Montag, 15.10.2018
 
07.03.2015

Werberat Immer mehr Proteste gegen frauenfeindliche Werbung

Im vergangenen Jahr kritisierten die Verbraucher 198 Annoncen und Werbespots als sexistisch und diskriminierend, so der Deutsche Werberat. Im Vorjahr waren es noch 154 gewesen. Der Werberat führt die Zunahme der Beschwerden gegen frauenfeindliche Werbung auf die wachsende Sensibilisierung in der Bevölkerung zurück. Die Reaktion der werbenden Firmen war unterschiedlich. Ein Großteil stellte die Werbung ein oder veränderte sie. Die übrigen wurden öffentlich gerügt.

Medienrecht Google und Facebook sollen im Medienstaatsvertrag berücksichtigt werden

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig will Internetsuchmaschinen in den neuen Staatsvertrag mit einbeziehen. Nach Albigs Ansicht muss die neue Medienordnung die Suchmaschinen verpflichten, immer auch ein öffentliches Informationsangebot unter den obersten Suchergebnissen anzuzeigen. Der Medienstaatsvertrag soll den jetzigen Rundfunkstaatsvertrag ersetzen, um traditionellen und modernen Medien gerecht zu werden. Die Ministerpräsidenten diskutieren seit zwei Jahren darüber, wie sie auf Internetplattformen reagieren sollen.

Rundfunkbeitrag ARD und ZDF nahmen im vergangenen Jahr 8,3 Milliarden Euro ein

Das waren 643 Mio. Euro mehr als im Vorjahr, teilte die ARD in dieser Woche mit. Der Beitragsservice der Sender schätzt, dass die Anstalten bis zum Abschluss der vierjährigen Gebührenperiode im Dezember 2016 insgesamt 1,5 Milliarden Euro mehr einnehmen werden als geplant. Die Privatsenderverbände forderten, die Mehreinnahmen zu nutzen, um die Werbung zu verringern. Die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder Malu Dreyer sagte, dank der Mehreinnahmen werde der Rundfunkbeitrag auch in der kommenden Gebührenperiode nicht steigen.

Bundesgerichtshof Entscheidung über Einspeise-Entgelt für Öffentlich-Rechtliche im Kabelfernsehen im Juni

Konkret geht es um den Anspruch des größten deutschen Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland, für die Verbreitung der Programme von ARD und ZDF Geld zu verlangen. Diese hatten ihre Zahlungen seit 2013 eingestellt. Torsten Gerpott, Professor für Telekommunikationswirtschaft erläutert gegenüber Markt und Medien:

"Es gab früher zu Zeiten, als die Kabelnetze aufgebaut wurden in Deutschland einen politischen Konsens, dass die Finanzierung dieses Aufbaus einmal durch die damalige Deutsche Bundespost und durch die damaligen öffentlich-rechtlichen Sender mitgetragen werden sollen, das wurde dann durch diese Einspeise-Entgelte für die öffentlich-rechtlichen Sender mit realisiert. Im Laufe der Jahre hat sich das aber gewandelt, die Kabelnetze sind nicht mehr subventionsbedürftig, vor diesem Hintergrund haben die öffentlich-rechtlichen Sender schon mehrfach in der Vergangenheit betont, dass sie nicht mehr zahlen wollen. Dass auch schon im letzten Vertrag in einer Präambel gegenüber den Kabelnetzbetreibern schriftlich fest gehalten und dann jetzt eben auch zu Ende 2013 die Verträge gekündigt, um von diesem historischen Erbe dann auch Abstand zu nehmen."

Gegen die weiteren Forderungen des Kabelnetzbetreibers hatten dann die Sender SWR und BR vor den Oberlandesgerichten Stuttgart und München geklagt.

"Also die vorherigen Instanzen haben eigentlich ziemlich eindeutig verneint, dass es eine Entgelt-Zahlungspflicht der öffentlich-rechtlichen Sender gibt. Sie haben auch dieses Argument aufgegriffen, dass letztendlich die Programmverbreitung für die Netzbetreiber auch einen wirtschaftlichen Vorteil darstellt und ich kann mir eigentlich auch nicht vorstellen in der jetzigen Gemengelage, dass der BGH jetzt Urteile der Vorinstanzen in Bausch und Bogen verdammen wird. Ich rechne eher damit, dass am Ende des Tages, dass die Einspeise-Entgelte der Vergangenheit angehören werden."

Frankreich Deutsche Journalisten wurden in Paris mit einer Drohne angehalten

Vier Reporter vom Bayerischen Rundfunk wurden im Norden von Paris von der Polizei gestoppt, weil sie eine Drohne dabei hatten. So ein Bericht der Nachrichtenagentur AFP. Die Journalisten seien jedoch nicht in Gewahrsam genommen worden, weil sie das ferngesteuerte Flugobjekt nicht eingesetzt hätten. Die französische Polizei beobachtet seit Wochen zahlreiche nächtliche Drohnenflüge über Paris. Der Einsatz von Drohnen ohne offizielle Genehmigung ist verboten und strafbar. Ende Februar wurden drei Journalisten des katarischen Nachrichtensenders Al Dschasira festgenommen, weil sie für eine Reportage über mysteriöse Drohnenflüge selbst ein Flugobjekt eingesetzt hatten.

28.02.2015

Italien Berlusconi geht auf Einkaufstour

50 Schriftsteller, darunter Umberto Eco, haben sich in einem offenen Brief gegen Expansionspläne des italienischen Milliardärs und ehemaligen Ministerpräsidenten gewandt. Berlusconi streckt über seine Familienholding Mediaset die Fühler nach der Buchsparte der Mediengruppe RCS aus. Gelänge dieses Geschäft, würde Berlusconi 40 Prozent des italienischen Buchmarktes kontrollieren. In den nächsten Tagen will der RCS-Aufsichtsrat über die Offerte von Mediaset beraten. In dieser Woche hat Berlusconi auch ein Angebot für die Sendemasten des Staatsfernsehens Rai abgegeben.

Datenströme US-Entscheidung stärkt Netzneutralität

Während in Europa noch über die Zukunft der gleichberechtigten Durchleitung von Daten im Internet diskutiert wird, schafft die amerikanische Regulierungsbehörde FCC Fakten. Nach einer Entscheidung von Donnerstag dürfen Provider keine legalen Inhalte blockieren oder ausbremsen. Untersagt ist auch die Einrichtung sogenannter Mautstellen, hinter denen der Datenfluss bevorzugt geleitet wird.

Webmedien Auch der Spiegel will Bezahlmodelle testen

Unter dem neuen Chefredakteur Klaus Brinkbäumer ist das Nachrichtenmagazin weiterhin auf der Suche nach einer neuen gemeinsamen Strategie für den Print und Onlinebereich. Ein Projekt, an dem Brinkbäumers Vorgänger Wolfgang Büchner nach monatelangen Querelen mit der Redaktion der gedruckten Ausgabe gescheitert war. Gegenüber dem Deutschlandfunk erklärte Klaus Brinkbäumer:

"Wir diskutieren über ganz konkrete neue Produkte, die ich im Detail noch nicht ausführen kann, weil sie noch nicht reif für die Umsetzung sind. Und dann geht es natürlich um die Fragen: Wie können Spiegel-Leute, Spiegel-Online-Leute, Leute aus dem Verlag, Leute von Spiegel-TV am besten zusammengeschaltet werden? Und übrigens erstaunlicherweise alle die Angesprochenen wollen das. Selbstverständlich auch die angeblich so fortschrittsfeindlichen Spiegel-Leute sind so begeistert für dieses Haus unterwegs, dass sie natürlich diese Dinge gemeinsam angehen. Da wurde auch ganz schön viel verzerrt im vergangenen Jahr."

Internet Sueddeutsche.de wird kostenpflichtig

Nur noch zehn Artikel sollen Leser des Internetangebots der Tageszeitung ab Ende März monatlich kostenlos lesen können. Wer mehr möchte, kann für 1,99 Euro einen Tagespass oder für 30 Euro ein Monatsabo kaufen, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet. Bislang war das komplette Angebot auf sueddeutsche.de kostenlos.

Fernsehgebühr Großbritannien erwägt eine Haushaltsabgabe

Die heutige "TV Licence Fee" wird erhoben, wenn ein Fernseher vorhanden ist oder Programme live im Internet angesehen werden können. Diese Gebühr habe keine Zukunft, erklärte der parlamentarische Medienausschuss und sprach sich für eine Umwandlung der Gebühr in eine Haushaltsabgabe nach deutschem Vorbild aus.

Griechenland Athen will öffentlich-rechtlichen Sender wiedereröffnen

Die griechische Regierung will dem Parlament einen Gesetzentwurf vorlegen, nach dem alle 2.600 im Juni 2013 entlassenen Mitarbeiter des Senders ERT an ihre Arbeitsplätze zurückkehren sollen. Gleichzeitig schloss ein Berater des neuen Regierungschefs Tsipras eine Erhöhung der Rundfunkgebühren nicht aus.

"Bild"-Zeitung Kritik an der Selfie-Aktion

Das Boulevardblatt hatte in dieser Woche seine Leser dazu aufgefordert, sich zusammen mit der Bild-Schlagzeile "Nein – keine weiteren Milliarden für die gierigen Griechen" zu fotografieren. Eingesandte Bilder wurden am Freitag auf die Titelseite der "Bild" gesetzt. Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Berliner "Tagesspiegel", ist zwar nicht grundsätzlich gegen Kampagnenjournalismus, schließt ihn aber für sein eigenes Blatt aus.

"Eine Redaktion, die eine Meinung hat, die gibt es eigentlich gar nicht. Da gibt es höchstens einen Chef, der eine Meinung hat und der sie seinen Redakteuren überstülpt. Das finde ich aber das wirklich Schlimme an diesem Fall. Da wird nicht einfach nur gesagt, wir sind dafür oder wir sind dagegen. Sondern da wird mit dem Begriff "die gierigen Griechen, keine Milliarden für die gierigen Griechen" ein ganzes Volk verunglimpft. Und das kann man einfach nicht machen. Es kommt erschwerend dazu, dass die "Bild"-Zeitung eine wirklich sehr zwiespältige Haltung hat. Die "Bild"-Zeitung hat sich explizit gegen Pegida ausgesprochen. Und hat gar nicht verstehen wollen, woher diese Ressentiments gegen Ausländer kommen. Sie schürt sie aber immer wieder aufs Neue. Und der Begriff der gierigen Griechen ist nichts anderes als eine Volksverhunzung und das lehne ich entschieden ab."

Selbstverständlich müsse man akzeptieren, dass Boulevardmedien einen anderen journalistischen Stil pflegten, erklärte Lorenz Maroldt gegenüber Markt und Medien:

"Man kann sagen, das ist der Boulevard, das macht der Boulevard immer. Und dennoch muss man immer aufs Neue sagen, es ist falsch, dass der Boulevard so etwas macht. Nicht, dass der Boulevard Kampagnen macht. Soll er gerne machen. Aber Kampagnen, die darauf aufbauen, dass man ein ganzes Volk verunglimpft, das finde ich, kann man nicht machen, das finde ich geradezu abscheulich."

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