontrollnetz aufbauen.

Die thailändische Regierung will künftig gegen Seebeben besser gewappnet sein und hat in der vergangenen Nacht ein Aktionsprogramm zum Aufbau eines Beben-Kontrollnetzes beschlossen. So soll ein geologisches Lagezentrum an der Chulalongkorn Universität in Bangkok aufgebaut werden. Keimzelle des Lagezentrums ist das Chulalongkorn Thai Gem and Jewelry Institute, an dem ein großer Teil der geologischen Forschung Thailands konzentriert ist. Auch Indien kündigte an, bis 2007 ein Messsystem installieren zu wollen.

Quelle: dk

Genetik Mutationen machten den Menschen intelligent.

Die Gene für die Steuerung der Hirnentwicklung sind beim Menschen einem viel schnelleren Wandel unterworfen als die von anderen Säugern. Nur so konnte sich der Mensch innerhalb von einigen hunderttausend Jahren in der heutigen Form entwickeln. Forscher der Universität in Chicago verglichen dazu das Erbgut von Mensch, Makaken, Ratten und Mäusen und stellen ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Cell" vor. Nach evolutionsbiologischen Begriffen verlief die Entwicklung des Menschen und besonders die seines Gehirns extrem schnell, aber nicht in großen Sprüngen. Vielmehr gab es eine Abfolge einer sehr großen Anzahl geringfügiger Mutationen. Die Wissenschaftler stützen diese These auf eine Untersuchung von 214 Genen, die an der Entwicklung des Gehirns und der Erhaltung seiner Funktionen beteiligt sind. In ihrer Wandlungsfähigkeit übertreffen die menschlichen Gene selbst die der nächsten Verwandten des Menschen, der Schimpansen. Zum Vergleich: Eine Gruppe von 95 Genen, die gewöhnliche Zellfunktionen steuern, war beim Menschen nicht wandlungsfähiger als bei den Tieren.

Quelle: dk

Raumfahrt Raumfähren können künftig besser auftanken.

Der neuartige Tank für die US-Raumfähren der die alten Tanks nach dem Unglück der US-Raumfähre Columbia ersetzt, ist fertig. Nun können die seither ausgesetzten Shuttle-Flüge der Nasa im kommenden Jahr wie geplant wieder beginnen. Der erste neue Tank wird Anfang des neuen Jahres an der Raumfähre Discovery montiert. Nach Tests im März soll die Discovery im Mai oder Anfang Juni wieder starten und die Internationale Raumstation ISS versorgen. Diese wird seit dem Februar 2003 von russischen Sojus- und Progress-Fähren versorgt.

Quelle: dk

Medizin Übergewicht macht die Pille unwirksam.

Übergewichtige Frauen werden deutlich häufiger schwanger als Frauen mit Normalgewicht, auch wenn sie die Pille einnehmen. Das zeigt eine Studie an 780 Frauen in den USA. Sie wurde am Fred-Hutchinson-Krebsforschungszentrum in Seattle erstellt. Übergewichtige Frauen ab einem Body-Mass-Index von 27 haben demnach ein 60 Prozent höheres Risiko für eine ungewollte Schwangerschaft als Normalgewichtige, ergab die Auswertung. Bei Frauen mit extremer Fettleibigkeit und einem Body-Mass-Index von über 32 waren es sogar 70 Prozent. Ein Grund für die offenbar verminderte Wirkung der Pille bei übergewichtigen Frauen könnte deren häufig gesteigerter Stoffwechsel sein, vermuten die Forscher. Eindeutig ist der Zusammenhang bisher jedoch nicht.

Quelle: dk

Medizin Ohne Rezeptor kommen die Depressionen.

Ein auf Stresshormone reagierendes Protein im Vorderhirn ist einer der Schlüsselfaktoren beim Entstehen von Depressionen. Das konnten amerikanische Forscher einer Studie mit genetisch veränderten Mäusen nachweisen. Dort zeigte sich zumindest, dass die Tiere stark erhöhte Mengen von Stresshormonen im Blut hatten, wenn ihnen der so genannte Glucocorticoid-Rezeptor im Gehirn fehlte. In Theorien war bereits bisher angenommen worden, dass das Fehlen dieses Rezeptors Depressionen verursacht. Offenbar kann ohne ihn die Hormonproduktion nicht mehr richtig reguliert werden und es kommt zu chronischem Stress. Bei Stress werden Hormone wie Cortisol und Cortison in der Nebennierenrinde gebildet. Dabei überwacht das Gehirn die Menge dieser Stoffe im Blut. Bei Menschen mit Depressionen funktioniert diese Kontrolle jedoch offenbar nicht richtig, denn sie haben sehr häufig erhöhte Stresshormonspiegel im Blut.

Quelle: dk

28.12.2004

Biologie Nur die gut Genährten sterben früh.

Diese Lebensweisheit trifft auf Grillenmännchen zu. Wenn die mit eiweißhaltiger Nahrung gefüttert werden, investieren sie mehr Energie in ihre Balzgesänge als ihre mageren Artgenossen. Dabei verausgaben sie sich aber auch entsprechend - und segnen früher das Zeitliche. All das haben australische Wissenschaftler der Universität von New South Wales herausgefunden und in der Zeitschrift "Nature" beschrieben. Demnach verloren die Grillen nach jeder durchsungenen Nacht an Gewicht, was auch die gute Ernährung nicht wettmachen konnte. Dafür gelang es den Männchen aber auch, während ihres kurzen, intensiven Lebens mehr Weibchen anzulocken und zu begatten.

Quelle: kar

Biologie Auch Pottwale leiden an der Taucherkrankheit.

Zu dieser Erkenntnis kommen amerikanische Meeresbiologen des Ozeanographischen Instituts von Woods Hole in Massachusetts. Die Wissenschaftler haben die Skelette von Pottwalen untersucht und sind dabei auf ausgewaschene und poröse Knochen und Knorpel gestoßen. Die entstehen auf Dauer durch den rapiden Druckabfall beim schnellen Auftauchen. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Science" schreiben, zeigt die Entdeckung, dass neben dem Menschen auch Meerestiere unter dem Effekt des Tiefseetauchens leiden.

Quelle: kar

Biologie Menschen und Fliegen hören gleich.

Beide Lebewesen haben im Ohr einen mechanischen Verstärker. Der intensiviert die Schallwellen, sobald sie bei ihm ankommen. Das hat ein deutsch-britisches Forscherteam herausgefunden und in der Zeitschrift PNAS beschrieben. Die Wissenschaftler untersuchten die Antennen von Fruchtfliegen und verglichen die Hörzellen mit denen von gentechnisch veränderten Fliegen. Dabei stellte sich heraus, dass winzige, molekulare Motoren dafür sorgen, dass spezielle Zellen die Schallwellen verstärken - ein Prinzip, das auch bei Wirbeltieren funktioniert.

Quelle: kar

Chemie Wissenschaftler rechnen in neuen Dimensionen.

Chemiker der Universität Bielefeld und der TU München haben zum ersten Mal eine Reaktion mit sechs Atomen theoretisch genau beschrieben. Die Zeitschrift "Science" hat die Berechnung veröffentlicht. Dabei geht es um die Reaktion eines Methan-Moleküls mit einem Wasserstoff-Atom. Die Forscher wollen mit solchen theoretischen Berechnungen komplizierte Reaktionsketten darstellen, die zum Beispiel bei Verbrennungsprozessen entstehen oder beim Abbau des Ozons in der Atmosphäre.

Quelle: ppj

Biologie Ein genetischer Fehler macht Mädchen zu Zwittern.

Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie in Stuttgart haben diesen Gendefekt nun in einer Studie beschrieben. Demnach ist vor der Geburt des Kindes ein Enzym - das ist ein Stoffwechselbeschleuniger in der Zelle - offenbar so gestört, dass zwei weitere Enzyme in der Nebenniere ausfallen. Daraus resultiert eine Hormonstörung, und die sorgt dafür, dass sich die Nebennieren vergrößern. Der Körper bildet vermehrt männliche Geschlechtshormone, so dass die Mädchen mit einem äußerlichen, männlichen Geschlecht zur Welt kommen. Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass dieser Gen-Fehler von den Eltern vererbt wird. Die Stoffwechselabläufe spielten sich außerdem nur vor der Geburt ab, berichten sie, denn nach der Geburt gäbe es die betreffenden Enzyme nicht mehr.

Quelle: kar

Medizin Französische Forscher produzieren rote Blutkörperchen am Fließband.

Aus einer Stammzelle haben die Wissenschaftler Medienberichten zufolge fast zwei Millionen rote Blutkörperchen gewonnen. In zwei oder drei Jahren hoffen sie, die Blutkörperchen industriell produzieren zu können. Wie die Zeitschrift "Nature Biotechnology" berichtet, ergeben sich damit neue Perspektiven für Bluttransfusionen, Gen-Therapien, die Malaria-Bekämpfung und die medizinische Grundlagenforschung.

Quelle: kar

Biologie Blasse Federn machen Zugvögel zu grauen Mäusen...

... und damit für die Vogeldamen höchst unattraktiv. Dieses Schicksal ereilt jedenfalls den Schnäpperwaldsänger. Dessen Familiensinn haben britische Wissenschaftler der Queen’s Universität in Kingston in der Zeitschrift "Science" beschrieben. Demnach sind die Vögel hingebungsvolle Väter und pflegen die Brut. Der Vaterstress sorgt bei einem Großteil der Vögel aber dafür, dass sie sich erst spät auf den Weg ins sonnige Winterquartier machen. Unterwegs bleibt weniger Zeit, sich ein neues Federkleid zuzulegen. Die Federn der Vögel fallen deshalb blasser aus - was die Weibchen mit Missachtung strafen. Die wenden sich dann lieber den bunt leuchtenden Junggesellen zu - die aber sicher ja auch mal Väter werden.

Quelle: kar

Geologie Das schwere Seebeben in Südasien hat vermutlich ganze Inseln verschoben.

Davon gehen Wissenschaftler des Amerikanischen Geologischen Instituts in Los Angeles aus. Anhand von Modellen haben sie berechnet, dass die Erdstöße die kleineren Inseln in der Region um Sumatra etwa 20 Meter nach Südwesten geschoben haben. Einige Inseln lägen nun vermutlich höher über dem Meeresspiegel als vorher, berichten die Forscher. Die indische Platte sei unter die birmanische gerutscht und habe die Inseln nach oben gedrückt. Die bei dem Erdbeben freigesetzte Energie habe außerdem die Erdachse ins Wanken gebracht. Mittlerweile mehren sich die Stimmen von Experten, dass die Riesenwellen vor allem deshalb so verheerende Auswirkungen hatten, weil es in der Region weder ein Frühwarnsystem noch Gefahren- oder Risikopläne gibt. Wissenschaftler vom Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii hatten das Seebeben offenbar früh registriert, konnten ihre Informationen aber nicht weiterleiten, weil es in den betroffenen asiatischen Ländern kein Frühwarnsystem gibt. Die australische Regierung hat mittlerweile angeregt, gemeinsam mit anderen Ländern in der Region ein Tsunami-Frühwarnsystem für den Indischen Ozean zu installieren. Japan will bereits im März sein System für den Pazifik verbessern.

Quelle: kar

27.12.2004

Biologie Balletttänzer tanzen innerlich immer mit.

Britische Forscher des University Colleges in London haben festgestellt, dass das Erlernen komplexer Bewegungsabläufe im Gehirn Spuren hinterlässt - und dass dies bei Tänzern besonders ausgeprägt ist. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Cerebral Cortex" berichten, haben sie mit Hilfe eines Magnetresonanztomographen das so genannte Spiegelsystem des Gehirns untersucht. Dieses System spielt eine Schlüsselrolle, wenn wir etwas durch Nachahmen lernen. Bei Tänzern ist das Spiegelsystem offenbar besonders aktiv, wenn es um das Beobachten von Bewegungen geht. Das Gehirn ahmt diese Bewegung dann innerlich so nach, als würde es die Bewegungsanweisungen an den Körper senden. Die Forscher hoffen, mit dieser Erkenntnis Menschen helfen zu können, deren Bewegungsabläufe nach Verletzungen oder Schlaganfällen gestört sind.

Quelle: kar

Biologie Im Meeresboden schlummern unbekannte Organismen.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen haben gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern einige dieser Mikroorganismen entdeckt und in der Zeitschrift "Science" beschrieben. Im Institut für Chemie und Biologie des Meeres in Oldenburg isolierten die Forscher 14 Bakterienarten und regten einige davon im Labor sogar zum Wachstum an. Vor zweieinhalb Jahren waren die Wissenschaftler mit ihrem Forschungsschiff aufgebrochen. Mit einem Spezialgestänge bohrten sie Löcher in den Meeresboden und untersuchten dann die Schichten. Einige der Bohrkerne stammten aus einer Tiefe von über 400 Metern und sind bis zu 35 Millionen Jahre alt. In diesen Schichten gibt es für die Organismen ausreichend Nahrung in Form von Kohlenstoffverbindungen. Das organische Material stammt von Lebewesen, die vor Urzeiten ausgestorben sind und deren schwer verdaulichen Reste von den Organismen nicht zersetzt wurden.

Quelle: kar

Medizin Sterbende Stammzellen bescheren uns graue Haare.

Diesem Rätsel sind Wissenschaftler des Kinder-Hospitals in Boston auf die Spur gekommen. Und zwar im Haarfollikel, das ist eine winzige Kugel, die die Haarwurzel umgibt. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Science" berichten, gibt es im Follikel ein Reservoir von so genannten Melanozyten-Stammzellen. Die können im Laufe ihrer Entwicklung zu funktionsfähigen Melanozyten heranwachsen und sorgen dafür, dass das Haar an seiner Wurzel gefärbt wird. Sterben die Stammzellen, verschwindet auch die Farbe des Haares. Wenn bei Menschen das Haar früh ergraut, ist vermutlich eine Gen-Mutation schuld daran. Die schaltet ein Gen aus - mit der Folge, dass die Stammzellen früher sterben.

Quelle: kar

Raumfahrt Huygens ist im Landeanflug auf Titan.

Die europäische Sonde ist zurzeit noch im Tiefschlaf und soll am 14. Januar in die Atmosphäre des Saturn-Mondes eintauchen, Daten sammeln und fotografieren. Wenn die Landung glückt und die Kraft der Batterien reicht, könnte Huygens noch eine ganze Zeit lang Informationen von Titans Oberfläche senden. Am 1. Weihnachtsfeiertag hatte sich die Sonde von ihrem amerikanischen Mutterschiff "Cassini" mit Hilfe einer Sprengung erfolgreich abgekoppelt. Morgen muss Cassini seinen Kurs noch einmal korrigieren, um nicht selber auf dem Saturn-Mond aufzuschlagen.

Quelle: kar

Biologie Warme Brüder vom kalten Kontinent.

Japanische Forscher haben festgestellt, dass sich in mehreren Zoos und Groß-Aquarien Pinguine zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zusammengetan haben. Die Wissenschaftler entdeckten 20 homosexuelle Pinguin-Paare, auch lesbische Pärchen wurden gesichtet. Der Grund ist vermutlich, dass in den Parks so wenige Tiere leben, dass die Probleme haben, einen andersgeschlechtlichen Partner zu finden.

Quelle: kar

Raumfahrt Der Mars Rover "Opportunity" profitiert von einer himmlischen Wagenwäsche.

Die Solar-Panele sind plötzlich wieder sauber. Doch die NASA-Wissenschaftler in Pasadena wissen nicht so recht, warum. Sie vermuten, dass der Rover in irgendetwas hinein gefahren ist, was den Solar-Zellen eine Art Wagenwäsche beschert hat - mit dem Effekt, dass die Zellen, die der Marsboden monatelang eingestaubt hat, wieder besser funktionieren.

Quelle: rk

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