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#metoo-Skandal
Auch Uma Thurman wirft Weinstein sexuelle Belästigung vor

Schon vor Monaten wurde Uma Thurman am Rande um ein Statement zu Harvey Weinstein gebeten. Damals erklärte die US-Schauspielerin, sie wolle erst etwas sagen, wenn sie weniger Wut verspüre. Jetzt hat sie schwere Vorwürfe gegen den Filmproduzenten erhoben - und gegen Regisseur Quentin Tarantino.

Von Nicole Markwald | 05.02.2018

Die US-Schauspielerin Uma Thurman auf dem Roten Teppich beim Filmfestival in Cannes 2017.
Uma Thurman beim Filmfestival in Cannes 2017: Mit Tarantino-Filmen wie "Pulp Fiction" und der "Kill Bill"-Reihe wurde sie berühmt (AFP / Anne-Christine POUJOULAT)
Für gut zehn Jahre waren Uma Thurman, Quentin Tarantino und Harvey Weinstein das heilige Dreigespann des Indie-Kinos. Die Schauspielerin galt als Muse für Filmemacher Tarantino - der ließ seine Filme von der Weinstein-Firma Miramax produzieren. 1994 erschien "Pulp Fiction", in dem Uma Thurman eine Drogen-vernarrte Gangsterbraut spielte und mit John Travolta die denkwürdige Twist-Tanzszene hinlegte.
Thurman zementierte ihren Erfolg als Racheengel in den beiden "Kill Bill"-Filmen, die 2003 und 2004 in die Kinos kamen. Wie Thurman nun in einem Interview mit der "New York Times" erzählte, bedrängte Weinstein sie nach dem Erfolg von "Pulp Fiction" in einem Pariser Hotelzimmer. Thurman tat diesen Vorfall noch ab, sah in ihm eher eine Art verrückten, exzentrischen Onkel. Wenig später in einem Londoner Hotelzimmer wurde die Situation ernster. Er griff sie an, bedrängte sie, begann dabei, sich selbst zu entblößen, sagte Thurman gegenüber dem Blatt. "Ich fühlte mich wie ein Tier, wie eine Eidechse, die versuchte, sich da rauszuziehen. Ich versuchte alles, um wieder in meine Spur zu gelangen", erinnert sich die 47-Jährige.
Gewaltszenen übernahm Tarantino persönlich
Am Tag darauf schickte Weinstein einen überdimensionalen Strauß Rosen. Thurman berichtete Tarantino von Weinsteins Verhalten - der Regisseur gab vor Monaten zu, von Weinsteins Übergriffen gewusst und nicht genug dagegen unternommen zu haben.
Und Tarantino selbst schien nicht vor rabiaten Methoden während der Arbeit zurückzuschrecken, sagt Thurman nun. Beim Dreh von "Kill Bill" habe er sie gezwungen, ein unsicheres Auto zu fahren - mit dem sie dann einen schweren Unfall gehabt habe. Die Schauspielerin trug chronische Nacken- und Knieschmerzen davon. Es habe 15 Jahre gedauert, bis der Regisseur die Aufnahmen des Unfalls freigab. Zudem habe Tarantino Filmszenen, in denen Thurman mit einer Kette stranguliert wurde oder angespuckt wurde, persönlich übernommen.
Als die Schauspielerin vor Monaten am Rande eines roten Teppichs um ein Statement zu Harvey Weinstein gebeten wurde, reagierte sie bemerkenswert: Sie habe gelernt, ihre Worte zu zügeln, wenn sie wütend sei. Deshalb wolle sie abwarten, bis sie weniger Wut verspüre und dann das sagen, was sie zu sagen habe:
"I’ve been waiting to feel less angry. And when I’m ready I’ll say what I have to say."
Unterstützung von Hollywood-Kolleginnen
Von ihren Kolleginnen in Hollywood erhält Thurman breite Unterstützung. Jessica Chastain schrieb auf Twitter: "Uma Thurman kennt unser Geschäft seit 30 Jahren. Ich habe großen Respekt vor ihr."
Produzent Judd Apatow prangerte Tarantino an: "Er hat schon die Beschwerden von Daryl Hannah ignoriert, als sie von Weinstein bedrängt wurde. Niemand half ihr. Und jetzt arbeitet Tarantino an einem Film über Polanski. Warum gibt ihm jemand das Geld dafür?"