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23.10.2007

Ernährung Brokkoli schützt vor Sonnenbrand.

Das haben Forscher der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore herausgefunden. Brokkoli enthält die Substanz Sulforaphan, die die Haut vor schädlicher UV-Strahlung schützt, berichten sie im Fachblatt PNAS. Bei Untersuchungen an Menschen und Mäusen verringerte ein Extrakt des Wirkstoffs die typische Hautrötung um durchschnittlich 38 Prozent. Die Substanz regt die Herstellung bestimmter Eiweißstoffe in den Hautzellen an. Diese so genannten Antioxidantien bekämpfen die durch die Strahlung entstehenden freien Radikale, die unter anderem das Erbgut schädigen können. Das Brokkoliextrakt bietet über mehrere Tage hinweg Schutz vor Sonnenbrand. //[mst]//

Raumfahrt China macht sich auf zum Mond.

Morgen soll eine Rakete des Typs Langer-Marsch-3 den Orbiter vom Raumfahrtzentrum Xichang in der Provinz Sichuan ins All bringen. Nach Angaben der chinesischen Raumfahrtbehörde soll die Sonde am 5. November den Erdtrabanten erreichen. Ein Jahr lang soll sie den Mond umkreisen und Bilder von der Oberfläche machen. Dieser Erkundungsflug ist der erste Schritt des ehrgeizigen Mondprogramms Chinas, in dessen zweiter Phase voraussichtlich 2012 ein Mondfahrzeug auf den Erdtrabanten gebracht werden soll. In der dritten Phase ab 2017 sollen sogar Gesteinsproben zur Erde zurückgebracht werden. //[mst]//

Chemie Materialforscher erzeugen ein Chamäleon-Gel.

Das Gel reagiert mit unterschiedlichen Farben sehr rasch auf äußere Reize, etwa bei Änderung des pH-Werts, einer Salzkonzentration oder Temperaturschwankungen. Den Entwicklern des Institute of Technology MIT im amerikanischen Massachusetts zufolge besteht das Gel aus abwechselnden Schichten von Polystyrol und P2VP. Wie sie im Fachblatt „Nature Materials“ schreiben, sollen die Gele – industriell eingesetzt – zukünftig auch auf Druck, Feuchtigkeit und Spannungsänderungen reagieren und so frühzeitig optisch auf Veränderungen aufmerksam machen. //[mst]//

Biologie Je oller, desto doller.

Diese Gleichung stellen Bonner Evolutionsbiologen für das Sexualverhalten bei Tannenmeisen auf. Obwohl die Vogelpaare ein Leben lang zusammen bleiben, gehören sie zu den „Top 10 unter den Fremdgängern“ weltweit, schreiben sie im Fachblatt „Behavioral Ecology“. Erfolgreich bei Seitensprüngen seien vor allem ältere Meisenmännchen. Die Forscher vermuten, dass mit dem Alter der Vögel nicht nur ihre Attraktivität zunimmt, sondern auch durch die Routine im Umgang mit dem eigenen Nachwuchs mehr Freiräume für Seitensprünge geschaffen werden. Rund ein Drittel des Nachwuchses fällt bei der ersten Brut unter die Kategorie Kuckuckskind, bei der zweiten Brut zwei Monate später ist es sogar die Hälfe. //[mst]//

Ernährung Kapern räumen den Magen auf.

Die Früchte des Kapernstrauchs besitzen Forschern der Universität Palermo zufolge einen hohen Anteil an natürlichen Oxidationshemmern. Wie sie im Fachblatt „Journal of Agricultural and Food Chemistry“ schreiben, neutralisieren Kapern somit schädliche Nebenprodukte, die bei der Verdauung von Fleisch entstehen. Daher eignen sich die kleinen Früchte auch als Vorbeugemaßnahme gegen Krebs und Herzkrankheiten, schreiben die Forscher. //[mst]//

Quelle: Journal of Agricultural and Food Chemistry, Band 55, Seite 8465, DOI: 10.1021/jf

Vererbung Geschmack wird vererbt.

Das berichten Forscher des King's College in London im Fachblatt „Twin Research and Human Genetics“. Sie hatten für ihre Studie die Essgewohnheiten von mehr als 3200 weiblichen Zwillingen untersucht, und zwar sowohl die von eineiigen als auch die von zweieiigen Zwillingen. Daraus berechneten sie den Einfluss der Gene auf die Ernährungsvorlieben. Dabei sahen sie, dass die Tatsache, dass Menschen oft eine ähnliche Ernährungsweise wie ihre Eltern haben, eher von den Genen festgelegt wird als von ihrem Speiseplan. Soziale und Umwelt-Faktoren spielten dagegen eine geringere Rolle als bislang angenommen. //[mst]//

Raumfahrt In knapp einer Stunde soll die Discovery starten.

Trotz unsicherer Wetterbedingungen im US-Bundesstaat Florida hat die US-Raumfahrtbehörde die Discovery für den Start vorbereitet. Die Nasa gab heute Morgen grünes Licht für das Füllen der Außentanks des Shuttles. Mittlerweile haben die sieben Astronauten mit dem Einstieg in die Raumfähre begonnen. Die Discovery soll laut Zeitplan um 17.38 Uhr MESZ von Cape Canaveral zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Die endgültige Entscheidung – ob gestartet wird - fällt erst kurz vor dem Countdown. An Bord des Shuttles befindet sich das Modul Harmony, das für die Installierung des europäischen Raumlabors Columbus und des japanischen Raumlabors Kibo auf der ISS benötigt wird. //[mst]//
22.10.2007

Forschungspolitik Berlin will Spitzenforschung bündeln.

Berlins Wissenschafts-Senator Jürgen Zöllner hat die Einrichtung einer internationalen Universität neuen Typs vorgeschlagen. Sie könne Wissenschaftler der vier Universitäten und von Forschungsinstituten der Stadt, ausländische Gastwissenschaftler sowie besonders begabte Studenten zusammenbringen, so Zöllner. Der Senator konkretisierte damit erstmals einen Masterplan aus dem Juni, der vorsieht, dass Berlin bis 2011 mehr als 300 Millionen Euro zusätzlich für Wissenschaft ausgibt. //[mawi]//

Umwelt Die Weltmeere nehmen nur noch halb so viel CO2 auf wie vor zehn Jahren.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle britische Studie. Forscher der Universität East Anglia hatten dazu mehr als 90.000 Messungen im Nordatlantik aus dem Zeitraum von 1995 bis 2005 ausgewertet. Das Ergebnis: Die CO2-Aufnahme des Meeres verringerte sich in diesem Zeitraum um die Hälfte. Unklar sei, ob es sich dabei um natürlich Schwankungen handele. Da die Messungen nur über einen Zeitraum von zehn Jahren gemacht wurden, seien weit reichende Aussagen problematisch. Sollten die Welt-Meere insgesamt weniger Treibhausgase aufnehmen, droht nach Ansicht der Forscher eine Zunahme der Erderwärmung. //[mawi]//

Forschungspolitik Das Cold Spring Harbor Laboratorium feuert James Watson.

Wegen rassistischer Äußerungen ist Nobelpreisträger James Watson aus der Führung des Cold Spring Harbor Laboratoriums in New York entlassen worden. Watson hatte in einem Interview mit der Londoner „Sunday Times“ angezweifelt, dass Menschen mit weißer und schwarzer Hautfarbe gleich intelligent seien. Das Cold Spring Harbor Laboratory teilte mit, Watsons Äußerungen entsprächen in keiner Weise den Aufgaben, Zielen und Grundsätzen des Instituts. Watson hatte 1962 gemeinsam mit Francis Crick und Maurice Wilkins den Medizin-Nobelpreis erhalten. Das Team hatte entscheidend zum Verständnis der Struktur des Erbmoleküls DNA beigetragen. //[mawi]//

Medizin Optimismus heilt keinen Krebs.

Die mentale Einstellung von Patienten hat keinen Einfluss auf das Überleben oder den Verlauf einer Krebserkrankung. Das ist das Ergebnis einer Studie der US-amerikanischen Universität von Pennsylvania. Etwa 1000 Patienten mit Kopf- und Hals-Tumoren hatten an der Studie teilgenommen. Ob Patienten geheilt würden oder nicht, sei keine Frage der Einstellung von Patienten. Optimismus könne aber dabei helfen, die Folgen einer Behandlung besser zu verarbeiten und schneller zu einem normalen Leben zurück zu finden. Auch eine professionelle psychologische Begleitung könne emotionalen und sozialen Nutzen haben, betonen die Autoren im Fachblatt „Cancer“. //[mawi]//

Raumfahrt Der erste Astronaut Malaysias landete unsanft in der kasachische Steppe.

Gemeinsam mit zwei russischen Kosmonauten kehrte er gestern wohlbehalten von der Internationalen Raumstation ISS zurück. Die Landung allerdings verlief anders als geplant. Die Raumkapsel landete rund 340 Kilometer westlich des vorgesehenen Ortes, zudem wurden die Raumfahrer heftig durchgeschüttelt. Nach Öffnung des Fallschirms sei das Kommando erfolgt, die Kapsel auf eine ballistische – also deutlich steilere Abstiegsbahn zu bringen. Die Raumfahrer wurden daher zeitweise mit dem Acht- bis Neunfachen ihres Körpergewichts in die Sitze gepresst anstatt mit dem Drei- bis Vierfachen, wie es bei einer planmäßigen Landung üblich ist. Schuld war offenbar ein Computerfehler, wie ein Sprecher des Kontrollzentrums mitteilte. //[mawi]//

Medizin Wo viel Dioxin ist, kommen weniger Jungen zur Welt.

Forscher haben in rund 90 kanadischen Gemeinden eine Umkehr des natürlichen Geburtenverhältnisses beobachtet. In den untersuchten Orten werden - anders als normal - mehr Mädchen als Jungen geboren. Die Wissenschaftler führen dies auf eine langfristige Dioxinbelastung zurück. Normalerweise kommen auf 51 neugeborene Jungen 49 Mädchen. In den untersuchten Gemeinden, die alle in der Nähe von Ölraffinerien, Papierfabriken, und Metallhütten liegen, hat sich dieses Geschlechterverhältnis umgekehrt - bis zu einer Zahl von 54 Mädchen auf nur 46 Jungen. In den betroffenen Orten sei die Luft durch die Industriebetriebe besonders belastet, schreiben die Forscher im Fachblatt «Environmental Science & Technology». //[mawi]//

Quelle: «Environmental Science & Technology», Band 41, Seite 7185, DOI: 10.1021/es0713

19.10.2007

Genetik Drei Gene bestimmen die Fellfarbe bei Hunden.

Damit haben Hunde im Gegensatz zu anderen Säugetieren ein Gen mehr, das bei der Pigmentierung der Haare eine Rolle spielt. Das so genannte Beta-Defensin 103 Gen, kurz CBD103, bildet ein Eiweiß, das normalerweise zur Abwehr von Bakterien zuständig ist. Das berichten amerikanische Forscher der Stanford University im Fachblatt „Science“. Sie hatten zunächst Doggen und Boxer untersucht und dabei das Gen entdeckt. Um seine spezifische Wirkung zu verstehen, untersuchten die Genetiker mehr als 450 Hunde verschiedener Rassen. Dabei sahen sie, dass CBD103 eine Andockstelle für Proteine beeinflusst, die darüber entscheidet, ob dunkle oder helle Pigmente gebildet werden. //[mst]//

Endokrinologie Ein Hormon reguliert die Stressresistenz.

Das Wachstumshormon BDNF spielt Forschern vom Southwestern Medical Center der Universität Texas zufolge eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung von chronischem Stress und Depressionen. Bei Experimenten mit Mäusen sahen sie, dass die besonders stressanfälligen Tiere deutlich erhöhte Konzentrationen von BDNF in den Hirnregionen aufwiesen, die für Belohnung- und Emotionsverarbeitung zuständig sind. Blockierten die Forscher die Ausschüttung des Hormons, konnten auch die anfälligen Mäuse die Stresserlebnisse besser verarbeiten. Offenbar verstärkt BDNF in hoher Konzentration negative Erlebnisse. Stressresistente Tiere aktivieren dagegen stärker genetische Mechanismen, welche die Hormonausschüttung verhindern. Die Mediziner gehen davon aus, dass sich diese Erkenntnisse auch auf Menschen übertragen lassen, schreiben sie im Fachblatt „Cell“. //[mst]//

Medizin Winterluft begünstigt Grippewellen.

Das haben New Yorker Forscher an Meerschweinchen herausgefunden. Wie sie im Fachblatt „PLoS Pathogens“ schreiben, hatten sie die Tiere mit den auch für Menschen ansteckenden Influenza-A-Viren infiziert. Bei fünf Grad Celsius Lufttemperatur steckten sich die Meerschweinchen eher über eine Tröpfcheninfektion an als bei 20 oder 30 Grad Celsius. Auch eine niedrige Luftfeuchtigkeit von rund 20 Prozent begünstigte die Ausbreitung der Viren, während es bei Luftfeuchtigkeiten von über 80 Prozent überhaupt keine Ansteckungen mehr gab. Den Forschern zufolge führt die Kälte einerseits zu verdicktem Nasenschleim, dadurch wird die natürliche Schutzfunktion reduziert. Zudem reißt trockene Luft kleine Löcher in die Nasenscheidewand, die den Grippeviren als Eintrittspforten dienen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit hingegen zersetzen sich rasch die Tröpfchen, in denen die Erreger transportiert werden. //[mst]//

Biologie Korallen können ohne Augen den Vollmond sehen.

Damit sich Korallen effektiv fortpflanzen können, müssen sie in einem Riff große Mengen Sperma und Eizellen zur gleichen Zeit ausstoßen. Wie sie diesen Zeitpunkt für dieses Massenereignis bestimmen, haben Forscher der Universität von Queensland im australischen St. Lucia herausgefunden. Darüber berichten sie im Fachblatt „Science“. Obwohl die Tiere keine Augen besitzen, können sie blaues Licht mit so genannte Cryptochromen wahrnehmen. Diese Sensoren werden von zwei Genen cry1 und cry2 gesteuert, die vom Licht aktiviert werden. Cry2 reagiert aber nicht nur auf den Tag-Nacht-Wechsel, sondern auch auf den zwischen Vollmond und Neumond. Dadurch kann das Gen den von der Mondphase abhängigen Startschuss für ihre Vermehrung der Korallen geben. //[mst]//

Raumfahrt Eine neue Methode soll Lecks in Raumschiffen aufspüren.

Forscher der Universität von Iowa haben einen Sensor entwickelt, der auch nur wenige Millimeter große Lecks in kurzer Zeit finden kann. Er misst die feinen Vibrationen, die ausströmende Luft im Raumschiff hervorruft und kann so die undichte Stelle lokalisieren. Der nur wenige Zentimeter große Sensor ist mit 64 Messfühlern ausgestattet. Weil jeder Fühler zu verschiedenen Zeitpunkten misst, kann ein Computer aus den Einzeldaten bestimmen, wo sich das Leck befindet. Schon im kommenden Jahr soll der neue Sensor an Bord eines Spaceshuttles zu seinem ersten Einsatz ins Weltall starten. //[mst]//
18.10.2007

Biologie Der Goldfisch kann polarisiertes Licht sehen.

Das berichten Forscher der Universität von Manchester im Fachblatt „Biophysical Journal“. Die Wissenschaftler haben auch untersucht, wie die Fische die Lichtteilchen im Gleichschritt wahrnehmen. Sie fanden besondere Zäpfchen, die nur auf polarisiertes Licht reagieren. Durch diese Fähigkeit könnten die Tiere im Wasser Kontraste besser wahrnehmen, vermuten die Forscher. So können einige Tintenfischarten mit Hilfe des Polarisierten Lichtes farbloses Plankton besser wahrnehmen, fangen und fressen. //[gät]//

Quelle: Biophysical Journal, Band 93, Seiten 3241bis 3248

Medizin Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Malaria macht offenbar Fortschritte.

Der Wirkstoff mit der Bezeichnung RTS,S bringt das Immunsystem dazu, Antikörper gegen den Malaria-Erreger zu bilden. Nebenwirkungen blieben dagegen aus. Das berichtet ein Spanisch-US-Amerikanisches Wissenschaftlerteam auf den Internet-Seiten des Fachblatts „The Lancet“. Die Wissenschaftler und Industrieforscher hatten das Serum in einer Studie mit 214 Kleinkindern in Mozambique erprobt. Einen vollständigen Schutz erzielte der Impfstoff noch nicht, 35 Prozent der Kinder erkrankten trotz versuchter Immunisierung an Malaria. Ende kommenden Jahres will das Team das Serum in einer dritten Testphase erneut erproben. Verläuft auch diese Studie erfolgreich, hofft das beteiligte Unternehmen, den Wirkstoff ab 2011 in den Handel bringen zu können. Derzeit gibt es keine Impfung gegen Malaria. //[gät]//

Astronomie Ein Schwarzes Loch und sein Sternen-Nachbar geben Physikern Rätsel auf.

Das schwarze Loch ist das Überbleibsel einer Supernova-Explosion. Es bildet gemeinsam mit einem Riesenstern das System M33 X-7. Wissenschaftlern aus den USA, Polen und des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching ist es jetzt gelungen, die Masse des Schwarzen Lochs zu bestimmten. Das Ergebnis stellt Astrophysiker vor neue Probleme: Den gängigen Theorien über die Entstehung von Schwarzen Löchern in Doppelsternen-Systemen zu Folge ist das von M 33 X-7 zu massereich. Sein Sternen-Vorläufer hätte sich kurz vor der Explosion so weit aufblasen müssen, dass der zweite Stern durch seine Gassphäre gezogen wäre. Dabei hätte aber viel Masse ins All geschleudert werden müssen – so viel, dass kein Schwarzes Loch hätte entstehen dürfen, schreiben die Wissenschaftler in „Nature“. //[gät]//

Quelle: Nature, Band 449, Seiten 872 bis 875

Paläontologie Den Menschen zog es schon früh an die See.

Bereits vor mehr als 100.000 Jahren erkundete der Mensch den Strand, verzehrte Schellfisch und Meeresfrüchte. Darauf deuten Funde von Wissenschaftern der Universität von Arizona hin. Die Forscher hatten in einer Höhle in Südafrika die Überreste von 15 verschiedenen gekochten Meerestieren ausgegraben. Ferner fanden sie Werkzeuge und Steine, die als rot malende Buntstifte gedient haben könnten. Die Altersbestimmung ergab, dass diese Abfälle seit 165.000 Jahren am Höhlenboden ruhen, notieren die Forscher in „Nature“. Paläontologen hatten bislang vermutet, dass die frühen Menschen erst 40.000 Jahre später ihren Weg zur Küste fanden. Die US Wissenschaftler sind überzeugt, dass Nahrungsmangel im Landesinneren die Menschen-Ahnen an die Küste zwang. //[gät]//

Quelle: Nature, Band 449, Seite 905

Ernährung Der Einzelne ist an seinem Übergewicht nicht schuld allein.

Lebensumstände und Ideale der modernen Gesellschaft tragen erheblich zum Übergewicht vieler Menschen bei. Das ist das Ergebnis von 250 Wissenschaftlern, die im Auftrag der britischen Regierung Ursachen und Folgen der Gewichtszunahme untersuchten. Die Forscher sind überzeugt, dass zu kalorienreiches und billiges Essen, zu wenig Notwendigkeit, sich anzustrengen sowie zu viel sitzende Tätigkeiten zum Übergewicht führten. Ohne Eingreifen der Politik würden in vierzig Jahren 60 Prozent der Männer und die Hälfte der Frauen auf der Insel übergewichtig sein, die Zahl der Diabetes-II Fälle dürfte um 70 Prozent steigen. Die Experten schlagen Politik und Wirtschaft vor, den Rahmen des modernen Lebens zu ändern – so könnte der Kaloriengehalt in Fertiggerichten stärker kontrolliert werden. Und Planer sollten Städte so ändern, dass es attraktiver sei, zu Fuß zu gehen, als mit dem Auto oder der Bahn zu fahren. //[gät]//

Geophysik Die Kontinente werden dereinst wieder zusammenfinden.

Bereits in der Vergangenheit hat es mehrere Zeitalter gegeben, in denen die Landmassen der Erde sich zu einem großen Kontinent zusammengeballt hatten. Darauf weist der „New Scientist“ hin. Geologen kennen zum Beispiel zwei Superkontinente, Rodinia – dieser existierte vor rund einer Milliarde Jahren – und Pangäa, der sich 700 Millionen Jahre später bildete und zu Beginn der Saurierzeit wieder auseinanderbrach. Geologen gehen davon aus, dass sich derartiges wiederholen wird, die Kontinentaldrift also zu einem immer wieder kehrenden Zyklus von Landzusammenballung und einzelnen Kontinenten führt. Der nächste Super-Kontinent kommt also bestimmt - lässt allerdings noch auf sich warten: Wissenschaftler rechnen damit, dass er sich in rund 250 Millionen Jahren gebildet haben wird. //[gät]//
17.10.2007

Geographie Großbritannien beansprucht große Teile der Antarktis.

Nach einem Bericht des "Guardian" umfasst das von der britischen Regierung beanspruchte Gebiet mehr als eine Million Quadratkilometer unterseeisches Territorium. Ein entsprechender Antrag soll bei der Uno eingereicht werden. Großbritannien beruft sich dabei auf einen Artikel in der Uno-Seerechtskonvention, bei der Russland seine Rechte am Nordpol geltend macht. Dadurch soll der Antarktisvertrag von 1959 ausgehebelt werden, den das Vereinigte Königreich mit elf weiteren Staaten unterschrieben hatte. Dieser schließt territoriale Forderungen aus. Der "Guardian" vermutet, dass mögliche Rohstoffvorkommen in der Antarktis der Grund der Ansprüche sind. // [mst]//

Medizin Raumsprays können Asthma verursachen.

Wer einmal pro Woche Glasreiniger oder Raumsprays benutzt, unterliegt einem deutlich erhöhten Risiko, Asthma zu bekommen. Das schreiben Forscher des Zentrums für Umweltepidemiologie in Barcelona im "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine". Sie hatten europaweit mehr als 3500 Personen untersucht, die übliche Haushaltsprays benutzten und bislang nicht an Asthma erkrankt waren. Bei 42 Prozent der Freiwilligen traten Asthma-Symptome wie Atemgeräusche auf. Eine häufigere Benutzung oder eine höhere Anzahl an Sprays verstärkten die Symptome bis hin zur Erkrankung. Der biologische Mechanismus sei noch nicht bekannt, jedoch vermuten die Forscher, dass die Sprays spezifische Asthma-Reizstoffe enthalten. // [mst]//

Medizin Noch immer sterben jährlich rund 800.000 Kinder an Malaria.

Das geht aus einem Bericht des Kinderhilfswerks UNICEF hervor, der heute in Seattle vorgestellt wurde. Insgesamt liegt die Zahl der Toten bei einer Million. Das größte Problem sei nach wie vor die unzureichende Versorgung mit imprägnierten Moskitonetzen. Obschon sich die Situation in 20 afrikanischen Ländern südlich der Sahara deutlich verbessert hätte, besitzen noch immer 90 Prozent der Kinder in den betroffenen Gebieten keinen ausreichenden Schutz vor dem Überträger der Tropenkrankheit, der Anopheles -Mücke. Zudem erhält jedes dritte an Malaria erkrankte Kind keine entsprechenden Medikamente. Ziel der UNICEF sei es, bis 2010 rund 80 Prozent der Kinder in Malariagebieten mit Moskitonetzen zu versorgen. [mst]

Medizin Hormone bestimmen die Mutterliebe.

Je höher der Anteil des Botenstoffs Oxytocin während der Schwangerschaft und in der ersten Zeit nach der Geburt ist, desto stärker ist die Bindung zwischen Mutter und Baby. Das schreiben israelische Forscher im Fachblatt "Psychological Science". Bei ihren Versuchen hatten sie 62 Frauen während der Schwangerschaft sowie im ersten Monat nach der Geburt Blut entnommen und den Oxytocin-Spiegel bestimmt. Dieser unterschied sich zwar zwischen den einzelnen Teilnehmerinnen, blieb jedoch während der gesamten Zeit annähernd konstant. Zudem mussten die Probandinnen Fragebögen bezüglich ihrer Stimmung ausfüllen. Bei der Auswertung konnten die Wissenschaftler eine Verbindung zwischen dem Oxytocin-Spiegel und der Bindungsstärke erkennen. Ob es sich dabei jedoch tatsächlich um einen kausalen Zusammenhang handelt, können die Forscher noch nicht sagen. // [mst]//

Umwelt Das Ozonloch ist dieses Jahr "relativ klein" geblieben.

Das Loch in der Ozonschicht über der Antarktis habe eine Größe von bis zu 25 Millionen Quadratkilometern erreicht, teilte die Welt-Meteorologieorganisation WMO in Genf mit. Vergangenes Jahr waren es nach Angaben der UN-Sonderorganisation noch 29,5 Millionen Quadratkilometer. Dies sei aber kein Zeichen für eine dauerhafte Erholung der Ozonschicht. Grund für die Verkleinerung sei der relativ milde Winter über der Antarktis. // [mst]//

Umwelt Der Klimawandel beschleunigt die Ausbreitung gefährlicher Krankheiten.

Das teilte das Umweltbundesamt heute in Dessau-Roßlau mit. Demnach werden dank des Klimawandels und der zunehmenden Tiertransporte vermehrt Mücken und Zecken aus anderen Regionen nach Deutschland verschleppt. Dort treffen sie auf passende klimatische Bedingungen. Dadurch steige das Risiko der Verbreitung neuer Krankheiten, zum Beispiel die der Blauzungenkrankheit. Zudem habe es infolge des milden Winters im vergangenen Jahr mehr Zecken gegeben. Diese können Borreliose und eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute übertragen. // [mst]//
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