Geopolitik
Merz greift Kanadas Vorstoß zur Bildung von Bündnissen mittlerer Staaten gegen Großmächte auf

Bundeskanzler Merz hat auf den Vorstoß von Kanadas Premier Carney zur Bildung von Bündnissen angesichts des Handelns von Staaten wie den USA, Russland und China reagiert.

    Davos: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht während einer Plenarsitzung in der Kongresshalle beim 56. jährlichen Treffen des Weltwirtschaftsforums (WEF).
    Bundeskanzler Merz beim Weltwirtschaftsforum in Davos (Markus Schreiber / AP / dpa / Markus Schreiber)
    Die neue internationale Ordnung, die durch Großmächte geprägt werde, basiere auf Macht, Stärke und Gewalt, sagte Merz in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Man müsse dem aber nicht ausgeliefert sein. Europa habe die Chance, sich zu verteidigen, sich im Wettbewerb zu behaupten ‍und geeint aufzutreten. Zugleich warnte Merz davor, die NATO aufzugeben und die transatlantische Partnerschaft vorzeitig abzuschreiben. Im Zeitalter der Großmächte seien auch die USA auf Vertrauen angewiesen. Kanadas Premier Carney hatte angesichts der territorialen Ambitionen etwa der USA gefordert, dass sich mittelgroße Staaten gemeinsam gegen Bedrohungen durch Großmächte wappnen sollten.
    Das Einlenken von US-Präsident Trump im Grönland-Konflikt begrüßte Merz und sprach von Schritten in die richtige Richtung. Zugleich drohte der Kanzler Gegenmaßnahmen für den Fall, dass der US-Präsident doch noch neue Zölle verhängt.
    Merz sicherte Dänemark und Grönland Solidarität und Schutz zu. Deutschland wolle sich zudem im Rahmen der NATO stärker in der Arktis engagieren, um einer russischen Bedrohung zu begegnen.
    Diese Nachricht wurde am 23.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.