
Die Amerikaner seien im Iran "ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen", sagte Merz bei einer Diskussion mit Schülern im sauerländischen Marsberg. Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. Weil die Iraner sehr geschickt darin seien, nicht zu verhandeln, werde die ganze amerikanische Nation gedemütigt. Deutschland verliere durch den unüberlegten Krieg viel Geld und Wirtschaftskraft. Am Abend kündigte der Kanzler verstärkte europäische Vermittlungsversuche an. Weil die Gespräche der USA offensichtlich nicht erfolgreich seien, wolle sich die europäische Seite um eine Lösung bemühen, sagte er am Rande einer CDU/CSU-Fraktionsklausur in Berlin. Am Wochenende hatte US-Präsident Trump eine Reise seiner Gesandten nach Islamabad abgesagt und Teheran aufgefordert, sich bei Interesse an einem Abkommen selbst zu melden.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach sich derweil gegen den Vorschlag von Merz aus, EU-Sanktionen gegen den Iran aufzuheben. Das wäre verfrüht, sagte sie vor der Unions-Fraktion. Zunächst müsse es eine grundlegende Veränderung im Verhalten des Regimes gegenüber der eigenen Bevölkerung geben.
Diese Nachricht wurde am 27.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
