Afghanistan-Aufnahmeprogramme
Merz stellt Aufnahme von Afghanen in Aussicht - nach Sicherheitsüberprüfungen

Bundeskanzler Merz hat zurückhaltend auf ein Schreiben von rund 200 Afghanen reagiert, die eine rasche Umsetzung deutscher Aufnahmezusagen fordern.

    Das Bild zeigt ein Stahltor. Davor steht ein Wachmann mit einem Automatik-Gewehr.
    Ein Wachmann steht vor dem Haji-Abschiebezentrum in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Es wurden bereits afghanische Staatsbürger von dort zurück in ihr Heimatland abgeschoben. (picture alliance / dpa / Nabila Lalee)
    Den Unterzeichnern des Briefes drohen nach eigener Aussage Entführung, Folter und Hinrichtung in ihrem Heimatland. Merz sagte dazu, dass man sich an die Zusage der Vorgängerregierung gebunden fühle. Alles stehe jedoch unter dem Vorbehalt individueller Sicherheitsüberprüfungen. Außenminister Wadephul sagte am Rande seiner Indien-Reise, die Bundesregierung wolle die Verfahren bis zum Jahresende abschließen und sei dazu in Abstimmung mit den pakistanischen Behörden.
    Die Ampel-Regierung hatte nach der Machtübernahme der Taliban ehemaligen deutschen Ortskräften und anderweitig Gefährdeten eine Aufnahme in Aussicht gestellt. Pakistan sicherte zu, diese Personen zunächst von den seit Wochen stattfindenden Massenabschiebungen nach Afghanistan ausnehmen. Die 200 Verfasser des Briefes wurden dennoch abgeschoben. Auch heute gab es Berichte, wonach mehrere afghanische Staatsbürger aus deutschen Aufnahmeprogrammen in Pakistan festgenommen wurden.
    Diese Nachricht wurde am 02.09.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.