Petersberger Klimadialog
Merz: Deutschland wird verlässlicher Partner im Kampf gegen Klimawandel bleiben

Deutschland wird nach den Worten von Bundeskanzler Merz ein verlässlicher Partner im Kampf gegen den Klimawandel bleiben. Beim Petersberger Klimadialog in Berlin sagte er, man brauche eine Klimapolitik, die multilateral, ambitioniert und effektiv sei. So bekomme man öffentliche Unterstützung und halte die Wirtschaft wettbewerbsfähig.

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht beim 17. Petersberger Klimadialog an einem Rednerpult.
    Bundeskanzler Merz (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
    Effektive und vorausschauende Klimapolitik hänge von der Verknüpfung von Klima-, Wirtschafts-, Energie- und Innovationspolitik ab, führte Merz aus. Klimaschutz ⁠dürfe die industrielle Basis ⁠in Deutschland nicht gefährden. Ein Wandel, der zu einer Deindustrialisierung führe, werde in der Bevölkerung keine Akzeptanz finden und letztendlich die Innovation behindern. Im Rahmen seiner Rede verwies der Kanzler darüber hinaus auf Herausforderungen durch die Krise im Nahen Osten. Deutschland werde sich darauf einstellen müssen, dass politische Akteure die Abhängigkeiten in den Lieferketten ausnutzten. Darauf müsse man vorbereitet sein, betonte Merz.

    EU-Kommissar: Klimaneutralität bis 2050 erreichbar

    Der EU-Kommissar für Klimaschutz, Hoekstra, sieht gute Chancen, trotz Energiekrise das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Im Deutschlandfunk erklärte der niederländische Christdemokrat, dafür müsse man Industrie, Klimaschutz und Energieunabhängigkeit zusammenbringen. Es sei falsch zu denken, dass politische Maßnahmen entweder gut fürs Klima oder für die Wirtschaft seien. Wichtig sei es nun, die Elektrifizierung voranzutreiben, etwa durch E-Autos und Solartechnik auf Gebäuden. Außerdem müssten Wind- und Kernenergie sowie Stromnetze und Speichermöglichkeiten konsequent ausgebaut werden.

    Kritik von Umweltschützern

    Am ersten Tag der Veranstaltung hatten die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Germanwatch der Bundesregierung Unglaubwürdigkeit beim Kampf gegen die Erderwärmung vorgeworfen. Sie kritisierten die Änderungen beim Verbrenner-Aus und das neue Heizungsgesetz sowie das Entlastungspaket der Bundesregierung wegen der aktuellen Energiekrise. Umweltminister Schneider verteidigte die Klima- und Energiepolitik der Bundesregierung. In seinem Klimaschutzprogramm seien acht Milliarden Euro zusätzlich für die nächsten Jahre vorgesehen.
    Der Petersberger Klimadialog dient als Vorbereitungstreffen für die UNO-Klimakonferenz im November in der Türkei. Dort wird es auch um den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und die weltweite Energiekrise gehen. Auf Einladung von Bundesumweltminister Schneider haben in Berlin etwa 30 Staaten über den internationalen Klimaschutz und den Umstieg von klimaschädlichen Energien wie Öl, Gas oder Kohle auf Erneuerbare beraten.
    Diese Nachricht wurde am 22.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.