Rechtspopulismus in Italien
Meloni-Herausforderer Vannacci provoziert mit KI-Videos von sich als römischer Imperator

Italiens Ministerpräsidentin Meloni hat sich von KI-Videos des rechtsextremen Herausforderers Roberto Vannacci distanziert.

    Nahaufnahme von Roberto Vannacci.
    Italiens Ex-General und neuer Rechtsaußenpolitiker Roberto Vannacci. (Gregorio Borgia / AP )
    Die ebenfalls rechtsgerichtete Regierungschefin teilte mit, die Clips entsprächen weder ihrer Persönlichkeit noch ihrem Verständnis von politischer Debatte. Meloni verzichtete jedoch auf juristische Schritte, um die Verwendung ihres Konterfeis zu untersagen. In den computergenerierten Videos inszeniert sich der frühere General als römischer Kaiser, als Imperator Robertus Vannaccius, der über der gefesselten politischen Konkurrenz im Kolosseum den Daumen senkt – was den Tod bedeutet. Oppositionspolitiker sprachen von einer gefährlichen Anstiftung zu Gewalt. Meloni wird in den Videos als weniger wichtige Patrizierin dargestellt. Experten bezeichnen solche billig produzierten KI-Videos, die massenhaft in Sozialen Netzwerken verbreitet werden - gerne zur Provokation -, als "Slopaganda"; ein Wortspiel aus "slop" für minderwertig und "Propaganda".
    Kommendes Jahr sind Parlamentswahlen. Vannaccis neue Rechtsaußenpartei "Futuro Nazionale" liegt in Umfragen bei rund sieben Prozent. Er profitiert vor allem von Wählern der kleineren Koalitionspartner Melonis, der konservativen Forza Italia und der rechten Lega. Vannacci provoziert immer wieder mit abfälligen Äußerungen über Einwanderer, Frauen und Homosexuelle, was seine Suspendierung vom Dienst zur Folge hatte. Nach seiner Wahl ins Europaparlament (damals noch für die Lega) verabschiedete er sich endgültig aus dem Militär. Auf europäischer Ebene sitzt der 57-Jährige nun zusammen mit der AfD in einer Fraktion.
    Diese Nachricht wurde am 28.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.