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27.10.2006

Technik In Süddeutschland werden künftig siliziumfreie Solarzellen hergestellt.

Die Solarzellen bestehen statt aus Silizium aus einer Verbindung von Kupfer, Indium und Selen. Der Wirkungsgrad liegt nach Angabe des Unternehmens so hoch wie bei konventionellen Zellen, die Herstellungskosten sollen jedoch deutlich niedriger sein. Zudem sind die neuen Solarzellen schlanker als die Siliziumzellen. Das Unternehmen hat seit mehreren Jahren an der Entwicklung dieser Zellen gearbeitet. //[gät]//

Landwirtschaft Der Weizen aus Deutschland hat in diesem Jahr mediterrane Qualität.

Eigentlich war das Jahr für die Weizenernte schlecht: Der Winter war zu lang, der Sommer zu heiß, und ausgerechnet zur Erntezeit fing es an zu regnen. Wissenschaftler und Ökonomen erwarten in einem solchen Jahr schlechte Erträge. Bezogen auf die Menge des geernteten Weizens wurden die Erwartungen erfüllt, nicht jedoch bezogen auf die Qualität des Korns. Diese entspreche eher dem Weizen der Mittelmeer-Regionen, berichten Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel in Detmold. Die Forscher hatten festgestellt, dass sich das Verhältnis zweier Eiweiße im Korn durch den Hitzestress im Sommer verschoben habe und in diesem Jahr der Zusammensetzung aus heißeren Ländern ähnelt. Dadurch lässt sich das Weizenmehl überraschend gut verarbeiten und backen. Die Wissenschafter erwarten aufgrund des Klimawandels künftig mehr Weizenernten mit diesen Eigenschaften. //[gät]//

Klimaforschung Europa droht keine neue Eiszeit.

Der Nordatlantikstrom, der als Verlängerung des Golfstroms warmes Wasser nach Europa trägt, wird durch den Klimawandel nicht versiegen. Das berichten Wissenschafter des europäischen Forschungsprojekts EUR-Océans in Saint Malo. Die Strömung werde zwar tatsächlich schwächer werden, so die Wissenschaftler, das warme Wasser leiste aber einen kleineren Beitrag zum gemäßigten Klima Europas als angenommen. Weitaus größer ist der Einfluss der Westwinde; sie tragen durch den Atlantik erwärmte Luft nach Europa. Da das Meer künftig wärmer wird, werden auch die Winde wärmer, so die Forscher weiter. //[gät]//

Medizin Helicobacter pylori kann auch ins Blut wandern.

Das berichtet ein Europäisch-Amerikanisches Forscherteam in der „Public Library of Science: Pathogens“. //Helicobacter pylori// ist ein Bakterium, das im Magen-Darm Trakt lebt. Forscher vermuten, dass es für die Entstehung von Magengeschwüren verantwortlich ist. Das US-amerikanisch-schwedische Forscherteam konnte jetzt nachweisen, dass die Bakterien sich mit Hilfe von Eiweißen auch an rote Blutkörperchen festheften können. Einmal im Blut, kann es sich im ganzen Körper verbreiten und könnte andere Entzündungen wie zum Beispiel Arteriosklerose oder Arthritis auslösen, vermuten die Wissenschaftler. //[gät]//

Paläontologie Das älteste Bienen-Fossil ist 100 Millionen Jahre alt.

Es stammt aus der Blütezeit der Saurier. Das notieren Forscher aus den USA im Fachblatt „Science“. Die Ur-Biene ist nur 2,95 Millimeter lang, hat aber bereits viele Merkmale einer modernen Biene. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Insekten zur schnellen Verbreitung von blühenden Pflanzen vor rund 100 Millionen Jahren bei getragen haben. Das Fossil ist rund 35 bis 45 Millionen Jahre älter als die bisher bekannten Versteinerungen. Es wurde im Norden von Burma gefunden. //[gät]//

Geochemie Plutonium wandert im Grundwasser.

In 55 Jahren kommt das hochgiftige und strahlende Material vier Kilometer weit. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Science“. Plutoniumpartikel binden sich im Wasser an andere, winzige Eisenverbindungen. Diese können dann vom Grundwasser fortgeschleppt werden. Bis lang war Wissenschaftlern allerdings unklar, wie schnell diese Plutonium-Verbindungen dabei vorankommen. Nun haben die Forscher den Wert für die russische Plutoniumfabrik Mayak bestimmt. Sie weisen allerdings darauf hin, dass dieser Wert nur für diese Region gültig ist. Da der Boden unter jeder Fabrik oder jeder Lagerstätte für radioaktiven Abfall anders beschaffen ist, müsse die Geschwindigkeit für jeden Ort neu bestimmt werden. //[gät]//
26.10.2006

Paläontologie Ausgestorbener Raubvogel hatte einen Schädel wie ein Pferd.

Ein Fossilienfund aus Argentinien hat Erstaunliches zu Tage gebracht. Ein US-amerikanisches Forscherteam entdeckte den 14 Millionen Jahre alten Schädel eines ausgestorbenen Raubvogels, des so genannten Terrorvogels. Der Schädel ist knapp 72 Zentimeter lang ist und damit so groß wie der Kopf eines Pferdes. Er ist damit der größte bisher entdeckte Vogelschädel. Besonders auffällig – so berichten die Forscher in der Fachzeitschrift „Nature“ – sei der lang gezogene, gebogene Schnabel, der mehr als die Hälfte des gesamten Schädels ausmache. Der Fossilienfund könnte die Vorstellung über den Urzeitvogel grundsätzlich ändern, heißt es weiter. Bislang hatte man angenommen, dass die großen Terrorvogelarten mit bis zu drei Metern Höhe und 350 Kilogramm Gewicht besonders plump und schwerfällig gewesen seien. Die schmale Form des jetzt entdeckten Schädels und ein unerwartet schlanker Mittelfußknochen, der in der Nähe gefunden wurde, deuteten jedoch darauf hin, dass die Riesenvögel viel agiler und wendiger waren. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 443, Seite 929

Raumfahrt Mars-Mission vor 30 Jahren konnte gar keine Lebensspuren finden.

1976 führten zwei Viking-Sonden auf dem Mars mehrere biologische Experimente durch, um lebende Mikroben nachzuweisen. Die Analysen lieferten widersprüchliche Ergebnisse. Ein Experiment schien auf die Aktivität von Mikroorganismen hinzudeuten, bei der chemischen Analyse konnten allerdings keine organischen Moleküle nachgewiesen werden. Mexikanische Forscher haben nun festgestellt, dass die Instrumente der Viking-Sonden nicht geeignet waren, um Lebensspuren auf dem Mars zu finden. Auch bei einigen irdischen Böden übersähen ähnliche Instrumente die Lebensspuren. Dies hätten Experimente mit drei Wüstenproben ergeben. In den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ schlussfolgern sie deshalb: die Sonden könnten potenzielle Lebensspuren auf dem Mars übersehen haben. Da die vor 30 Jahren eingesetzten Instrumente auch in zukünftigen Mars-Missionen nach Leben suchen sollen, schlagen die Forscher vor, in Zukunft zusätzlich weitere Methoden einzusetzen. //[tj]//

Quelle: PNAS, Band 103, Seite 16089

Raumfahrt Die NASA-Mission zur Erkundung der Sonne ist erfolgreich gestartet.

Eine Delta-Rakete der Weltraumbehörde NASA hat gestern Abend nach geglücktem Start die zwei Stereo-Sonden in den Weltraum gebracht. Aufgabe der Stereo-Sonden ist es, erstmals Bilder in dreidimensionaler Qualität von der Sonne, den Sonnenwinden und Sonneneruptionen zu liefern. Erste Bilder soll es Mitte Dezember geben. //[tj]//

Informationstechnologie Neues Übersetzungssystem übersetzt Mundbewegungen in eine andere Sprache.

Bei bisherigen Übersetzungssystemen müssen Wörter zunächst laut ausgesprochen werden, um dann übersetzt werden zu können. Ein neues System kann allein auf der Basis von Mundbewegungen Worte in eine andere Sprache übersetzen. Das an der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh entwickelte System arbeitet mithilfe von Elektroden, die im Gesicht und am Hals befestigt werden. Diese entdecken winzige elektrische Veränderungen, die durch Muskelbewegungen ausgelöst werden. Der Prototyp des Systems wurde vor einem Jahr vorgestellt. Die mittlerweile verfeinerte Software ist nun in der Lage, eine nahezu unbegrenzte Zahl von Wörtern zu erkennen. Der Trick dabei: Das System erkennt vor allem die einzelnen Laute, aus denen sich Wörter zusammensetzen. Es weiß, welche dieser so genannten Phoneme häufig nebeneinander auftreten und in welcher Reihenfolge sie vorkommen. Wenn eine unbekannte Anordnung von Phonemen auftaucht, kann die Software mithilfe der umgebenden Phoneme und Wörter die wahrscheinlichste Bedeutung ableiten. Bisher allerdings wählt das System nur in 62 Prozent der Fälle das richtige Phonem aus. //[tj]//

Quelle: New Scientist, Ausgabe 28.10, Seite 32

Medizin Trotz Gebärmutterhalskrebs ist eine Schwangerschaft möglich.

Eine Studie an der Charité in Berlin zeigt, dass Gebärmutterhalskrebs im frühen Stadium erfolgreich behandelt werden kann. Für die Studie wurden 108 Patientinnen ohne Entfernung der Gebärmutter operiert. Stattdessen wandten die Ärzte die so genannte radikale Trachelektomie an. Dabei werden zwei Drittel des Gebärmutterhalses und die innere Hälfte des Halteapparates der Gebärmutter entfernt. Nur bei vier Frauen trat erneut ein Tumor auf. Damit sei das neue Verfahren genauso sicher wie die komplette Entfernung der Gebärmutter, resümieren die Mediziner. Der Vorteil der Methode: sie erhält Frauen mit Gebärmutterhalskrebs die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Zwanzig Patientinnen der Studie wurden nach der Operation schwanger, zwölf bekamen inzwischen gesunde Kinder. //[tj]//

Paläontologie Das Flussneunauge war ein Überlebenskünstler.

Das Fachmagazin „Nature“ berichtet über den Fund eines Fischfossils. Dabei handelt es sich um einen Lampreten, auch Flussneunauge genannt. Das Fossil wurde in einer Flussmündung in Grahamstown in Südafrika gefunden. Es ist das älteste jemals entdeckte Exemplar eines Neunauges und das erste, das Zähne aufweist. Erstaunlicherweise – so die Wissenschaftler – hätten sich die charakteristischen Körperformen und Strukturen wie die Zähne vor so langer Zeit entwickelt und die Evolution bis heute beinahe unverändert überdauert. //[tj]//

Quelle: Nature, Band 443, Seite 981-84

Umwelt Müllberge in den Meeren kosten einer wachsenden Zahl von Seevögeln und Meeressäugern das Leben.

Die Umweltorganisation Greenpeace verwies heute auf eine Studie von Meereswissenschaftlern, der zufolge jährlich etwas 20.000 Tonnen Müll in die Nordsee gelangen. Bei 97 Prozent aller Nordsee-Eissturmvögel finde sich Plastikmüll im Magen. Die durchschnittlich festgestellte Menge entspreche im Vergleich zum Magen eines Menschen der Größe einer Brotdose. Hauptverursacher für die Vermüllung sei die internationale Seeschifffahrt. //[tj]//
25.10.2006

Medizin Briten kündigen erste vollständige Gesichtstransplantation an.

Der Ethikrat des Royal Free Hospital in London hat heute die Genehmigung dafür erteilt. Schon in einigen Monaten könne die Operation erfolgen, teilte die Klinik mit. Ein Patient soll dabei ein komplett neues Gesicht erhalten von einem verstorbenen Spender. Die Operation soll in einzelnen Schritten erfolgen, mit jeweils sechs Monaten Abstand. Zuerst soll Fett- und Hautgewebe übertragen werden, die eigentliche Verpflanzung der Gesichtsoberfläche sei der letzte Schritt. Kandidaten für die Transplantation sind noch nicht ausgewählt worden. //[reu]//

Biologie Fossilien bergen bunte Überraschung.

Die ältesten bekannten Farbstoff-Moleküle haben Forscher aus Ohio entdeckt. In Versteinerungen von Seelilien, die vor 350 Millionen Jahren gelebt haben. Normalerweise zerfallen diese organischen Moleküle, wenn ein Lebewesen versteinert. In den Überresten der Meeresbewohner konnten sie nun zum ersten mal nachgewiesen werden. Verschiedene Arten von fossilen Seelilien zeigen leicht unterschiedliche Färbungen. Die Forscher glauben daher, sie könnten mit Hilfe der Moleküle einen Stammbaum dieser Lebewesen erstellen. //[reu]//

Quelle: eurekalert

Medizin AIDS-Forscher fordern Freilassung von medizinischen Helfern in Libyen.

44 renommierte Forscher haben sich in einem offenen Brief dafür eingesetzt, dass fünf bulgarische Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt frei gelassen werden, denen in Libyen die Todesstrafe droht. Die Justiz wirft den Inhaftierten vor, absichtlich mehr als 400 Kinder in einem Krankenhaus in Bengasi mit HIV infiziert zu haben, in einem Akt von Bioterrorismus. Die Forscher erklären in ihrem Brief, sie könnten beweisen, dass das HI-Virus schon in der Klinik existiert habe, bevor die internationalen Helfer dort eingetroffen sein. Dass die Kinder sich infiziert hätten, sei wahrscheinlich zurückzuführen auf die schlechten hygienischen Verhältnisse dort. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Angeklagten als Sündenböcke herhalten müssen, um die Schlamperei der staatlichen Gesundheitsbehörde zu vertuschen. //[reu]//

Quelle: nature, science

Genetik Gen beeinflusst den Erfolg einer künstlichen Befruchtung.

Das haben Wissenschaftler aus New York entdeckt, von der Cornell University. Sie haben eine Erbanlage untersucht, die den Bauplan eines Moleküls trägt, welches das Hormon Progesteron erkennt. Diese körpereigene Substanz spielt eine wichtige Rolle, wenn sich der Embryo in der Gebärmutter einnistet. Eine bestimmte Variante des Gens vermindert die Chance einer Frau, durch In-vitro-Fertilisation schwanger zu werden. Die Forscher hoffen nun, mit dieser Erkenntnis die Zahl der Mehrlingsgeburten senken zu können. Denn normalerweise werden bei einer künstlichen Befruchtung zwei oder drei Embryonen implantiert - um die Chancen auf Erfolg zu erhöhen. Wodurch aber auch mehr Zwillinge und Drillinge zur Welt kommen. Durch einen Gentest könnte man nun abschätzen wie viele Embryonen nötig sind für eine erfolgreiche Schwangerschaft. //[reu]//

Quelle: nature

Geologie Der Amazonas hat im Laufe der Jahrmillionen seine Fließrichtung geändert.

Das berichten Forscher auf der Jahrestagung der Amerikanischen Geologischen Gesellschaft. Noch in der Kreidezeit floss er von Osten nach Westen und mündete in den Pazifik. Das belegen Sedimente des Minerals Zirkon, welche die Geologen im Amazonas-Becken gesammelt hatten. Das Material stammt von Gebirgszügen, die sich während der Kreidezeit im Osten von Südamerika erhoben. Später dann, im Miozän, wölbten sich die Anden empor, auf der gegenüberliegenden Seite des Kontinents. Und der Amazonas strömte rückwärts in Richtung des Atlantiks. Dieser Richtungswechsel des Flusses konnte nun erstmals geologisch belegt werden. Bisher hatten Biologen solch ein Verhalten vermutet, aufgrund der Verteilung bestimmter Fischarten. //[reu]//

Quelle: eurekalert, spektrumdirekt

24.10.2006

Raumfahrt Über der ISS-Küche blinken drei Sterne.

Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS kann sich künftig zu besonderen Anlässen ein Drei-Sterne-Menü gönnen. Entwickelt habe die Gourmet-Gerichte der französische Starkoch Alain Ducasse, teilte das französische Weltraumforschungszentrum (CNES) heute in Paris mit. Die in Aluminiumschalen verpackten Speisen werden übermorgen die ISS erreichen, wenn der Progress-Raumtransporter nach dreitägiger Reise an der Station andockt. Die ISS-Besatzung hat dann die Wahl zwischen Entenbrust, Schwertfisch nach Riviera-Art und gebratenen Wachteln. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Medizin Körper-Fett bremst den Tod von Krebszellen.

Das beobachteten US-amerikanische Forscher der Rutgers University in Tierversuchen. Sie hatten Mäuse hohen Dosen von UV-Strahlen ausgesetzt. Die Mäuse entwickelten daraufhin Hautkrebs. Bei schlanken Mäusen, die körperlich aktiv waren, seien die Hauttumore deutlich langsamer gewachsen, berichten die Forscher im Fachblatt PNAS. Bei den körperlich aktiven Mäusen stürben deutlich mehr Krebs-Zellen den programmierten Zelltod. Die Apoptose-Rate in den Tumorzellen war auch dann erhöht, wenn Fettgewebe operativ entfernt wurde. Die Forscher vermuten, dass Fettzellen Substanzen ausschütten, die den programmierten Tod von Zellen mit genetischen Schäden behindern. Übergewicht stelle einen ernst zu nehmenden Risikofaktor für die Entwicklung von bestimmten Hautkrebsformen dar. Dies gelte nicht für den gefährlichen schwarzen Hautkrebs, betonen die Wissenschaftler. //[mawi]//

Quelle: PNAS-Online

Medizin Wer regelmäßige Mahlzeiten gewohnt ist, wird auch zu festen Zeiten hungrig.

Ein Forscherteam aus der Schweiz und Frankreich hat entdeckt, dass ein Gen verantwortlich ist für diese Erwartung der Essenszeiten. Mäuse, so die Forscher, seien im Vorfeld einer regelmäßigen Mahlzeit körperlich aktiver. Auch steige ihre Köpertemperatur an. Mäuse, denen das Gen mit dem Namen "Period 2" fehlte, zeigten diese typischen Verhaltensweisen nicht. Offensichtlich können diese Mäuse die Essenszeit nicht vorhersehen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Current Biology". "Period 2" ist gemeinsam mit den Genen "Period 1" und "Period 3" ausschlaggebend für den lichtgesteuerten Tagesrhythmus von Maus und Mensch. Die Forscher wollen jetzt gezielt nach den Hirnregionen suchen, die bei der Erwartung von Mahlzeiten aktiv sind. //[mawi]//

Quelle: Current Biology (Bd. 16, S. 2016)

Medizin Eine Gen-Variante verdoppelt das Diabetes-Risiko.

Menschen, die vom Vater und von der Mutter eine veränderte Form eines Gens mit Namen TCF7L2 geerbt haben, besitzen ein besonders hohes Risiko, im Laufe ihres Lebens an Alterdiabetes zu erkranken. Das berichten Genetiker des University College London im Fachblatt "Molecular Medicine". Das Diabetes-II-Risiko von Menschen mit zwei Kopien der Genvariante sei vergleichbar mit dem von krankhaft übergewichtigen Menschen. Nach Angaben der Forscher handelt es sich um eine häufige genetische Variante. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung besitze eine Kopie des defekten Gens und jeder zehnte sogar zwei Kopien des mutierten Gens. Der Fund könne helfen, Menschen mit einem besonders hohen Diabetes-Risiko zu finden. //[mawi]//

Quelle: BBC

Umwelt Die einstige Kloake Europas lebt.

Der Rhein sei 20 Jahre nach dem Brandunfall im Chemieunternehmen Sandoz wieder ein lebendiger Fluss mit guter Wasserqualität. Dieses Fazit zog die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) heute in Bonn. Investitionen in industrielle und kommunale Kläranlagen in Höhe von bisher etwa 60 Milliarden Euro hätten Wirkung gezeigt, so das IKSR. Die Rückkehr der Lachse sei dafür ein Symbol. Mit 63 Arten sei die Fischfauna des alten Rheins fast wieder komplett – es fehle nur der Stör. Schwermetalle wie Zink, Kupfer und Cadmium sowie einige Pestizide und Stickstoff belasteten aber weiter den Rhein. Bei der Binnenschifffahrt sei eine Modernisierung der Schiffe notwendig. Hier gebe es ein großes Potenzial zur Verringerung von Schadstoffeinträgen. //[mawi]//

Quelle: Agenturen

Psychologie Blauäugige Männer bevorzugen Frauen mit blauen Augen.

Norwegische Forscher der Universität Tromsö haben Studenten gebeten, die Attraktivität von Gesichtern auf einem Bildschirm zu bewerten. Sowohl blau- als auch braunäugige Frauen zeigten keine Vorlieben für eine bestimmte Augenfarben. Das gleiche galt für Männer mit braunen Augen. Blauäugige Männer hingegen fanden Frauen mit blauen Augen deutlich attraktiver als solche mit braunen Augen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Behavioral Ecology and Sociobiology". Sie erklären diese Vorliebe damit, dass die Augenfarbe eines Kindes in diesem Fall ein einfaches und offensichtliches Indiz für die Vaterschaft ist. Zwei blauäugige Eltern können gemeinsam nur blauäugige Kinder haben. Kommt in einer solchen Beziehung also ein Kind mit braunen Augen zur Welt, kann der blauäugige Mann nicht der genetische Vater sein. //[mawi]//

Quelle: Behavioral Ecology and Sociobiology Online-Ausgabe: DOI: 10.1007/s00265-006-0266

23.10.2006

Medizin Noppen sorgen für eine schnellere Haftung.

Diese Gleichung trifft auf frei schwimmende Zellen in der Blutbahn zu, die ihre Andockstelle in Blutgefäßen suchen. Das haben Max-Planck-Forscher vom Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam mittels einer Computersimulation herausgefunden. Zellen – etwa weiße Blutkörperchen oder mit Malaria infizierte rote Blutkörperchen - können schneller an die Gefäßwände andocken, wenn die Haftflecken an den Zellmembranwänden leicht erhöht sind. Mit diesen als Microvilli bezeichneten Ausstülpungen haben die Forscher erstmals ein biologisches Designerprinzip aufgedeckt, das zukünftig bei der Produktion von Durchflussgeräten – etwa Katheder – helfen soll, schreiben sie in den "Physical Review Letters". //[mst]//

Quelle: MPG press release

Medizin Ein neues Implantat soll vor Herzversagen schützen.

Davon zeigen sich Mediziner der Universitätsklinik Heidelberg überzeugt. Erstmals haben sie einem Patienten einen Defibrillator implantiert, der den Herzschlag registriert, ihn mit einem Stromstross gegebenenfalls wieder normalisiert und sich selbst überwacht. Bei einem technischen Defekt warnt das Implantat den Patienten mit einem Vibrationssignal, teilten die Mediziner heute in einer Pressemitteilung mit. Den ersten Defibrillator setzen sie bereits im August einem Patienten ein. Der 64jährige Mann, der nach einem Infarkt an Herzrhythmusstörungen litt, lebt problemlos mit dem neuen Implantat, schreiben die Forscher. //[mst]//

Quelle: idw-online

Biologie Schnabelwale halten den Tieftauchrekord der Säugetiere.

In Tiefen bis zu 1900 Metern tauchen die Cuvier-Schnabelwale, um dort nach Nahrung zu suchen. Das haben Biologen der amerikanischen Woods Hole Oceanographic Institution herausgefunden. Wie sie jetzt im Fachblatt "Journal of Experimental Biology" schreiben, hatten sie den Tieren Messsonden angelegt und sie bei ihren Tauchgängen vor der ligurischen Küste beobachtet. Die Säugetiere schafften dabei Tauchgänge von bis zu 85 Minuten mit nur einem Atemzug. Bei den Tauchgängen legen die Schnabelwale zwischen zwei Extremabstiegen immer kleine Tauchgänge in Tiefen von nur wenigen hundert Metern ein. Die Biologen vermuten, dass diese Lockerungsübungen die Wale vor der Taucherkrankheit schützen, bei der sich durch die schnelle Druckentlastung beim Auftauchen Gasblasen im Blut bilden. //[mst]//

Quelle: spektrumdirekt/wissenschaft.de

Umwelt Nilpferde stehen im Kongo kurz vor der Ausrottung.

Das erklärte die Zoologische Gesellschaft von London jetzt auf ihrer Webseite. Allein in den ersten beiden Oktoberwochen seien 400 Tiere von Rebellen im Virunga-Nationalpark getötet worden. Damit schrumpft der Restbestand der Nilpferde im von der Unesco ausgerufenen Weltkulturerbe auf 900. 1988 hatte es im Virunga-Park noch 22.000 Nilpferde gegeben. //[mst]//

Quelle: www.zsl.org

Medizin Eingeleitete Geburten erhöhen das Risiko von Komplikationen.

Über diesen Zusammenhang berichten Mediziner der McGill Universität in Montreal im Fachblatt "The Lancet". Die Forscher hatten die potentiellen Risikofaktoren für Fruchtwasserembolien, einschließlich der medikamentösen Geburtseinleitung bei rund drei Millionen Geburten in kanadischen Krankenhäusern zwischen 1991 und 2002 untersucht. Dabei sahen sie, dass 24 von 180 Fruchtwasserembolien tödlich verliefen. Im Vergleich mit nicht eingeleiteten Geburten bedeutet das eine knappe Verdoppelung der Embolien. Die Todesrate stieg sogar auf das 3,5fache im Gegensatz zu nicht eingeleiteten Geburten. Worin der genaue Zusammenhang besteht, konnten die Forscher allerdings noch nicht klären. //[mst]//

Quelle: The Lancet

Raumfahrt Progress bringt Nachschub zu ISS.

Das automatische russische Frachtraumschiff "Progress M-58" soll heute in Kasachstan starten und die Besatzung der Internationalen Raumstation mit Lebensmitteln und Atemluft versorgen. An Bord befinden sich zudem zwei Tonnen Treibstoff, Wasser, Verbrauchsmaterialien, wissenschaftliche Ausrüstungen, Ersatzteile und Geschenke von den Familien der Raumfahrer. Der Frachter soll nach einer dreitägigen Aufholjagd am Donnerstag an der ISS andocken. Normalerweise benötigen bemannte Raumschiffe nur zwei Tage. Dieses Mal soll Progress aber mit der gleitenden und vor allem Treibstoff sparenden Variante die Internationale Raumstation erreichen. //[mst]//

Quelle: Agenturen

Medizin Eine Genvariante senkt die Schmerzempfindlichkeit.

Forscher der Goethe-Universität in Frankfurt haben mit amerikanischen Kollegen das Gen GCH1 identifiziert, das den Bauplan für ein Enzym enthält, welches das Protein BH4 produziert. Dieses beeinflusst je nach Menge das Schmerzempfinden, schreiben sie heute im Fachblatt "Nature Medicine". Bei ihren Forschungen hatten die Genetiker Patienten untersucht, die zuvor wegen eines Bandscheibenvorfalls operiert worden waren. Dabei entdeckten sie zwei Varianten des Gens: die eine produzierte das Protein in gleichem Maße wie vorher, die andere Variante sorgte jedoch für eine Produktionssteigerung und damit für eine Schmerzlinderung bei den Patienten. Die Forscher hoffen, mit diesem Ansatz eine Therapie entwickeln zu können, mit der chronische Schmerzen behandelt oder sogar verhindert werden können. //[mst]//

Quelle: Nature medicine

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