
Tausende Menschen in insgesamt 34 US-Bundesstaaten sind infiziert. Angesteckt haben sie sich mutmaßlich über kontaminierte Lebensmittel. Der Cysclospora-Parasit wird nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen, sondern über verunreinigte Nahrung oder das Trinkwasser. Die Parasiten siedeln sich im Dünndarm an und können nach dem Ausscheiden Desinfektionsmittel und teils sogar Kläranlagen überleben.
Lange Inkubationszeit erschwert Rückverfolgung nach Infektion
Martin Grobusch, Leiter des Instituts für Tropenmedizin an der Universität Amsterdam, führt die noch ungelöste Frage nach der Ursache der aktuellen Ausbreitung auf verschiedene Faktoren zurück. Einerseits dauere es ungefähr zwei Wochen, bis Betroffene nach Befall erste Symptome zeigten. Das erschwere im Nachhinein die Untersuchung, wann, wo und womit sich die Betroffenen infiziert haben könnten. In den USA steht aktuell eine Fast-Food-Kette in Verdacht, durch kontaminierten Salat die Erkrankungen einiger Patienten ausgelöst zu haben - bestätigt ist das aber noch nicht. Außerdem betont Grobusch, die Sparmaßnahmen der US-Regierung, etwa an den Gesundheitsämtern, würden durch Personalmangel ebenfalls die Aufklärarbeit erschweren. Im April 2025 entließ US-Gesundheitsminister Kennedy 10.000 Mitarbeitende aus dem Gesundheitssektor.
Seit den 1990er Jahren habe es immer wieder Ausbrüche gegeben, erklärt Grobusch, jedoch nicht mit derselben Fallzahl wie aktuell. Die Parasiten können mit Antibiotika behandelt werden, die Infektion verläuft im Normalfall nicht gefährlich. In Deutschland und Europa kommt Cyclosporiasis selten vor.
Diese Nachricht wurde am 21.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
