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10.07.2008

Planetologie Wasser gibt es auch auf dem Mond.

Fast 40 Jahre nach Rückkehr der Apollo 15-Mission haben Forscher in den Mondproben Spuren von Wasser entdeckt. Im Inneren von vulkanischen Glasperlen, die Astronauten 1971 zur Erde gebracht hatten, haben US-amerikanische Forscher kleine Mengen Wasser nachgewiesen, das vermutlich aus dem Inneren des Erdtrabanten stammt. Mit Hilfe der sogenannten Nano-Sekundärionen-Massenspektrometrie haben sie die Glasperlen mit geladenen Teilchen beschossen und konnten so die Wasserspuren nachweisen berichten sie im britischen Fachblatt „Nature“. Die Glasperlen sind vor mehr als drei Milliarden Jahren bei Vulkanausbrüchen entstanden. Dabei verdampften rund 95 Prozent des Wassers aus dem Magma. Die Forscher gehen davon aus, dass das Gestein vor dem Ausbruch ähnlich viel Wasser enthielt, wie altes irdisches Magma. //[mst]//

Biologie Äpfel und Birnen atmen mit Luftröhren.

Das haben Forscher des Europäischen Synchrotron in Grenoble zusammen mit Kollegen der Katholischen Universität Löwen erstmals beweisen können. Sie hatten das Obst in einem Röntgen-Computertomographen untersucht. Dabei sahen sie, dass Äpfel ungleichförmige Hohlräume als Atemwege besitzen, Birnen hingegen durch feine, zusammenhängende Kanäle atmen. Wie die Forscher im Fachblatt „Plant Physiology“ schreiben, atmen Äpfel und Birnen noch einige Zeit nach der Ernte. Die Form der Luftröhren würde daher auch erklären, warum Birnen eher faulen als Äpfel. Ihre winzigen Kanäle könnten nicht so viel Sauerstoff in die Fruchtmitte befördern, und ihre Zellen seien daher schneller außer Atem – vor allem, wenn die Früchte in sauerstoffarmen Räumen lagern. Damit sich die Früchte länger halten, muss ein Minimum an Sauerstoff auch nach der Ernte in jede Zelle gelangen. //[mst]//

Medizin Mediziner entdecken eine tödliche Demenz-Erkrankung.

Wie der britische „New Scientist“ berichtet, geht der Tod von mindestens zehn Amerikanern auf ein bislang unbekanntes Nervenleiden zurück, das der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ähnelt. US-Mediziner von der Case Western Reserve University in Cleveland gehen davon aus, dass diese Krankheit schon seit vielen Jahren existiert, bislang aber als normale Demenz diagnostiziert wurde. Die Ursachen und Verbreitungswege der neuen Demenzform sind noch nicht bekannt. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass es sich um ein degeneratives Nervenleiden handelt, an dem die Erkrankten langsam sterben. Ähnlich wie bei Creutzfeldt-Jakob-Opfern finden sich im Gehirn der verstorbenen Patienten schwammartige Bereiche, die von winzigen Löchern durchsetzt seien. //[mst]//

Neurologie Forscher entdecken Angst-Schalter im Gehirn.

Wie der Körper auf furchteinflößende Erlebnisse reagiert, bestimmen zwei Schaltkreise im Gehirn. Neurologen vom Friedrich-Miescher-Institut für biomedizinische Forschung in Basel haben bei Experimenten mit Mäusen herausgefunden, dass einer der beiden Schaltkreise für das Lernen von Angstreaktionen zuständig ist, während der andere diese Reaktion wieder löscht. Bei den Versuchen sahen sie, wo genau im Mandelkern an bestimmten Neuronen Angstzustände hervorgerufen und weiterverarbeitet werden. Von der Balance zwischen diesen Angstneuronen und Löschneuronen hängt es ab, wie Mäuse und vermutlich auch Menschen auf Angstreize reagieren, schreiben die Forscher im Fachblatt „Nature“. Diese Erkenntnisse könnten ein Anhaltspunkt sein, um Patienten mit Angststörungen zu helfen, hoffen die Forscher. //[mst]//

Biologie Auch Taufliegen merken sich ihre Umgebung.

Um das räumliche Gedächtnis bei Taufliegen zu testen, hatten Zoologen der Universität Mainz einen zylinderförmigen Bildschirm gebaut. Während des simulierten Fluges in diesem 360-Grad-Kino zeigten die Forscher den Insekten visuelle Objekte in Form vertikaler schwarzer Streifen. Nachdem sie erste Objekt entfernt hatten, orientierten sich die Tiere auf das zweite hin. Als dieses ebenfalls entfernt wurde, gingen die Fliegen wieder in Richtung auf das erste Objekt, obwohl es nicht mehr zu sehen war. Dies sei der Beweis, dass Taufliegen die Position ihres ersten Ziels für mindestens vier Sekunden in einem Orientierungsgedächtnis speichern, so die Forscher. //[mst]//

Paläontologie Paläontologen lösen das Rätsel um Scholle, Seezunge und Heilbutt.

Bislang gingen viele Paläontologen davon aus, dass sich die asymmetrischen Plattfische durch sprunghafte Mutationen entwickelt haben. Jetzt konnten Forscher der Universität von Chicago diese Hypothese widerlegen. Sie hatten mehrere 45 Millionen Jahre alte Fischfossilien untersucht, die bereits vor über 200 Jahren wissenschaftlich beschrieben wurden. Als sie das Schädelinnere mit einer Computertomografie durchleuchteten sahen sie, dass der Kopf der Fische nicht wie bislang vermutet symmetrisch, sondern leicht schief war. Die Augen saßen zwar jeweils auf den gegenüberliegenden Körperseiten, jedoch auf unterschiedlichen Höhen. Damit ist erstmals eine Übergangsform von einer symmetrischen zu einer asymmetrischen Form bekannt, schreiben die Paläontologen im Fachblatt „Nature“. //[mst]//
09.07.2008

Klima Russische Forscher mussten von ihrer Eisscholle gerettet werden.

Seit September lebte und forschte eine Gruppe von 20 russischen Wissenschaftlern auf einer Eisscholle im arktischen Meer. Ursprünglich sollte die Drift-Eis-Station bis Herbst aufrecht erhalten werden. Doch das arktische Eis schmilzt schneller als erwartet. Die ursprünglich 15 Quadratkilometer große Eisscholle schrumpfte auf eine Größe von 300 mal 600 Meter zusammen. In einer Eilaktion wurde der russische Eisbrecher "Mikhail Somov" zur Drifteisstation geschickt. Gestern nahm das Schiff die Forscher und deren Ausrüstung an Bord. //[mawi]//

Informatik Im Internet klaffte eine große Sicherheitslücke.

Ein halbes Jahr lang entwickelten Experten von Hard- und Softwarefirmen gemeinsam im Geheimen ein Korrekturprogramm. Gestern stellten sie es vor. Das Problem bestand - bildlich gesprochen im "Telefonbuch" des Internets, dem sogenannten "Domain Name System" (DNS). Es ist dafür zuständig, lesbare Domainnamen wie www.dradio.de den dahinterstehenden Internetseiten zuzuordnen. Dazu ordnet es den Domainnamen einen Nummerncode - die IP-Adresse - zu. Das Gleiche geschieht im Hintergrund beim Verschicken von E-Mails. Hätten Hacker die Sicherheitslücke entdeckt, hätten sie die Zuordnung jedes einzelnen Domainnamens zu seiner IP-Adresse ändern können. Sie hätten so Internetdomains auf andere Seiten umleiten sowie E-Mails und vertrauliche Daten - wie Passwörter, Kontonummer, Geheimzahl und Transaktionsnummern für das Onlinebanking - von Internetnutzern ausspähen können. Die Lücke lässt sich inzwischen durch einen Patch schließen. Bei den meisten Computerbesitzern werde der Patch automatisch über die regelmäßigen Sicherheitsupdates installiert, teilten mehrere Softwarefirmen übereinstimmend mit. Die technischen Details der Lücke sollen noch einen Monat geheim gehalten werden, damit für die Updates ausreichend Zeit bleibt. //[mawi]//

Neurologie Spätes Lernen lohnt sich.

Ältere Menschen, die etwas Neues lernen, können ihr Gehirn damit zum Wachsen bringen. Forscher der Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf und Jena haben 44 Menschen im Alter zwischen 50 und 67 Jahren das Jonglieren mit Bällen lernen lassen. Nach einer dreimonatigen Trainingsphase zeigte sich mit Hilfe bildgebender Verfahren, dass verschiedene Gehirnregionen größer geworden waren. Das betraf, schreiben die Forscher im "Journal of Neuroscience", insbesondere die Bereiche, die für das Lernen, die Wahrnehmung von Bewegungen und das hirneigene Belohnungssystem von Bedeutung sind. Selbst im Alter könne sich also die anatomische Struktur des Gehirns noch deutlich verändern, so die Forscher. //[mawi]//

Biologie Palmölplantagen lassen sich nicht schmetterlings-freundlich machen.

Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule, ETH in Zürich haben 15 Palmölplantagen auf der asiatischen Insel Borneo untersucht: zählten in den Plantagen jeweils ein bis 13 Schmetterlings- und sieben bis 14 Vogelarten. Danach versuchten die Forscher, andere Vögel und Schmetterlinge anzulocken, indem sie weitere Pflanzen in die Plantage setzten. Ergebnis: Die Zahl der Schmetterlinge stieg gerade mal um durchschnittlich 0,4 Arten, die der Vögel im Schnitt um 2,2 Arten. Im benachbarten Urwald dagegen ließen sich 85 Schmetterlingsarten und über 100 Vogelarten finden. Die Forscher schreiben im "Journal of Applied Ecology", um Pufferzonen für Tiere zu schaffen, solle möglichst viel Urwald um die Palmölplantagen herum stehen bleiben. Die weltweite Palmölproduktion ist seit 1960 von zwei auf heute rund 40 Millionen Tonnen jährlich gestiegen. Palmöl wird für Biosprit, Lebensmittel, Kosmetik und als industrieller Schmierstoff verwendet. //[mawi]//

Medizin Stammzellen lassen sich aus zwei Tage alten Embryonen gewinnen.

Zur Gewinnung von Stammzellen verwendeten die Forscher der Freien Universität Brüssel menschliche Embryonen, die erst aus vier Zellen bestanden. Kein Embryo überlebte. Langfristig aber könne die Technik die Gewinnung von embryonalen Stammzellen vereinfachen - möglicherweise ohne den Embryo zu zerstören, sagten die Forscher heute auf der europäischen Konferenz für Reproduktionsmedizin in Barcelona. Gewöhnlich werden zur Stammzellgewinnung vier Tage alte Embryonen im Achtzell-Stadium genutzt. Die Brüsseler Forscher wollen nun prüfen, ob sich aus einem zwei Tage alten Embryo, dem eine seiner vier Zellen entnommen wird, ein gesundes Kind entwickeln kann. Erfahrungen mit tiefgekühlten Embryonen aus der künstlichen Befruchtung hätten bereits gezeigt, dass der Verlust einer Zelle die Fähigkeit zum Einnisten in die Gebärmutter nicht beeinträchtige, so die Wissenschaftler. //[mawi]//

Biologie Singvögel können ultra-schnell die Muskeln spielen lassen.

Forscher der Universität von Utah in Salt Lake City haben bei Zebrafinken und bei Staren gemessen, wie schnell sie ihre Stimmmuskulatur bewegen, um ihre Lieder zu singen. Das Ergebnis: Die Vögel können ihre Stimmmuskeln innerhalb von drei bis vier Millisekunden zusammenziehen und wieder entspannen. Das kann als Weltrekord gelten - zumindest unter Wirbeltieren. Zum Vergleich: Der Mensch braucht für die schnellste Muskelbewegung - das Augenzwinkern - etwa 100 mal länger. Die Forscher gehen davon aus, dass alle Singvögel über ultraschnelle Muskeln verfügen. //[mawi]//
08.07.2008

Paläontologie Schon die Dinos hatten Rückenschmerzen.

Forscher haben an der Charité in Berlin den missgebildeten Wirbelknochen eines Dysalotosaurus untersucht. Der urzeitliche Pflanzenfresser von der Größe eines heutigen Schafes habe an einer bislang nur bei Menschen bekannten Fehlbildung gelitten: einer so genannten "hemimetameren Segmentverschiebung". Dabei entwickeln sich Wirbel während der embryonalen Phase nicht vollständig. Es handele sich um die erste Diagnose dieser Art bei Dinosauriern, teilte das Museum für Naturkunde in Berlin heute mit. Die Ergebnisse zeigten zudem, dass von Menschen bekannte Fehlbildungen offenbar auf fundamentale Defekte im Entwicklungsprogramm zurückgehen, die bei allen Wirbeltieren auftreten können. //[mawi]//

Internet Das Online-Lexikon Wikipedia sammelt genetische Informationen.

Das so genannte Gen-Wiki ist frei zugänglich, jeder angemeldete Benutzer kann Informationen hinzufügen oder ändern. Ziel ist, mit Hilfe des offenen Wikipedia-Konzepts eine stets aktualisierte Sammlung von Informationen zu den Genen des Menschen zu schaffen. Informationen zu Genen werden bislang hauptsächlich in Datenbanken gesammelt, bei denen wenige Fachleute die Informationen sichten und gewichten. Im Gegensatz dazu solle bei Gen-Wiki eine große Gruppe von Nutzern ständig kleinere Beiträge liefern, schreiben die Gen-Wiki-Gründer im Online-Journal "PLoS Biology". Die Wissenschaftler haben dazu zunächst eine Software entwickelt, die automatisch alle bisher in Datenbanken vorhandenen Informationen nach einem festgelegtem Muster in einer Art Notizzettel bündelt. Dieser kann nun von allen Wikipedia-Nutzern ergänzt werden. Die Initiatoren rechnen mit einem raschen Anstieg der Nutzerzahlen und der Zahl der Kommentierungen der Einträge. //[mawi]//

Quelle: PLoS, doi: 10.1371/journal.pbio.0060175

Technik Der schiefe Turm von Pisa steht endlich wieder fest.

Das verkündete jetzt die Dombauhütte von Pisa. Im letzten Jahr wurden die 1993 begonnenen Arbeiten beendet. 94 Eisenblöcke mit einem Gewicht von insgesamt 600 Tonnen sowie ein Stahlseil sind an der Seite des romanischen Turmfundaments angebracht worden, das sich zur Seite neigt. Bei Beginn der Rettungsarbeiten betrug das Turmgefälle 4,47 Meter. Heute messen die Ingenieure nur 3,99 Meter - wie im Jahr 1700. Damit ist die Gefahr eines Umkippens des Turmes gebannt. Die Experten der Dombauhütte sind davon überzeugt, dass sich das Gefälle des Bauwerks in den nächsten 300 Jahren nicht mehr verändern wird. //[mig]//

Medizin Eine Genvariante macht Frauen anfälliger für Alkoholsucht.

Forscher der Universität Bonn haben gemeinsam mit Kollegen des schwedischen Karolinska-Instituts Blutproben von 500 alkoholabhängigen Menschen auf genetische Besonderheiten untersucht. Bei alkoholsüchtigen Frauen fanden sie besonders häufig eine Gen-Variante, die Einfluss hat auf den Endorphin-Stoffwechsel. Dieser wiederum aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn und sorgt so für gute Stimmung. Im Tierversuch zeigte sich, dass genmanipulierte weibliche Mäuse, die keine Endorphine produzierten, gar keinen Appetit auf Alkohol hatten. Was diese Gen-Variante bei Frauen in Zusammenhang mit dem Glückshormon Endorphin genau bewirke, sei noch unklar, so die Forscher. Das müsse jetzt in Folgestudien geklärt werden. Grundsätzlich strebe der Körper danach, eine durch Endorphine ausgelöste Hochstimmung zu wiederholen - im schlimmsten Fall bis zur Sucht. //[mawi]//

Raumfahrt Die Nasa hat die letzten Space-Shuttle-Flüge festgelegt.

Insgesamt werde es bis 2010 noch zehn Starts geben, teilte die US-amerikanische Weltraumbehörde Nasa mit. Dann würden die Space Shuttles außer Dienst gestellt. Fünf Missionen seien allein für 2009 geplant mit Startterminen am 12. Februar, 15. Mai, 30. Juli, 15. Oktober und am 10. Dezember. Die drei letzten Starts seien für den 11. Februar, den 8. April und den 31. Mai 2010 vorgesehen. Die Termine könnten sich allerdings noch verschieben. Die meisten Missionen würden dem weiteren Ausbau der Internationalen Raumstation ISS dienen, hieß es weiter. Beim nächsten Flug am 8. Oktober ist der Auftrag jedoch, das Weltraumteleskop "Hubble" zu reparieren. Im November des Jahres fliegt das Shuttle dann wieder zur ISS. //[mawi]//
07.07.2008

Psychologie Das Lächeln eines Babys wirkt wie eine Droge.

Das haben US-amerikanische Mediziner aus Texas herausgefunden und berichten darüber im Fachblatt "Pediatrics". Sie hatten Müttern mit Säuglingen Fotos gezeigt. Auf den Bildern bekamen die Freiwilligen entweder das eigene oder ein fremdes Kind zu sehen, dessen Gesichtsausdruck fröhlich, traurig oder neutral war. Die Forscher überwachten dabei die Aktivität der Probandengehirne mit Hilfe eines Magnetresonanztomographen. Dabei sahen sie, dass beim Betrachten von Fotos des eigenen Kindes bei den Müttern stets Bereiche des Belohnungszentrums im Gehirn aktiviert waren. Diese Regionen spielen auch beim Entstehen von Suchterkrankungen eine Rolle. Das Verständnis der Reaktion einer Mutter auf das Lächeln ihres Kindes könne der erste Schritt zum Verständnis der neuronalen Grundlagen der Mutter-Kind-Beziehung sein, schreiben die Forscher. //[mst]//

Geologie Das Risiko von schweren Nachbeben in China steigt.

Nach dem schweren Erdbeben im Mai in China besteht einer Studie zufolge eine erhöhte Gefahr für heftige Nachbeben in mehreren dicht bevölkerten Gebieten der Provinz Sichuan. US-Geologen aus Kalifornien berichten im britischen Fachblatt "Nature", dass das Erdbebengebiet an der geologischen Grenze zwischen dem tibetischen Plateau und dem Sichuan-Becken zahlreiche Verwerfungen aufweist, die sich waagerecht oder senkrecht bewegen können. Aus der Beobachtung vergangener großer Erdbeben ergebe sich, dass dieser steigende "seismische Stress" entlang dieser Verwerfungen schwere Nachbeben zur Folge haben könne. Es lasse sich jedoch nicht vorhersagen, wann es zu Nachbeben kommt und welche Stärke sie haben würden. //[mst]//

Biologie Euphrasia ist doch nicht ausgestorben.

Die in Australien seit mehr als 100 Jahren für ausgestorben gehaltene Pflanze //Euphrasia arguta// ist vergangene Woche wieder gesichtet worden. Ein Waldarbeiter habe die zur Familie der Sommerwurzgewächse gehörende Pflanze im Nordwesten des Bundesstaates New South Wales gefunden. Zuletzt war Euphrasia 1904 nachgewiesen und 1997 von der Internationalen Naturschutzunion auf die Rote Liste der weltweit ausgestorbenen Pflanzenarten gesetzt worden. Regierungsstellen sollen nun Pläne für den Erhalt der seltenen Pflanze erarbeiten. //[mst]//

Physik Neue Methode soll billige Zuchtperlen entlarven.

Geowissenschaftler der Universität Mainz haben nach eigenen Angaben eine Methode entwickelt, mit der sie billige chinesische von höherwertigen japanischen Süßwasser-Zuchtperlen unterscheiden können. Dadurch sei es möglich, Täuschungsversuche aufzudecken, da für den Original-Perlenschmuck aus Japan ein zehnmal höherer Preis verlangt werden kann. Bei der neuen Methode schießen sie mit einem UV-Laser in eine Perle und entnehmen somit eine winzige Probe. Diese werde mithilfe von Edelgas und einem komplizierten Verfahren auf den Gehalt von Spurenelementen untersucht. Mit den daraus ermittelten Werten lasse sich die Herkunft des Materials bestimmen. //[mst]//

Biologie Auch Fadenwürmer können Licht wahrnehmen.

Das berichten amerikanische Forscher der Universität von Michigan im Fachblatt "Nature Neuroscience". Bei Experimenten hatten sie den Kopf beziehungsweise den Schwanz der primitiven Tiere mit Licht bestrahlt. Daraufhin flohen die Fadenwürmer stets in die entgegengesetzte Richtung. Die dafür verantwortlichen Nervenzellen geben Anlass zur Vermutung, dass sich die Lichtwahrnehmung schon sehr früh in der Evolution entwickelt habe. Diese Lichtsensitivität sei wahrscheinlich ein Schutzmechanismus, der dem im Boden lebenden Wurm angibt, wann er sich der Oberfläche nähert. Dadurch verhindert das Tier, dass es schädlichem UV-Licht zu nahe kommt. Bislang kennen Forscher vier Typen von lichtempfindlichen Nervenzellen, nun könnten weitere hinzukommen. //[mst]//

Astronomie Asteroiden sind auch nur Kiesel.

Zumindest werden sie ähnlich wie die irdischen Steine im Laufe der Zeit rund. Aus unregelmäßig geformten Stücken mit scharfen Kanten werden in ein bis zwei Milliarden Jahren rundliche Knollen, schreiben ungarische Astronomen im Fachblatt ICARUS. Sie hatten knapp 12.000 Asteroiden auf ihre Form untersucht. Dabei sahen sie, dass viele Asteroiden entweder eher länglich waren oder eine runde Form hatten. Nach einer genauen Analyse stellten sie fest, dass jüngere Asteroidenfamilien vorwiegend aus unregelmäßig geformten Objekten bestanden, während die Mitglieder älterer Asteroidenfamilien zunehmend rundlich wurden. Die Forscher gehen davon aus, dass Ecken und Kanten durch kleinere Einschläge mit der Zeit abgeschliffen werden - ähnlich, wie auch Kieselsteine am Strand auf der Erde immer runder werden. //[mst]//
04.07.2008

Medizin Männliche Nieren machen Frauen zu schaffen.

Schweizer Forscher haben die Daten von etwa 200.000 Organempfängern untersucht und festgestellt, dass es öfter zu Abwehrreaktionen kommt, wenn Spender und Empfänger nicht das gleiche Geschlecht haben. In der Fachzeitschrift „The Lancet“ schreiben sie, dass die meisten Probleme auftraten, wenn Frauen eine männliche Spenderniere erhielten. In diesen Fällen war das Risiko, dass die Niere wieder abgestoßen wurde, im ersten Jahr nach der Operation um elf Prozent höher als bei anderen Spender-Empfänger-Kombinationen. Die Forscher vermuten, dass die höhere Abstoßungsrate mit Abwehrreaktionen des Immunsystems auf das Y-Chromosom zu tun hat. //[seyn]//

Planetologie Die Marssonde Phoenix macht wieder Probleme.

Diesmal hat einer der Laboröfen der US-Raumsonde einen Kurzschluss. In dem Ofen werden die gefrorenen Bodenproben vom Mars vor ihrer chemischen Untersuchung aufgetaut. Wie die Nasa mitteilte, befürchten die Forscher, dass sich das Problem wiederholen könnte. Möglicherweise werde bereits die nächste Bodenuntersuchung die letzte sein. Die Raumsonde Phoenix sammelt und analysiert Bodenproben vom Mars um Wasser und Kohlenstoffverbindungen, also Spuren einfachsten Lebens zu finden. Seit sie Ende Mai auf dem Mars gelandet ist, hat es schon zahlreiche Pannen gegeben. //[seyn]//

Umwelt LCD-Fernseher könnten dem Klima schaden.

Diese Befürchtung äußern kalifornische Wissenschaftler in der Zeitschrift „Geophysical Research Letters“. Zur Herstellung der Fernseher wird ein Gas namens Stickstofftrifluorid verwendet, das ein 17.000 Mal stärkeres Treibhausgas ist als Kohlendioxid und mehr als 500 Jahre in der Atmosphäre verbleibt. Zurzeit werden jährlich etwa 4000 Tonnen dieses Gases produziert. Wie viel davon in die Atmosphäre gelangt, sei unbekannt, schreiben die Autoren. Sie befürchten aber, dass die Jahresproduktion an Stickstofftrifluorid einen ähnlichen Effekt auf das Klima hat wie die größten Kohlekraftwerke der Erde. //[seyn]//

Umwelt Biodiesel ist möglicherweise verantwortlich für die hohen Agrarpreise.

Bis zu 75 Prozent der Preissteigerungen seien auf den Verbrauch von Agrarprodukten und –flächen für die Herstellung von Biodiesel zurückzuführen, heißt es in der britischen Zeitung „The Guardian“. Die Autoren berufen sich auf eine bislang geheim gehaltene Studie der Weltbank, die ihrer Redaktion zugespielt worden sei. Höhere Energie- und Düngemittelpreise seien dagegen zu lediglich 15 Prozent für die steigenden Nahrungsmittelpreise der vergangenen sechs Jahre verantwortlich. Nach Überzeugung von Entwicklungshilfe-Experten der Hilfsorganisation Oxfam werde die schon im April fertig gestellte Studie unter Verschluss gehalten, um die US-amerikanische Regierung nicht zu brüskieren. Die hatte bekannt gegeben, die Erzeugung pflanzlicher Kraftstoffe sei zu lediglich drei Prozent für die Preissteigerungen verantwortlich. //[seyn]//

Medizin Ein mütterlicher Vitamin-D-Mangel schadet den Milchzähnen.

Kanadischen Forschern zufolge führt ein niedriger Vitamin-D-Spiegel während der Schwangerschaft zu Defekten am Zahnschmelz der Kinder. Diese Defekte wiederum erhöhen das Risiko, Karies zu bekommen. Wie die Wissenschaftler auf einer Konferenz der Internationalen Gesellschaft für Zahnforschung erklärten, hatten sie über 200 schwangere Frauen und später deren Babys untersucht. Etwa 90 Prozent der Schwangeren hatten einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel. //[seyn]//
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