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26.10.2007

Neurologie Forscher finden Hirnregion für Suchtverhalten.

Wenn der so genannte Inselkortex, ein Bereich der Großhirnrinde, mit einer Injektion gezielt betäubt wird, kann das dabei helfen, das Verlangen nach Drogen zu unterdrücken. So das Ergebnis einer Studie, die chilenische Forscher an Ratten durchgeführt haben. Die Wissenschaftler hatten zunächst die Versuchstiere von Aufputschmitteln abhängig gemacht. Dann setzten die Forscher die Ratten auf Entzug und beobachteten die typischen nervösen Suchterscheinungen bei ihnen. Anschließend spritzten die Wissenschaftler den Ratten ein Betäubungsmittel ins Gehirn, genau in jenen Inselkortex. Daraufhin kamen die Tiere zur Ruhe und zogen sich in den dunklen Teil ihres Käfigs zurück. Diese Beobachtung könne möglicherweise dabei helfen, einen Weg zu einer neuen Drogentherapie für Menschen zu finden, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Science. //[reu]//

Astronomie Holmes dreht auf.

Der Komet 17P Holmes erscheint zurzeit über eine Million mal heller als gewöhnlich, teilt das Harvard-Smithsonian Zentrum für Astrophysik in Cambridge mit. Vorgestern hat der Himmelskörper seine Leuchtkraft explosionsartig gesteigert. Im Sternbild Perseus ist der Komet im Moment mit bloßem Auge zu erkennen. Astronomen waren von der Erscheinung völlig überrascht worden und haben noch keine Erklärung dafür. Es könnte sein, dass der Kometenkern auseinander gebrochen ist und Staub und Gas frei gesetzt hat. //[reu]//

Forschungspolitik Watson tritt ab.

Der amerikanische Nobelpreisträger James Watson ist von seinem Amt als Kanzler des renommierten Cold Spring Harbor Laboratoriums in New York zurück getreten. Damit hat er die Konsequenzen gezogen aus seinen rassistischen Äußerungen über die Intelligenz von Afrikanern. Der Vorstand des Forschungsinstituts hatte Watson schon am vergangenen Wochenende von seinen Aufgaben entbunden. Gestern teilte der Wissenschaftler selbst mit, dass er sofort zurück treten werde. In einem Zeitungsinterview Mitte Oktober hatte Watson gesagt, allen Untersuchungen zufolge entspräche die Intelligenz von Schwarzen nicht der von Weißen. //[reu]//

Biologie Forscher zieht Veröffentlichung zurück – nach über 50 Jahren^.

Ein Chemieprofessor im Ruhestand hat nach 52 Jahren einen Aufsatz zur Entstehung des Lebens zurückgezogen, nachdem er festgestellt hatte, dass Kreationisten die Veröffentlichung benutzt haben, um ihre evolutionskritische Haltung zu untermauern. Der Forscher Homer Jacobson hatte damals im seinem Aufsatz im Magazin „American Scientist“ Zweifel daran formuliert, dass die chemischen Grundbausteine des Lebens einfach so entstanden sein könnten. Der Aufsatz, so Jacobson, werde auf Internetseiten von Evolutionskritiker immer nur verkürzt zitiert. Daher habe er ihn nun zurück gezogen. //[reu]//

Medizin Ärzte in der Notambulanz finden am ehesten Liebe und Leidenschaft.

Zumindest in der Welt der Groschenromane, wie ein irischer Mediziner festgestellt hat, der 20 zufällig ausgewählte Arztromane analysiert hat. Die Ergebnisse seiner Untersuchung werden morgen im Fachblatt „The Lancet“ veröffentlicht. In der Trivialliteratur, die im Krankenhaus spielt, herrsche ein starkes Übergewicht an brillianten, großen, muskulösen und männlichen Ärzten, die in der Notaufnahme arbeiten und meistens südländischer Abstammung sind, schreibt der Wissenschaftler. //[reu]//
25.10.2007

Physik Forscher erwischen Elektronen auf dem Weg zwischen Atomen

Nur wenige Attosekunden brauchen Elektronen, um von einem Atom zum nächsten innerhalb eines Festkörpers zu gelangen. Diese kurze Zeitspanne stellt die Grenze für die Geschwindigkeit der Elektronik dar. Ein internationales Forscherteam am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching konnte jetzt erstmals Unterschiede in den Flugzeiten von Elektronen beim Durchqueren weniger Atomlagen in einem Metall bestimmen. Trotz gleicher Wegstrecke auf zwei Atomlagen brauchten die Elektronen bei den Experimenten unterschiedlich lang. Damit verhalten sich die Elektronen im Metall hinsichtlich ihrer Geschwindigkeit anders als freie Elektronen. Wie die Forscher im Fachblatt Nature schreiben, ebnet die erste Attosekunden-Messung den Weg zur Einflussnahme auf den Elektronentransport in Festkörpern auf einer atomaren Skala. //[mst]//

Quelle: Nature

Medizin Die Sommerzeit schadet der biologischen Uhr

Die täglichen Rhythmen im Körper des Menschen passen sich der Umstellung der Uhren im März auf die Sommerzeit nicht an. Das schreiben Forscher aus München im Fachblatt Current Biology. Sie hatten 55.000 Menschen in Mitteleuropa nach ihrem Schlafmuster befragt. Dabei stellten sie fest, dass die meisten Menschen an freien Tagen ihren Schlaf nach der Dämmerung ausrichten. Der natürliche Schlaf- und Wachrhythmus wird demzufolge auch in den Sommermonaten durch die Dämmerung gesteuert. Der Körper gewöhnt sich während der gesamten Zeit nicht daran, dass sich der offizielle Tagesverlauf um eine Stunde verschiebt. Besonders betroffen seien späte Chronotypen, die abends gerne aufbleiben und morgens lange ausschlafen. //[mst]//

Quelle: Eurekalert!/wissenschaft.de/idw/welt/berlinerzeitung

Astronomie Minimonde umzingeln den Saturn

Tausende von kleinen Gesteinsbrocken verbergen sich im äußeren Ring des Planeten Saturn. Sie haben einen Durchmesser von nur 50 bis 150 Metern und verursachen kleinere Verwirbelungen im umgebenden Ringmaterial. Das haben Astronomen auf Aufnahmen der Raumsonde Cassini entdeckt und berichten darüber im britischen Fachblatt Nature. Vermutlich hat ein Meteoriteneinschlag einen ehemaligen Mond in tausende Fragmente zerlegt, die sich innerhalb des Rings bandförmig verteilt haben. Dieses Szenario unterstützt die Theorie, dass sich das Ringsystem des Saturns beim Zerfall ehemaliger Monde gebildet hat. Die Verwirbelungen der Ringpartikel müssen durch die Schwerkraft größerer Brocken entstanden sein. Die Gesamtzahl dieser als Moonlets bezeichneten Minimonde liegt wahrscheinlich bei vielen tausend, vermuten die Forscher. //[mst]//

Quelle: Nature

Biologie Schnecken können sich aktiv tarnen

Wie sich Landschnecken Erdkrümelschichten auf ihr Gehäuse zur Tarnung vor Vögeln und Eidechsen laden, haben jetzt Tübinger Biologen klären können. Bei Freilanduntersuchungen auf der Kanareninsel La Gomera beobachteten sie eine Schneckenart, die Flechtenstücke vom felsigen Untergrund abweidete. Diese trugen die Schnecken mit dem Mund auf ihre Schalen auf und formten anschließend die typisch bizarren Höcker. Die Mächtigkeit der aufgesetzten Flechtenhöcker kann dabei bis zum Hundertfachen der eigentlichen Schalendicke betragen, schreiben die Forscher im Fachblatt Zoological Science. //[mst]//

Quelle: idw-online.de

Biologie Forscher wollen Augen züchten

Wissenschaftler der englischen Universität Warwick haben ein Schlüsselenzym entdeckt, das die Entwicklung von Augen auslöst. Wie sie im Fachblatt Nature schreiben, verursacht der biologische Schalter namens E-NTPDase2 eine Kaskade von Reaktionen, die zur Ausbildung des Sinnesorgans führten. Bei Experimenten mit Frosch-Embryos konnten bei diesen mehrere zusätzliche Augen erzeugen - nicht nur am Kopf, sondern auch am Bauch oder Schwanz. Die Forscher hoffen in Verbindung mit der Stammzellenforschung in wenigen Jahrzehnten 'Augen in der Petrischale' produzieren zu können. //[mst]//

Quelle: Nature

Biologie Synthetischer Geruch belästigt Fischschule

Eine Chemikalie, die in Shampoo und Seife verwendet wird, kann das Sozialverhalten von Fischen durcheinander bringen. Das haben Forscher aus Kanada herausgefunden. Sie hatten untersucht, wie Schwärme von Zahnkarpfen auf die Substanz 4-Nonylphenol reagieren. Die Fische hielten dabei einen deutlich größeren Abstand zu den Nachbarn im Schwarm ein, verglichen zu Artgenossen im unbelasteten Wasser. Offenbar greift das Phenol in die Kommunikation ein, die bei Fischen oft über Duftstoffe abläuft. Eine Fischschule, die auf diese Weise förmlich aufgeweicht wird, lässt sich von Fressfeinden leichter angreifen. //[mst]//

Quelle: NewScientist/Welt online

24.10.2007

Klima US-Regierung hat einen Bericht stark gekürzt, der sich mit den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels beschäftigt.

Eine Kontrollbehörde des Weißen Hauses hatte das Papier von 16 auf 4 Seiten zusammengestrichen, bevor es auf einer Senatsanhörung präsentiert wurde. Herausgenommen wurde beispielsweise die Zahl der Menschen, bei denen mit gesundheitlichen Problemen infolge des Klimawandels gerechnet werden muss. Die Vorsitzende des Umweltausschusses, die Senatorin Barbara Boxer, forderte, dass die ungekürzte Fassung sofort frei gegeben werden müsse. Die Regierung Bush sah sich bereits früher mit Vorwürfen konfrontiert, wissenschaftliche Ergebnisse unterdrückt zu haben. [ar]

Geophysik Die Sumatra-Störung ist weiterhin aktiv.

Bis zu 30 Zentimetern hat sich der Erdboden auf den Andamanen gehoben, seit dem Tsunami im Dezember 2004. Die Inselgruppe nördlich von Sumatra bewegt sich außerdem auch weiterhin seitlich in Richtung Südwesten. Das berichten Geologen aus den USA und Indien im Fachmagazin Geophysical Research Letters. Die Wissenschaftler hatten mit Satellitenmessungen die Bewegung der Erdplatten auf der Inselgruppe überwacht. Aus den Messerergebnissen folgern sie, dass die beiden Platten, die bei dem Beben im Jahr 2004 gebrochen sind, weiterhin aneinander vorbei gleiten, ohne Erschütterungen auszulösen. Die Fachleute bezeichnen das als ein "stilles" Beben. [ar]

Quelle: newswise, wissenschaft.de

Ingenieurwissenschaften Die "Mona Lisa" hatte einst Wimpern.

Das glaubt ein Wissenschaftler aus Frankreich, der das berühmte Gemälde von Leonardo da Vinci mit einer hoch auflösenden Spektralkamera untersucht hat. Dieses Gerät kann in die Farbschicht hinein blicken und auch übermalte oder verblasste Details sichtbar machen. Insgesamt habe das Bild 24 Geheimnisse offenbart. So habe die Mona Lisa ursprünglich auch eine Decke auf den Knien gehabt, sagte der Ingenieur, der für eine französische Firma arbeitet, die sich auf die Digitalisierung von Kunstwerken spezialisiert hat. [ar]

Quelle: Lumiere Technology

Biologie Steigende Temperaturen lassen Artenvielfalt schmelzen.

Perioden, in denen sich das Weltklima erwärmt hat, sind stets mit einem massenhaften Artentod verbunden gewesen. Das habe die Untersuchung von Fossilien ergeben, berichten britische Ökologen von der Universität York im Fachblatt "Proceedings of the Royal Society B". Die Wissenschaftler hatten für die vergangenen 520 Millionen Jahre Artenvielfalt und Durchschnittstemperaturen miteinander verglichen. Vier der fünf großen Massensterben in diesem Zeitraum hätten in Warmphasen stattgefunden. Die Wissenschaftler befürchten, dass solch ein Artenrückgang nun erneut bevorsteht. [ar]

Quelle: wissenschaft.de, BBC

Biologie Fledermäuse flogen einst nach Sicht.

Die Urahnen der Fledermäuse konnten sich noch nicht mit Hilfe von Ultraschall orientieren. Das berichten Wissenschaftler vom Amerikanischen Naturkundemuseum in New York. Sie hatten versteinerte Überreste einer Fledermausart untersucht, die vor 52 Millionen Jahren lebte. Aus anatomischen Einzelheiten am Schädel folgern die Forscher, dass diese Art noch keinen Ultraschall erzeugen konnte. Der Fund werfe daher ein neues Licht auf die Evolution der Fledermäuse. Offenbar haben zumindest einige Arten zuerst die Fähigkeit zum Fliegen erworben, und danach die Echoortung. Bisher hatte bei den Forschern darüber keine Einigkeit geherrscht. [ar]

Quelle: nature news, wissenschaft.de

Politik Das Forschungsklima in Deutschland hat sich gebessert.

Das ist das Fazit des ersten Fortschrittberichts zur Umsetzung der High-Tech-Strategie der Bundesregierung, der heute vom Kabinett verabschiedet wurde. Bundesforschungsministerin Schavan sieht die Bilanz als Beleg dafür, dass die Hightech-Strategie greife. Dieses Förderinstrument soll Ausrichtung und Finanzierung von 17 Zukunftsbereichen der Forschung bündeln. Dabei werden Allianzen aus Wissenschaft und Wirtschaft angestrebt, die marktreife Produkte entwickeln. [ar]

Medizin Junge Frauen fahren riskanter als Männer.

So das Ergebnis einer Unfallstudie der Universität Greifswald, vorgestellt auf dem deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin. Erfasst wurden 350 Verkehrsunfälle aus fünf Jahren. Dabei zeigte sich: Insgesamt verursachen Männer zwar dreieinhalb Mal so viele Verkehrsunfälle wie Frauen. Im Alter zwischen 18 und 25 jedoch liegen die Frauen vorn. Die Daten zeigen, dass sie Gefahren oft nicht so gut abschätzen können, möglicherweise wegen hormonellen Faktoren. Denn in der Menstruationsphase mit niedrigem Östrogen- und hohem Testosteronspiegel sinkt ihr Unfallrisiko. In späterem Alter holen die Männer allerdings wieder auf. Vor allem, weil sie aggressiver fahren. [ar]

Quelle: idw

23.10.2007

Ernährung Brokkoli schützt vor Sonnenbrand.

Das haben Forscher der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore herausgefunden. Brokkoli enthält die Substanz Sulforaphan, die die Haut vor schädlicher UV-Strahlung schützt, berichten sie im Fachblatt PNAS. Bei Untersuchungen an Menschen und Mäusen verringerte ein Extrakt des Wirkstoffs die typische Hautrötung um durchschnittlich 38 Prozent. Die Substanz regt die Herstellung bestimmter Eiweißstoffe in den Hautzellen an. Diese so genannten Antioxidantien bekämpfen die durch die Strahlung entstehenden freien Radikale, die unter anderem das Erbgut schädigen können. Das Brokkoliextrakt bietet über mehrere Tage hinweg Schutz vor Sonnenbrand. //[mst]//

Raumfahrt China macht sich auf zum Mond.

Morgen soll eine Rakete des Typs Langer-Marsch-3 den Orbiter vom Raumfahrtzentrum Xichang in der Provinz Sichuan ins All bringen. Nach Angaben der chinesischen Raumfahrtbehörde soll die Sonde am 5. November den Erdtrabanten erreichen. Ein Jahr lang soll sie den Mond umkreisen und Bilder von der Oberfläche machen. Dieser Erkundungsflug ist der erste Schritt des ehrgeizigen Mondprogramms Chinas, in dessen zweiter Phase voraussichtlich 2012 ein Mondfahrzeug auf den Erdtrabanten gebracht werden soll. In der dritten Phase ab 2017 sollen sogar Gesteinsproben zur Erde zurückgebracht werden. //[mst]//

Chemie Materialforscher erzeugen ein Chamäleon-Gel.

Das Gel reagiert mit unterschiedlichen Farben sehr rasch auf äußere Reize, etwa bei Änderung des pH-Werts, einer Salzkonzentration oder Temperaturschwankungen. Den Entwicklern des Institute of Technology MIT im amerikanischen Massachusetts zufolge besteht das Gel aus abwechselnden Schichten von Polystyrol und P2VP. Wie sie im Fachblatt „Nature Materials“ schreiben, sollen die Gele – industriell eingesetzt – zukünftig auch auf Druck, Feuchtigkeit und Spannungsänderungen reagieren und so frühzeitig optisch auf Veränderungen aufmerksam machen. //[mst]//

Biologie Je oller, desto doller.

Diese Gleichung stellen Bonner Evolutionsbiologen für das Sexualverhalten bei Tannenmeisen auf. Obwohl die Vogelpaare ein Leben lang zusammen bleiben, gehören sie zu den „Top 10 unter den Fremdgängern“ weltweit, schreiben sie im Fachblatt „Behavioral Ecology“. Erfolgreich bei Seitensprüngen seien vor allem ältere Meisenmännchen. Die Forscher vermuten, dass mit dem Alter der Vögel nicht nur ihre Attraktivität zunimmt, sondern auch durch die Routine im Umgang mit dem eigenen Nachwuchs mehr Freiräume für Seitensprünge geschaffen werden. Rund ein Drittel des Nachwuchses fällt bei der ersten Brut unter die Kategorie Kuckuckskind, bei der zweiten Brut zwei Monate später ist es sogar die Hälfe. //[mst]//

Ernährung Kapern räumen den Magen auf.

Die Früchte des Kapernstrauchs besitzen Forschern der Universität Palermo zufolge einen hohen Anteil an natürlichen Oxidationshemmern. Wie sie im Fachblatt „Journal of Agricultural and Food Chemistry“ schreiben, neutralisieren Kapern somit schädliche Nebenprodukte, die bei der Verdauung von Fleisch entstehen. Daher eignen sich die kleinen Früchte auch als Vorbeugemaßnahme gegen Krebs und Herzkrankheiten, schreiben die Forscher. //[mst]//

Quelle: Journal of Agricultural and Food Chemistry, Band 55, Seite 8465, DOI: 10.1021/jf

Vererbung Geschmack wird vererbt.

Das berichten Forscher des King's College in London im Fachblatt „Twin Research and Human Genetics“. Sie hatten für ihre Studie die Essgewohnheiten von mehr als 3200 weiblichen Zwillingen untersucht, und zwar sowohl die von eineiigen als auch die von zweieiigen Zwillingen. Daraus berechneten sie den Einfluss der Gene auf die Ernährungsvorlieben. Dabei sahen sie, dass die Tatsache, dass Menschen oft eine ähnliche Ernährungsweise wie ihre Eltern haben, eher von den Genen festgelegt wird als von ihrem Speiseplan. Soziale und Umwelt-Faktoren spielten dagegen eine geringere Rolle als bislang angenommen. //[mst]//

Raumfahrt In knapp einer Stunde soll die Discovery starten.

Trotz unsicherer Wetterbedingungen im US-Bundesstaat Florida hat die US-Raumfahrtbehörde die Discovery für den Start vorbereitet. Die Nasa gab heute Morgen grünes Licht für das Füllen der Außentanks des Shuttles. Mittlerweile haben die sieben Astronauten mit dem Einstieg in die Raumfähre begonnen. Die Discovery soll laut Zeitplan um 17.38 Uhr MESZ von Cape Canaveral zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Die endgültige Entscheidung – ob gestartet wird - fällt erst kurz vor dem Countdown. An Bord des Shuttles befindet sich das Modul Harmony, das für die Installierung des europäischen Raumlabors Columbus und des japanischen Raumlabors Kibo auf der ISS benötigt wird. //[mst]//
22.10.2007

Forschungspolitik Berlin will Spitzenforschung bündeln.

Berlins Wissenschafts-Senator Jürgen Zöllner hat die Einrichtung einer internationalen Universität neuen Typs vorgeschlagen. Sie könne Wissenschaftler der vier Universitäten und von Forschungsinstituten der Stadt, ausländische Gastwissenschaftler sowie besonders begabte Studenten zusammenbringen, so Zöllner. Der Senator konkretisierte damit erstmals einen Masterplan aus dem Juni, der vorsieht, dass Berlin bis 2011 mehr als 300 Millionen Euro zusätzlich für Wissenschaft ausgibt. //[mawi]//

Umwelt Die Weltmeere nehmen nur noch halb so viel CO2 auf wie vor zehn Jahren.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle britische Studie. Forscher der Universität East Anglia hatten dazu mehr als 90.000 Messungen im Nordatlantik aus dem Zeitraum von 1995 bis 2005 ausgewertet. Das Ergebnis: Die CO2-Aufnahme des Meeres verringerte sich in diesem Zeitraum um die Hälfte. Unklar sei, ob es sich dabei um natürlich Schwankungen handele. Da die Messungen nur über einen Zeitraum von zehn Jahren gemacht wurden, seien weit reichende Aussagen problematisch. Sollten die Welt-Meere insgesamt weniger Treibhausgase aufnehmen, droht nach Ansicht der Forscher eine Zunahme der Erderwärmung. //[mawi]//

Forschungspolitik Das Cold Spring Harbor Laboratorium feuert James Watson.

Wegen rassistischer Äußerungen ist Nobelpreisträger James Watson aus der Führung des Cold Spring Harbor Laboratoriums in New York entlassen worden. Watson hatte in einem Interview mit der Londoner „Sunday Times“ angezweifelt, dass Menschen mit weißer und schwarzer Hautfarbe gleich intelligent seien. Das Cold Spring Harbor Laboratory teilte mit, Watsons Äußerungen entsprächen in keiner Weise den Aufgaben, Zielen und Grundsätzen des Instituts. Watson hatte 1962 gemeinsam mit Francis Crick und Maurice Wilkins den Medizin-Nobelpreis erhalten. Das Team hatte entscheidend zum Verständnis der Struktur des Erbmoleküls DNA beigetragen. //[mawi]//

Medizin Optimismus heilt keinen Krebs.

Die mentale Einstellung von Patienten hat keinen Einfluss auf das Überleben oder den Verlauf einer Krebserkrankung. Das ist das Ergebnis einer Studie der US-amerikanischen Universität von Pennsylvania. Etwa 1000 Patienten mit Kopf- und Hals-Tumoren hatten an der Studie teilgenommen. Ob Patienten geheilt würden oder nicht, sei keine Frage der Einstellung von Patienten. Optimismus könne aber dabei helfen, die Folgen einer Behandlung besser zu verarbeiten und schneller zu einem normalen Leben zurück zu finden. Auch eine professionelle psychologische Begleitung könne emotionalen und sozialen Nutzen haben, betonen die Autoren im Fachblatt „Cancer“. //[mawi]//

Raumfahrt Der erste Astronaut Malaysias landete unsanft in der kasachische Steppe.

Gemeinsam mit zwei russischen Kosmonauten kehrte er gestern wohlbehalten von der Internationalen Raumstation ISS zurück. Die Landung allerdings verlief anders als geplant. Die Raumkapsel landete rund 340 Kilometer westlich des vorgesehenen Ortes, zudem wurden die Raumfahrer heftig durchgeschüttelt. Nach Öffnung des Fallschirms sei das Kommando erfolgt, die Kapsel auf eine ballistische – also deutlich steilere Abstiegsbahn zu bringen. Die Raumfahrer wurden daher zeitweise mit dem Acht- bis Neunfachen ihres Körpergewichts in die Sitze gepresst anstatt mit dem Drei- bis Vierfachen, wie es bei einer planmäßigen Landung üblich ist. Schuld war offenbar ein Computerfehler, wie ein Sprecher des Kontrollzentrums mitteilte. //[mawi]//

Medizin Wo viel Dioxin ist, kommen weniger Jungen zur Welt.

Forscher haben in rund 90 kanadischen Gemeinden eine Umkehr des natürlichen Geburtenverhältnisses beobachtet. In den untersuchten Orten werden - anders als normal - mehr Mädchen als Jungen geboren. Die Wissenschaftler führen dies auf eine langfristige Dioxinbelastung zurück. Normalerweise kommen auf 51 neugeborene Jungen 49 Mädchen. In den untersuchten Gemeinden, die alle in der Nähe von Ölraffinerien, Papierfabriken, und Metallhütten liegen, hat sich dieses Geschlechterverhältnis umgekehrt - bis zu einer Zahl von 54 Mädchen auf nur 46 Jungen. In den betroffenen Orten sei die Luft durch die Industriebetriebe besonders belastet, schreiben die Forscher im Fachblatt «Environmental Science & Technology». //[mawi]//

Quelle: «Environmental Science & Technology», Band 41, Seite 7185, DOI: 10.1021/es0713

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