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14.03.2011

Zoologie Fliegen lassen sich mit Aas-Geruch zu Orchideen locken

Forscher der Universität von KwaZulu-Natal in Südafrika haben das Rätsel gelöst, wie die Orchidee //Satyrium pumilum// ihren Pollen weitergibt. Mit dem Duft von Tierleichen lockt die in Südafrika heimische Orchidee aasfressende Fleischfliegen zu den Blumenpollen, berichten die Forscher im Fachblatt "Annals of Botany". Sie hatten zunächst untersucht, welche Insekten auf den Orchideen landen. Dann untersuchten sie Fliegen, die sich auf den Kadavern von Klippschliefern einfanden. Die Tiere, die äußerlich Murmeltieren ähneln, waren auf einer nahe gelegenen Straße überfahren worden. Auf den Tier-Kadavern waren nicht nur weitgehend die gleichen Fliegenarten - an vielen Insekten klebten auch Pollenstände der Orchideen. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Blüten einen schwachen Geruch nach verrottendem Fleisch ausströmen. Das Anlocken von Insekten durch Aasgeruch ist vom so genannten "Aaronstab" bekannt oder von einigen fleischfressenden Pflanzen, wurde aber jetzt erstmals bei Orchideen beobachtet.//[mawi]//

Biologie Hautbakterien können sich für das Immunsystem unsichtbar machen

Bis zu 70 Prozent aller Menschen tragen Staphylococcus-aureus-Bakterien auf ihrer Haut, ohne krank zu werden. Bei Menschen mit einer offenen Wunde können die Bakterien schwer zu behandelnde Infektionen hervorrufen. Mikrobiologen an der Universität Münster haben jetzt entdeckt, warum die Bakterien trotz Einsatz von Antibiotika immer wieder aufflammende Infektionen verursachen. Einige Bakterien dringen in Zellen ein und ruhen in ihnen. So entkommen sie den Attacken des Immunsystems und auch der Vernichtung durch Antibiotika. Die Bakterien könnten sich wieder in ihre Normalform zurück verwandeln und die Infektion von neuem entfachen, schreiben die Forscher im Fachblatt "EMBO Molecular Medicine”. Die Forscher hoffen, dass sich Wirkstoffe entwickeln lassen, die verhindern, dass sie sich die Bakterien in den Wirtszellen verstecken. .//[mawi]//

Geologie Das Beben in Japan hat die Erdachse verschoben

Das Erdbeben in Japan hat mit seiner Wucht große Landmassen verschoben. Die japanische Hauptinsel sei um 2,4 Meter verrückt worden, berichten Forscher von US-Geologiebehörde USGS. Das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie ermittelte, dass das Beben die Achse der Erdrotation um rund zehn Zentimeter verschoben hat. Die Folge: die Erde dreht sich ein wenig schneller – der Tag ist etwa 1,8 Mikrosekunden kürzer. Es handele sich um die größte Verschiebung der Erdachse seit 1960, als Chile von einem schweren Erdbeben erschüttert wurde. .//[mawi]//

Medizin Forscher verstehen jetzt die Schutzwirkung von "gutem" Cholesterin

Forscher der Universität von Cincinnati haben die günstige Form von Cholesterin, so genanntes HDL-Cholesterin, aus dem Blut von Menschen isoliert und dann dessen drei-dimensionale Struktur ermittelt. Die Protein-Anteile im HDL bildeten eine Art Käfig, das seine fettige Fracht einschließe, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Structural and Molecular Biology". Auf der Außenseite dominiere ein Protein, das A-poli-po-Protein A-1. Die Forscher gehen davon aus, dass hier eine Erklärung dafür liegt, dass HDL-Cholesterin vor Herzinfarkten und Schlaganfällen schützt und Entzündungen entgegen wirkt. Das sogenannte LDL-Cholesterin hingegen erhöht das Infarkt- und Schlaganfall-Risiko. Die Forscher wollen jetzt nach Wegen suchen, wie sich der Anteil von "gutem" HDL-Cholesterin erhöhen und der Anteil von riskantem LDL-Cholesterin verringern lässt. .//[mawi]//

Medizin Die Medikamenten-Resistenz von Krebszellen lässt sich überwinden

Brustkrebs-Zellen werden im Laufe der Zeit unempfindlich gegen das Medikament Herceptin. Es sind zahlreiche verschiedene genetische Veränderungen bekannt, die zu einer Herceptin-Resistenz führen. Durch die zusätzliche Gabe eines zweiten Medikaments mit Namen Saracatinib lässt sich die Resistenz überwinden, berichten Mediziner der Universität von Texas im Fachblatt "Nature Medicine". Das Medikament schneide mindestens fünf Wege zur Herceptin-Resistenz ab, so die Forscher. Der Wirkstoff Saracatinib hatte sich bei alleiniger Anwendung als wenig wirksam erwiesen. Weitere Studien sollen jetzt zeigen, ob und wie lange Patientinnen mit Brustkrebs von einer Kombination des Wirkstoffs mit Herceptin profitieren. //[mawi]//

Quelle: Nature Medicine-Online

Zoologie Forscher haben PET-Scanner-Mützen für Ratten entwickelt

Forscher vom Brookhaven National Laboratory und der Stony Brook Universität im Bundesstaat New York stellen den "RatCAP" im Fachjournal "Nature Methods" vor. Es handelt sich um einen 250 Gramm schweren Positronen-Emissions-Tomographen – kurz: PET. Mit Hilfe von radioaktiv markierten Zuckermolekülen lässt sich in einem PET die Stoffwechselaktivität im Gehirn messen. Die Forscher haben das ringförmige Gerät entwickelt, um mit Ratten Verhaltenstests machen und gleichzeitig die Hirn-Aktivität der Tiere untersuchen zu können. Bislang mussten die Ratten in der Regel ruhig gestellt werden, um sie in einem PET untersuchen zu können. Da 250 Gramm für eine Ratte sehr schwer zu tragen sind, haben die Forscher ein mechanisches System entwickelt, mit dem das Tragen des Geräts unterstützt wird. Die Stresshormone im Blut der Tiere seien durch die Versuche kaum angestiegen, hieß es. //[mawi]//

Raumfahrt Die NASA springt für das japanische Raumfahrt-Kontrollzentrum ein

Das Erdbeben in Japan hat auch das Raumflugkontrollzentrum in Tsukuba rund 50 Kilometer nordöstlich von Tokio lahmgelegt. Seine Funktion werde deshalb derzeit teilweise von der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA in Houston übernommen, teilte ein Sprecher heute mit. Die NASA hat wegen des Ausfalls bereits die Umsetzung des japanischen Frachters HTV-2 an der Internationalen Raumstation ISS gesteuert. Der Weltraumbahnhof Tanegashima im Süden Japans ist Medienberichten zufolge nicht vom Erdbeben oder vom Tsunami betroffen.
11.03.2011

Recht Patente auf Stammzellen könnten in Europa verboten werden.

Darauf deutet eine Stellungnahme hin, die der Europäische Gerichtshof in Luxemburg veröffentlicht hat. Die Stellungnahme empfiehlt, den Schutz des Menschen, festgehalten in der Biopatentrichtlinie der EU, auf, so wörtlich, das "erste Stadium seiner Entwicklung" auszudehnen; Juristen sollten alle Zellen, die sich zu Menschen entwickeln können, vor dem Gesetz als Embryonen werten. Der Europäische Gerichtshof beschäftigt sich auf Antrag des Bundesgerichtshofs mit der Frage. Dessen Richter müssen über das Urteil des Bundespatentgerichtes im Streit Greenpeace gegen Oliver Brüstle entscheiden. Der Stammzellforscher Oliver Brüstle hatte 1997 ein Patent auf Nerven-Vorläuferzellen aus Stammzellen beantragt, die Umweltorganisation Greenpeace hat gegen dieses Patent geklagt, und vor dem Bundespatentgericht gewonnen. Die in Luxemburg veröffentlichte Stellungnahme gilt als Vorentscheidung in dem Rechtsstreit zwischen dem Stammzellforscher Oliver Brüstle und der Umweltorganisation Greenpeace über ein Stammzellpatent. Ein Sprecher des Gerichtes sagte, nur sehr selten hätten sich die Richter des Europäischen Gerichtshofs über eine veröffentlichte Stellungnahme hinweggesetzt. //[gät]//

Quelle: Nature

Biologie Auch Affen können in Würde altern.

Biologen gingen bislang davon aus, dass der Mensch unter allen Säugetieren besonders langsam altere; die lange Lebensphase nach der Fruchtbarkeit nur für ihn typisch ist. Ein afrikanisch-US-amerikanisches Forscherteam widerspricht jetzt dieser Ansicht. In "Science" berichten die Wissenschaftler, das der Mensch unter seinesgleichen, sprich, den Primaten, keine Ausnahme darstellt, wenn es um das Altern geht. Die Forscher hatten Untersuchungen von sieben Primaten-Spezies ausgewertet; die Daten zeigten sogar, dass unter einigen der Affenarten die Weibchen die Männchen deutlich überlebten. //[gät]//

Quelle: Science

Umwelt Über dem Golf von Mexiko stiegen während der Ölkatastrophe nicht nur leichte, sondern auch schwere Kohlenwasserstoffe auf.

Das berichtet ein US-Forscherteam in "Science". Die Wissenschaftler waren mit einem Flugzeug über den Golf geflogen, als die Öl-Wolke im Meer die Oberfläche erreichte. Sie hatten messen wollen, wie viele Schadstoffe in die Luft gelangen würden, und vermuteten, dass es vor allem den leichten Partikeln gelingen würde. Tatsächlich maßen sie jedoch einen großen Anteil an schweren organischen Verbindungen. Bis jetzt hatten Atmosphärenforscher vermutet, dass diese gar nicht in die Luft aufsteigen könnten. Diese Beobachtung könnte die Vorhersage der Luftqualität über Großstädten eben so beeinflussen wie die Berechnung von Klimaveränderungen. //[gät]//

Quelle: Science

Ethik Ob Karl Theodor zu Guttenberg bei seiner Doktorarbeit vorsätzlich getäuscht hat, will die Universität Bayreuth bis April klären.

Dabei soll die Kommission zur Selbstkontrolle der Wissenschaft der Hochschule auch zwei externe Berater hinzuziehen, berichtet die Deutsche Presseagentur. Die Promotionskommission der juristischen Fakultät hatte dem ehemaligen Verteidigungsminister am 23. Februar den Doktortitel aberkannt. Die Frage, ob Karl Theodor zu Guttenberg die Kommission vorsätzlich getäuscht habe, ließ die Kommission unbeantwortet, um möglichst schnell auf die Vorwürfe reagieren zu können. //[gät]//

Quelle: Agenturen

Physik Phasenwechsel-Materialien könnten sparsame Datenspeicher ergeben.

Davon zeigen sich Forscher der Universität Illinois im Fachblatt "Science" überzeugt. Phasenwechselmaterialien können in zwei Phasen auftreten, einer kristallinen und einer flüssigen oder ungeordneten. Beide haben unterschiedliche elektrische und optische Eigenschaften, und eignen sich daher prinzipiell als Grundlage für Speicher, die auch nach dem Abschalten des Computers ihre Informationen behalten. Ihr Nachteil ist jedoch, dass der Phasenübergang sehr viel Energie verbraucht. Den US-Forschern ist es jetzt gelungen, diesen Verbrauch erheblich zu senken. Die Wissenschaftler verkleinerten die Bauteile, hüllten Kohlenstoff-Nanoröhrchen in eine Phasenwechselmaterialschicht. Die Röhrchen können das Speichermaterial sowohl heizen als auch auslesen; der Energieverbrauch sackt dadurch um zwei Größenordnungen verglichen mit heutigen Speichern. //[gät]//

Quelle: Science

10.03.2011

Psychiatrie Cannabiskonsum beschleunigt Psychosen.

Eine australische Studie belegt: Der Genuss von Cannabis in den entscheidenden Jahren der Gehirnentwicklung – also in der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter - kann den Ausbruch von psychischen Erkrankungen beschleunigen und zwar um bis zu 2,7 Jahren. Die Forscher aus Sydney fassten in einer Metastudie die Ergebnisse von insgesamt 83 Primärstudien mit 20.000 Patienten zusammen. Alle diese Patienten litten an Schizophrenie oder anderen psychischen Erkrankungen. Die Analyse zeigte, dass bei denjenigen, die schon früh ernsthaft psychisch erkrankten, Cannabiskonsum ursächlich war. Andere Suchtmittel wie Alkohol spielten keine Rolle. Wie die Wissenschaftler in den „Archives of General Psychiatry“ schreiben, unterstützen ihre Ergebnisse auch die These, dass der Genuss von Cannabis psychische Erkrankungen nicht nur beschleunigt sondern auch hervorruft. //[tj]//

Quelle: IDW

Evolution Im Laufe der Evolution verschwanden bei Männern die Penisknochen.

Makaken und Mäuse besitzen sie noch, Männer jedoch nicht. Forscher der Universität Stanford haben nun herausgefunden, warum Menschen nicht mehr über Penisknochen verfügen, die bei Tieren zur Versteifung des Glieds beitragen. Wie sie im Fachjournal "Nature" berichten, ging im Laufe der Evolution eine bestimmte DNA-Steuersequenz verloren, die in der DNA von Tieren noch vorhanden ist. Der Verlust einer solchen regulierenden Sequenz in der Nähe des Androgen-Rezeptororgans hat nicht nur zum Verlust der Penisknochen, sondern auch zum Schwund von Tasthaaren beim Mann geführt. //[tj]//

Quelle: Nature

Technik Fraunhofer Forscher haben ein großflächiges Farbstoffsolarmodul entwickelt.

Farbstoffsolarmodule sind Photovoltaik-Elemente, die sich dekorativ nutzen und in die Fassade eines Gebäudes einbauen lassen. Bislang gab es nur kleinere Farbstoffsolarmodule in Laborgröße. Nun haben Fraunhofer Forscher vom Institut für Solare Energiesysteme weltweit erstmals einen funktionstüchtigen großflächigen Prototypen hergestellt: Das Farbstoffsolarmodul hat eine Größe von 60 mal 100 Zentimeter. Die Serienverschaltung der Zellen ist dabei im Siebdruckverfahren integriert. Das Modul wird langzeitstabil versiegelt und dies erfolgt durch ein ebenfalls im Siebdruck aufgebrachtes Glaslot. //[tj]//

Quelle: Pressemeldung FHG

Entwicklungsbiologie Bisphenol A schädigt das Innenohr

Bisphenol A ist ein Grundstoff zur Herstellung von Kunststoff. Zahlreiche Studien haben sich bereits mit den gesundheitlichen Auswirkungen auf die Fortpflanzungsorgane und das Gehirn befasst. Eine Studie französischer Wissenschaftler, die von der Fachzeitschrift „BMC Development Biology“ veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss: Bisphenol A ist noch schädlicher als gedacht. So schädigt es bei bestimmten Wirbeltierarten die Entwicklung des Innenohres im Embryo. Bei ihren Untersuchungen konnten die Forscher nachweisen, dass sich bei höheren Dosen Bisphenol A eine kleine Struktur im Innenohr – die so genannten Otolithen – verändern. Sie regeln den Gleichgewichtssinn und das Hörvermögen der Tiere. Allerdings – so heißt es einschränkend – von diesen Ergebnissen lasse sich nicht 1:1 auf den Menschen schließen. //[tj]//

Quelle: CNRS

Biologie Das Bienensterben wird zum globalen Problem.

Zu diesem Fazit kommt der neue Bericht des Umweltprogramms der UNO. Neben Europa und Nordamerika seien inzwischen auch Japan, China und Ägypten vom Massensterben der Bienen betroffen. Die Folgen seien nicht zu unterschätzen: Von den wichtigsten 100 Nutzpflanzen der Welt würden mehr als 70 durch Bienen bestäubt. Die Arten seien für etwa 90 Prozent der gesamten Nahrungsproduktion der Welt verantwortlich. Die genauen Ursachen des Massensterbens der Bienen sind noch nicht klar. Mitverantwortlich seien aber Faktoren wie Klimawandel, Luftverschmutzung oder Insektizide. //[tj]//

Quelle: Unep

Neurologie Nerven machen Angst

An der amerikanischen Stanford Universität sind Wissenschaftler den Nervenzellen auf die Spur gekommen, die Vorsicht und Ängstlichkeit hervorrufen. Ihnen war es gelungen, mit Hilfe der Optogenetik – also mit Hilfe molekularer "Lichtschalter" - winzige Regionen im Gehirn von Mäusen so zu aktivieren oder zu deaktivieren, dass die Tiere ängstlich wurden. Dabei zeigte sich auch, dass es wichtig ist, welche Regionen einer Nervenzelle aktiviert werden. Je nachdem, kann das nämlich zu ganz unterschiedlichen Reaktionen führen. //[ml]//

Quelle: Stanford

Neurologie Auch das Kleinhirn trägt zur Intelligenz bei.

Das legen die Ergebnisse einer irisch-britischen Untersuchung mit mehr als 200 Menschen über 60 Jahren nahe. Die Auswertung belegt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Volumen der grauen Substanz im Kleinhirn und der allgemeinen Intelligenz. Bei Männern sei dies deutlich stärker ausgeprägt als bei Frauen. Möglicherweise - so schlussfolgern die Wissenschaftler im Fachorgan „Cortex“ - könne ein gezieltes Training des Kleinhirns eine Volumenabnahme verhindern und damit auch helfen, dem geistigen Abbau im Alter entgegenzuwirken. //[tj]//

Quelle: Cortex

09.03.2011

Astronomie Astronomen entdecken den ältesten ausgewachsenen Galaxienhaufen.

Französische und deutsche Forscher konnten mithilfe des Infrarot-Weltraumteleskops Spitzer die Ansammlung der schwachen, rötlichen Objekte erstmals ausmachen. Wie sie im Fachblatt Astronomy & Astrophysics schreiben, nahmen sie den Bereich anschließend mit dem Hubble-Weltraumteleskop, den Subaru- und Keck-Teleskopen auf Hawaii sowie dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile genauer ins Visier und konnten so das Alter des Haufens bestimmen. Mit drei Milliarden Jahren sei er für kosmische Verhältnisse noch recht jung. Jedoch scheint der Galaxienhaufen bereits relativ weit entwickelt zu sein. [mst]

Quelle: www.eso.org

Psychologie Schlafmangel erhöht die Risikobereitschaft.

Das ist das Fazit von US-Psychologen im Journal of Neuroscience nach Verhaltenstests und Hirnscans übernächtigter Studienteilnehmer. Die Probanden zeigten demnach bei Glücksspielen ein erhöhtes Maß an Risikofreude, wenn sie eine Nacht durchwacht hatten. Diese Tendenz konnten die Forscher anhand der Hirnaktivität der Studienteilnehmer während der Studie eindeutig ausmachen. Demnach steigert Schlafmangel die Freude über einen Gewinn, während gleichzeitig der Unmut über den Verlust des Einsatzes reduziert wird. Dies zeige, wie wichtig eine ausreichende Menge an Schlaf sei, vor allem für Menschen mit verantwortungsvollen Tätigkeiten, so die Forscher. [mst]

Quelle: Eurekalert!

Biologie Hühner können mitfühlen.

Zumindest fühlen Hennen mit ihren Küken, sobald sie sehen, dass diese bedrängt werden oder in Stresssituationen gelangen. Dann reagieren die Mütter körperlich so, als ob sie selbst in Gefahr wären. Bei Tests zeigten die Hennen in solch einer Situation eine erhöhte Aufmerksamkeit, deutliche Unruhe, höheren Puls und kühlere Augen, schreiben Forscher der Universität Bristol in den Mitteilungen der britischen Royal Society. Damit erkennen die Hühner auch ohne Stressrufe des Kükens, dass ihr Nachwuchs Hilfe benötigt. Bislang war empathisches Verhalten innerhalb der Vogelwelt nur bei den als sehr intelligent geltenden Rabenvögeln beobachtet worden. [mst]

Quelle: Royal Society

Biologie Viren mögen Cholesterin.

Das legen die Ergebnisse einer Studie nahe, die im Fachblatt PLoS Biology vorgestellt wird. Daher könnten Virusinfektionen in Zukunft durch cholesterinsenkende Medikamente bekämpft werden. Bei ihrer Studie an Mäusen hatten Mediziner aus Edinburgh herausgefunden, dass das Immunsystem bei einer Virusinfektion ein bestimmtes Protein produziert, das dafür sorgt, dass der Cholesterinspiegel im Körper deutlich gesenkt wird. Dann können sich Viren nur schwer ausbreiten. Damit konnten die Forscher erstmals überhaupt eine direkte Verbindung zwischen Immunsystem und Fettstoffwechsel nachweisen. Bislang war nicht klar, ob und wie das Immunsystem den Stoffwechsel während und nach einer Infektion beeinflusst. Diese indirekte Methode wäre ein völlig neuer Ansatz, Infektionen gezielt anzugehen, hoffen die Forscher. Bislang attackieren Medikamente wie Antibiotika die Mikroorganismen direkt. Dies führt jedoch zunehmend zu Resistenzen, was die Medikamente zum Teil wirkungslos macht. [mst]

Quelle: PLoS Biology

Geophysik Das Abschmelzen der polaren Eisschilde hat sich stark beschleunigt.

Grönland und die Antarktis verlieren inzwischen mehr Eis als alle Gebirgsgletscher der Erde zusammen. Schon heute dominiert ihr Schmelzwasser damit den Anstieg des Meeresspiegels. Das sei viel früher als erwartet, berichtet die Amerikanische Geophysikalische Union. Sie bezieht sich dabei auf eine neue Studie US-amerikanischer und niederländischer Wissenschaftler, die in Kürze veröffentlicht werde. Die Forscher rekonstruierten demnach die polaren Eismassen-Verluste für die vergangenen 20 Jahre. Dafür werteten sie unter anderem Radar- und Schwerefeld-Messungen von Satelliten aus. Den Daten zufolge verlieren Grönland und die Antarktis von Jahr zu Jahr 36 Milliarden Tonnen Eis mehr. Die Beschleunigung der Abschmelzrate sei dreimal so groß wie bei den Gebirgsgletschern. Wenn dieser Trend anhalte, werde der Meeresspiegel im Laufe dieses Jahrhunderts stärker ansteigen als befürchtet. [Volker Mrasek]

Quelle: American Geophysical Union

Raumfahrt Die US-Raumfähre Discovery geht heute in Rente.

In rund einer Stunde soll das Spaceshuttle für immer zur Erde zurückkehren und planmäßig in Cape Canaveral in Florida landen. Die Discovery flog 1984 erstmals ins Weltall und absolvierte die meisten Missionen aller NASA-Shuttles. In ihrer 27-jährigen Karriere umrundete die Raumfähre 5.600 Mal die Erde und beförderte 180 Menschen ins All. Ebenso brachte sie viele Gerätschaften ins Weltall, etwa das Weltraumteleskop Hubble, die Sonnensonde Ulysses oder Teile des japanischen Labors Kibo für die Internationale Raumstation ISS. Nach ihrer Rückkehr zur Erde soll die Discovery zum Museumsstück werden. [mst]
08.03.2011

Medizin Ersatz-Harnröhren bewähren sich im Praxistest

Ein Ärzteteam aus Mexico und den USA hat einen ersten Langzeiterfolg erzielt bei der Herstellung von künstlichen, maßgeschneiderten Harnröhren, die aus körpereigenen Zellen hergestellt werden. Solche Ersatzorgane hatten die Mediziner vor vier bis sechs Jahren fünf Jungen eingesetzt, die damals zwischen 10 und 14 Jahren alt waren. Eine Untersuchung hat nun ergeben, dass die Harnröhren immer noch voll funktionstüchtig sind. Sie gleichen in der Gewebestruktur und in ihrer Funktion dem natürlichen Organ, berichten die Forscher im Fachblatt "Lancet". Schäden an der Harnröhre können durch Unfälle, Krankheiten oder Gendefekte entstehen. //[mst]//

Quelle: Lancet

Paläoanthropologie Die ersten Menschen stammten wahrscheinlich aus dem Süden von Afrika, und nicht aus dem Osten, wie bisher angenommen.

Das glauben Wissenschaftler aus Kalifornien, die genetische Tests an heute lebenden Menschen durchgeführt haben. Untersucht haben sie das Erbgut von Personen, die verschiedenen indigenen Stämmen angehören. Die Häufigkeit von bestimmten Variationen innerhalb der DNA liefert einen Hinweis auf das historische Alter des Erbguts. Die höchste genetische Vielfalt konnten die Wissenschaftler bei Stämmen aus der Kalahari-Wüste nachweisen. Sie glauben daher, dass dort die Wiege der Menschheit stand. Anthropologische Untersuchungen hingegen legen den Schluss nahe, dass die ersten Menschen aus dem östlichen Afrika stammten. Denn dort wurden die bisher ältesten Schädel des anatomisch modernen Menschen gefunden. //[mst]//

Quelle: PNAS, Nature news

Gesundheit Die USA haben einen Diabetes-Gürtel

In fünfzehn US-Staaten vor allem im Südosten des Landes sind die Diabetes-Raten deutlich höher als im Rest der Bevölkerung, typischer Weise um bis zu zehn Prozent. Das berichten Forscher aus Atlanta im Fachmagazin "American Journal of Preventive Medicine". In den betroffenen Landkreisen sei auch schweres Übergewicht häufiger. Das sei eine wichtige Ursache für Diabetes. Mangelnde Bewegung verschärfe das Problem, sagen die US-Mediziner. //[mst]//

Klimaforschung Landumwandlung setzt Treibhausgase frei

Die Umwandlung von tropischen Regenwäldern in Südostasien zu Plantagen für die Herstellung von Biotreibstoffen hat beträchtliche Mengen Kohlendioxid freigesetzt. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern aus Zürich. Sie hatten Satellitenaufnahmen ausgewertet, welche Malaysia, Borneo und Sumatra zeigten. Aus der abgeholzten Fläche, die zu Plantagen für Ölpalmen umgewandelt wurde, haben sie die Menge an CO2 berechnet, die dadurch in die Atmosphäre gelangt ist. Dabei kommen sie auf gut 150 Millionen Tonnen. Ein Teil davon stammt aus dem feuchten, torfhaltigen Boden der Regenwälder. Auch die Biodiversität habe unter der Umwandlung gelitten, schreiben die Forscher im Fachblatt "PNAS". Sie schlagen daher vor, die verbleibenden Flächen besser zu schützen. //[mst]//

Quelle: PNAS, Nature News

Klimaforschung Klimaerwärmung führt nicht zu einem Dauer-El-Nino

Das Klimaphänomen El-Nino, das im Pazifik auf Höhe des Äquators auftritt, wird auch in Zukunft nicht zu einem Dauerzustand werden. El-Nino kehrt im Moment regelmäßig im Abstand einiger Jahre wieder. Dabei steigt die Wassertemperatur in einem Streifen vor der Westküste von Südamerika. In der Folge davon kommt es zu verstärkten Regenfällen über Amerika und zu Trockenheit in Australien. Klimaforscher hatten befürchtet, dass steigende globale Temperaturen das Phänomen zu einem Dauerzustand machen könnten. Dem widersprechen nun aber britische Forscher. Sie hatte Bohrkerne aus der Arktis untersucht, die aus der späten Kreidezeit stammen. Damals war das Klima deutlich wärmer als heute. Trotzdem zeigen die Sedimentschichten an, dass El-Nino damals ebenfalls periodisch aufgetreten ist. Es sei offenbar ein stabiles Phänomen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Geophysical Research Letters". //[mst]//

Quelle: Geophysical Research Letters

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