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04.07.2015

Soziale Netzwerke Facebook will Werbeerlöse mit Videoproduzenten teilen

Das weltgrößte Online-Netzwerk gibt zunächst testweise die Werbeerlöse bei einigen Videos an die Autoren ab. Das Aufteilen der Werbeeinahmen erlaubt es den Video-Autoren, ihr Geschäft mit Hilfe der Plattform aufzubauen. Und Facebook würde damit zu einem schärferen Konkurrenten von Googles Plattform-Tochter Youtube werden. Zur Zeit hat Facebook 1,4 Milliarden aktive Nutzer und Youtube ebenfalls über eine Milliarde Nutzer.

Fernsehen Neuer Staatsvertrag für SWR tritt diese Woche in Kraft

Danach wird die Anzahl der staatlichen Mitglieder im Verwaltungsrat des SWR von sieben auf sechs reduziert. Insgesamt besteht das Gremium aus 18 Personen. Außerdem wird die Amtszeit des Verwaltungsrats sowie des Rundfunkrats auf drei Amtsperioden begrenzt. Eine Amtszeit dauert fünf Jahre. Weiterhin soll die Zusammensetzung der Gremien nach zwei Amtszeiten evaluiert werden. Der Intendant wird künftig von beiden Gremien gewählt und die Sitzungen der Rundfunkräte werden grundsätzlich öffentlich sein.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im März vergangenen Jahres entschieden, dass die Aufsichtsgremien der öffentlich-rechtlichen Sender staatsferner organisiert werden müssen.

Überwachung Reporter ohne Grenzen verklagt den Bundesnachrichtendienst

Die Journalistenorganisation reichte die Klage am Dienstag beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein. Sie wirft dem BND vor, ihren E-Mail-Verkehr mit ausländischen Partnern und Journalisten strategisch überwacht zu haben.

Matthias Spielkamp, Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen gegenüber dem Deutschlandfunk: "Wir möchten, dass das Bundesverwaltungsgericht feststellt, dass der BND das Fernmeldegeheimnis verletzt hat und wir sagen, dass es keine Rechtsgrundlage gibt für die Datenbank VERAS, die der BND verwendet. Da muss man einfach sagen, es handelt sich um eine Vorratsdatenspeicherung ohne Rechtsgrundlage. Das heißt in dieser Datenbank werden Metadaten abgespeichert und bis in die fünfte Ebene hinein analysiert. Das kann man sich relativ leicht klar machen, was das bedeutet, was die fünfte Ebene heißt. Das heißt jemand von uns kommuniziert mit einem befreundeten Journalisten im Ausland, der wiederum mit einem befreundeten Journalisten kommuniziert, der wiederum mit einem Informanten kommuniziert, der zum Beispiel mit einem Rechtsverletzer kommuniziert, dann unterstellt der BND, dass da eine Verbindung zwischen uns und dieser Person besteht."

Panoramafreiheit Voraussichtlich keine Mehrheit für Foto-Einschränkungen im EU-Parlament

Bilder von öffentlichen Gebäuden können in Deutschland wohl auch künftig ohne besondere Erlaubnis kommerziell genutzt werden. Darauf hätten sich die großen Fraktionen vor der Abstimmung am 9. Juli verständigt, hieß es unter den Abgeordneten in Brüssel. Sie wollen gegen die Urheberrechtsreform stimmen, die vom Rechtsausschuss vorgeschlagen wurde.

Im Vorfeld hatten bereits viele verschiedene Institutionen ihre Bedenken gegen die Reform geäußert. Darunter auch die Journalistenorganisation Freelens. Bernd Lauter aus dem Vorstand sagte im Deutschlandfunk: "Die Fotografie würde so wie sie bisher ist quasi unmöglich gemacht. Mit dem Urteil stehen wir nicht alleine. Sämtliche Berufsverbände von Fotographen, nicht nur deutschlandweit, sondern auch international. Wir haben in Deutschland eine liberale Regelung, was die Fotografie im öffentlichen Raum angeht. Es ist kein rechtefreier Raum. Es gibt Einschränkungen, was Privatgebäude angeht. Es gibt Einschränkungen, wenn Personen abgebildet werden, dann müssen selbstverständlich die Persönlichkeitsrechte abgeklärt werden. Berufsfotographen wissen das. Das betrifft auch keine temporäre Kunstinstallation. Zum Beispiel 2002 der verhüllte Reichstag von Christo ist ausdrücklich nicht von der Panoramafreiheit abgedeckt, weil es sich um ein temporäres Kunstwerk handelt."

Fernsehen Medienexperte Bernd Gäbler fordert die ARD auf weniger Politmagazine im Ersten zu zeigen

In einer heute von der Otto-Brenner Stiftung veröffentlichten Studie plädiert Gäbler dafür, die Zahl der politischen Magazine im öffentlich-rechtlichen Fernsehen deutlich abzubauen. Besonders "Fakt" und "Kontraste" hätten im Untersuchungszeitraum zwischen September und Dezember 2014 zu wenig eigene Recherchen aufzuweisen gehabt, so Gäbler. Die Sendungen sollten in den dritten Programmen fortgesetzt werden - schlägt er weiter vor. ARD-Chefredakteur Thomas Baumann wies die Kritik zurück. Die jahrelange interne Debatte über die Politmagazine sei beendet. Die sechs verschiedenen Sendungen seien starke, eingeführte Marken und es gebe keinen Grund sie preiszugeben, so Baumann.

Ines Pohl TAZ-Chefredakteurin wechselt zur Deutschen Welle nach Washington

Nach sechs Jahren werde es "Zeit für etwas Neues", begründete Ines Pohl ihren Schritt. Sie hatte 2009 die Nachfolge der langjährigen Chefredakteurin Bascha Mika angetreten, die inzwischen die "Frankfurter Rundschau" leitet. Ines Pohl hatte vor ihrem Wechsel zur TAZ als Korrespondentin in Berlin für die Mediengruppe Ippen gearbeitet.

27.06.2015

Berichterstattung Politischer Journalismus in der Krise

Das Misstrauen der Deutschen gegenüber der Berichterstattung wächst. Zu diesem Befund kommt Infratest Dimap im Auftrag der Wochenzeitung "Die Zeit". Nur noch vier von zehn Deutschen hätten sehr großes oder großes Vertrauen in die politische Berichterstattung der Medien. Sechzig Prozent dagegen haben wenig oder gar kein Vertrauen in den politischen Journalismus. Die Wochenzeitung führt den Ansehensverlust auch auf die Diskussionen um angeblich gekaufte Journalisten und Schlagworte wie „Lügenpresse" zurück. Für Alexander Filipovic dagegen sind die Medien heute nicht wesentlich schlechter als vor Jahren. Der Professor für Medienethik an der Münchner Hochschule für Philosophie erklärte gegenüber Markt und Medien:

"Sicher, es gibt Fehlleistungen des Journalismus, und das muss man kritisieren. Aber ich glaube nicht, dass das der einzige Grund ist für diese massive Glaubwürdigkeitskrise des politischen Journalismus. Diese Lügenpressegeschichte ist für mich nicht an einzelnen Fehlleistungen des Journalismus' festzumachen. Ich würde es eher in die große Veränderung öffentlicher Kommunikation via Internet und Digitalisierung einordnen. Die Menschen müssen sich erst daran gewöhnen, dass sie selber publizieren können, sie reagieren viel reflexiver auf öffentliche Kommunikation und haben die Möglichkeit, sich dazu zu äußern. Und das kommt dann dabei heraus. Die Menschen haben sich offenbar noch nicht daran gewöhnt, dass auch in diesen Formen moralische Maßstäbe gelten."

Landesmedienanstalt Gerangel um neuen DLM-Vorsitz

Noch in diesem Jahr soll der Nachfolger von Jürgen Brautmeier an der Spitze der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten gefunden werden. Informationen des Handelsblatts zufolge soll es auf Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, hinauslaufen. Schneider leitete bis 2011 die bayerische Staatskanzlei. Das Handelsblatt berichtet online, dass sich im Direktorenkreis Widerstand gegen die Berufung des BLM-Präsidenten rege.

Fernsehen Die ARD wehrt sich gegen die Vorwürfe der Dokumentarfilmer

Programmdirektor Volker Herres erklärte, dass der Anteil der dokumentarischen Angebote im Ersten nicht abgenommen habe. Das Sendevolumen variiere jährlich zwischen 122 und 135 Stunden. Der Verband deutscher Dokumentarfilmer, kurz AG Dok, hatte die ARD dafür kritisiert, einen frei werdenden Sendeplatz nach dem Ende der Günther-Jauch-Talkshow nicht für Dokumentationen verwenden zu wollen. Der AG-Dok Vorsitzende Thomas Frickel bemängelte gegenüber Markt und Medien, dass der Anteil von Dokumentarischem im Hauptprogramm nur bei 8,5 Prozent läge. In der Gunst der Zuschauer stehe Dokumentarisches aber ganz weit oben, erklärte Thomas Frickel.

"Manchmal ist ja die ARD selbst überrascht, wenn sie eine Dokumentation ausstrahlt und freudig die Marktanteile zur Kenntnis nimmt. Aber das dürfte erst mal kein Kriterium sein für ein öffentlich finanziertes Programm. Wenn man wissen will, was die Zuschauer sehen möchten, dann möge man doch bitte in den Media Perspektiven, also sozusagen in der ARD-internen Statistik nachschauen. Und da wird man finden, dass Dokumentarfilme von 76 Prozent der Befragten benannt werden, wenn sie nach ihren Lieblingssendungen im Fernsehen benannt werden, aber nur 56 Prozent sagen, dass sie am liebsten Sport sehen und um die30 Prozent möchten gerne Talkshows sehen. Und wenn dann bei dokumentarischen Angeboten nicht alle einschalten, dann würde ich mal sagen, ist das das Resultat einer jahrelangen Entwöhnung. Ich glaube, man muss das wieder zu einer festen Größe im gesamten Programmangebot machen. Damit die Menschen merken, man kann in der ARD und im ZDF, also in den öffentlich-rechtlich finanzierten Sendern, was anderes erwarten, als in vielen anderen Kanälen, die uns so ins Haus flimmern."

Fernsehen ProSiebenSat.1 kauft Verivox

Die TV Gruppe aus Unterföhring bei München lässt sich achtzig Prozent des Internet-Vergleichsportals mindestens 170 Millionen Euro kosten. Für Übernahmen will ProSiebenSat.1 allein in diesem Jahr bis zu 500 Millionen Euro ausgeben. Mit digitalen Zusatzgeschäften will der Konzern seine Abhängigkeit von TV-Werbeeinnahmen verringern. Werbespots für die Neuzugänge in den hauseigenen Programmen sollen deren Bekanntheit auf preiswerte Weise steigern.

Medien Der Vatikan reformiert seine Medien

Papst Franziskus will sie zu einem neuen Sekretariat für Kommunikation zusammenlegen. Betroffen sind unter anderem Medien wie die Zeitung L'Osservatore Romano, der Fernsehsender CTV und Radio Vatikan. Sie alle sollen weiterhin eigenständig arbeiten können, jedoch vom neuen Sekretariat kontrolliert werden. Präfekt der neuen Behörde wird der CTV-Direktor Dario Edoardo Vigano. Die Reformkommission unter der Leitung von Chris Patten, dem ehemaligen Vorsitzenden des BBC Trust, hatte jüngst konstatiert, dass die Vatikanmedien nicht fit für das digitale Zeitalter seien.

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