Donnerstag, 14.11.2019
 
Seit 19:15 Uhr Dlf-Magazin
StartseiteSonntagsspaziergangGeboren aus dem Stamm eines Ahornbaumes08.05.2016

Miao- und Dong-Dörfer im Süden ChinasGeboren aus dem Stamm eines Ahornbaumes

Die Miao und die Dong sind kleine Minderheiten, die überwiegend im Süden Chinas siedeln. Dort investiert die Regierung in die Infrastruktur, um alte Traditionen zu bewahren und Touristen anzulocken. Die Völker haben von Dorf zu Dorf sehr unterschiedliche Rituale bewahrt.

Von Lottemi Doormann

Miao in traditionellen Trachten. (picture alliance / dpa / Jie Duimei)
Miao in traditionellen Trachten. (picture alliance / dpa / Jie Duimei)
Mehr zum Thema

Neuer Roman von Ma Jian Erbarmungsloses China

China Mit der Smartphone-App Korruption anzeigen

Hongkong Unzufriedenheit gegenüber China wächst

Was für eine Begrüßung! Den Besuchern des Dorfes Langde wird eine Schale mit Reisschnaps gereicht. Der Ort liegt auf einem Hügel inmitten einer idyllischen, von Flüssen durchzogenen Berglandschaft. Am Fuße einer Treppe aus grob behauenen Steinstufen, die zum Eingangstor des Dorfes hinaufführt, steht eine junge Frau in einem bunt bestickten Gewand, auf dem Kopf eine mächtige Krone aus purem Silber. Lächelnd reicht sie den Begrüßungstrunk.

Es wäre unhöflich, nicht zu trinken. Noch ahnen wir nicht, dass auf den Stufen hinauf elf weitere Frauen in Festtagsgewändern munter ihren Selbstgebrauten einschenken. Auf der obersten Stufe wird das Destillat in Büffelhörnern an den Mund der Gäste gehalten, mag man sich noch so zieren.

Ganz oben erschallt in voller Lautstärke die Musik. In einer Reihe stehen die Männer des Dorfes, in blau-schwarze Umhänge gekleidet. Sie spielen auf drei Meter langen Mundorgeln aus Bambus, Lusheng genannt. Einfache, dumpfe Tonfolgen sind es, die eine eigentümliche Spannung erzeugen. Ein paar Frauen fangen an, zu singen.

Das traditionelle Schnapsbegrüßungsritual diente einst dazu, Besucher des Dorfes, die Böses im Schilde führten, außer Gefecht zu setzen. Heute leben in den zweistöckigen Holzhäusern von Langde mit ihren Balkonen und geschwungenen Ziegeldächern etwa 600 Menschen. Sie gehören dem Volk der Miao an, einer der 55 offiziell anerkannten ethnischen Minderheiten Chinas. Manchen Quellen zufolge sollen die Miao schon vor 5000 Jahren eingewandert sein, im ganzen Land sind es heute 9,5 Millionen. Das Dorf Langde liegt im Süden Chinas, in der lange Zeit unzugänglichen und armen Provinz Guizhou, in der außer den Miao noch 16 weitere ethnische Minderheiten beheimatet sind. Zusammen bilden sie hier 37 Prozent der Bevölkerung.

Auf dem Dorfplatz springen Kinder übermütig umher, während ihre Mütter und Großmütter in großen Körben bestickte Tücher, Täschchen und Kissen feilbieten.

Die Sonne steht schon tief, als die traditionellen Tänze beginnen und die Besucher auf langen Holzbänken Platz nehmen. Wie Prinzessinnen sehen die Tänzerinnen mit ihren silbernen Büffelhornkronen und bunt bestickten Kostümen aus. Bedächtig bewegen sie sich im Kreis zu den Tönen von Schellen, Trommeln und feierlichen Gongschlägen, und manchmal wird auch gesungen.

"Das Leben im Dorf ist in den letzten Jahren einfacher geworden", sagt die 38-jährige Wu Ru Hua, eine der Tänzerinnen des Dorfes. "Wir haben jetzt Elektrizität und Wasserleitungen, und die Straßen sind besser als früher." Sie sei glücklich darüber, dass nun dreimal in der Woche Touristen ins Dorf kommen und ihr ein kleines Geschäft ermöglichen. Neben ihrer täglichen Arbeit in den Reisfeldern verkaufe sie jetzt selbst genähte und bestickte Täschchen, sagt die Mutter einer Tochter und eines Sohnes. Die bisherige Ein-Kind-Politik in China galt nicht für die Minderheiten.

Traditionelle Lieder und Tänze der Miao

Wu Ru Hua erzählt, dass die traditionellen Lieder und Tänze der Miao nicht nur vor Touristen, sondern das ganze Jahr über bei festlichen Anlässen wie Hochzeiten, Ernten und bei Besuchen der Nachbardörfer zelebriert werden.

In einem der höher gelegenen Holzhäuser von Langde begrüßt uns die temperamentvolle Köchin Yang Ayong mit diesem Lied. Sie hat für ihre Gäste scharf gewürztes Gemüse und Reis gekocht. Wir sitzen in einer Stube um einen schmalen Holztisch herum. Warum sie so gut kochen kann? Unsere chinesische Begleiterin Frau Lu übersetzt:

"Sie hat drei ältere Brüder. Die haben die Schule besucht, studiert - nur sie nicht, weil sie zu Hause bleiben musste, um ihrer Mutter zu helfen. Mit neun Jahren hat sie schon angefangen, mitzukochen. Nachdem sie mit ihrem Mann verheiratet ist in diesem Dorf, hat sie angefangen, als erste im Dorf, Touristen in Empfang zu nehmen. Damals in den 80er-Jahren war sie als Mädchen das hübscheste in ihrem Dorf. Und sie war so berühmt für ihre Schönheit, dass alle Jungs aus den Nachbardörfern zu ihrem Dorf gegangen sind, um sie einmal zu schauen. Und ihr Mann war auch ein Fan. Als ich mit meinem Mann zusammen war, war ich nur 16 Jahre alt. Und er ist sechs Jahre älter als ich. Wir haben hier die Sitten und Gebräuche, dass die Braut von dem Bräutigam gestohlen werden sollte. Und in einer Nacht hat mich mein Mann dann gestohlen beziehungsweise entführt von ihrem Dorf zu diesem Dorf. Und ihre Mutter ist ihr hinterher gelaufen. Hat aber nicht geklappt. Da hat die Mutter zwei Tage und zwei Nächte geweint."

Mittlerweile ist Yang Ayong 43 und kocht regelmäßig für Gäste.

"Frau Yang sagt, dass der höhere Lebensstandard in den Dörfern dazu geführt habe, die Tradition wieder mehr zu schätzen. So kehrten manche, die vor 20 Jahren in die Stadt gegangen seien und dort Wohnungen gekauft hätten, zu den Festen zurück und renovierten ihre Holzhäuser. Neue Häuser dürfen in Langde nicht gebaut werden. Und was ist mit den eigenen Kindern der Köchin? Der Sohn studiert Elektronik nahe Shanghai, die Tochter Jura in der Provinzhauptstadt Guiyang. Eine Wahrsagerin aus dem Nachbardorf rät Frau Yang, für den Erfolg ihres Sohnes einen Hahn zu opfern. Doch ihre Tochter, weissagt sie, die werde nicht zurückkehren."

Dass sich die Rituale und alltäglichen Gewohnheiten in den Miao-Dörfern keineswegs gleichen, erleben wir in dem Bergdorf Basha, zwei Fahrstunden von Langde entfernt. Hier tragen die Männer Gewehre. Und zur Begrüßung wird geschossen, mit echter Munition.

Tourguide David begleitet uns durch das Dorf. So nennt sich der junge Chinese bei Gästen aus Europa. Sein wirklicher Name ist Lu. Er ist in der Provinz Guizhou geboren, in die sein Großvater einst ausgewandert ist, und spricht erstaunlich gut Englisch. Bei einem schütteren Bäumchen, sorgfältig mit Steinen eingefasst, bleibt er stehen.

"Die Einheimischen beten Bäume an. Besonders Kampferbäume. Wenn ein Baby geboren wird, pflanzt man einen Baum. Ein Verstorbener erhält kein Grab, keinen Grabstein, sondern man legt ihn in die Erde, pflanzt auch dort einen Baum. Es ist streng verboten, einen Baum zu fällen. Die Miao dieses Clans glauben, dass ein heiliger Gott und die Geister ihrer Ahnen im Innern der Bäume leben. Nur eine Ausnahme gab es, als 1976 Mao Zedong starb."

Um ihren Respekt zu zeigen, fällten die Miao einen großen Kampferbaum, schickten das Holz für den Sarg Mao Zedongs nach Beijing und errichteten für die Wurzel des heiligen Baumes eine kleine Pagode, sodass sie den Kampferbaum für immer anbeten können.

Clan aus dem Stamm des Ahornbaumes geboren

In dem großen Dorf Basha mit seinen 2358 Einwohnern glauben die Miao, dass ihr Clan vor ungefähr 2000 Jahren aus dem Stamm eines Ahornbaumes geboren sei. Eine schriftliche Überlieferung ihrer Geschichte existiert bei den Miao nicht. Die Traditionen ihrer Vorfahren sind mündlich von Generation zu Generation weitergegeben worden und haben in den verstreuten Siedlungen zu unterschiedlichen spirituellen Vorstellungen und Lebensformen geführt.

In Basha tragen noch heute alle Frauen und Männer traditionelle Kleidung, ob bei der Feldarbeit oder auf dem Festplatz. Wir sehen Frauen in bunten Faltenröcken schwere Körbe an einer Stange auf der Schulter schleppen; andere, die in ihren farbenprächtigen Kleidern Reis dreschen.

Eine Plastiktüte schützt den kunstvoll mit einem Holzkamm festgesteckten Dutt. Auf dem Weg zum Festplatz begegnet uns ein älterer Mann in einem kragenlosen, indigofarbenen Anzug. Den Kopf hat er mit einem Schal umwickelt, an dessen Enden Fransen hängen. Er trägt ein Gewehr über der Schulter und auf dem Rücken eine Sichel. Xingjiang heißt er.

"Früher war er hier der Chef von diesem ganzen Dorf. Jetzt nicht mehr. Aber er hat immer noch eine hohe Position in diesem Dorf."

Sein Anzug sei aus gefärbter Baumwolle, die mit einem hölzernen Hammer flach geklopft und dann in der Sonne getrocknet wird, erklärt er. Es dauere zwei Monate, diesen Stoff herzustellen, der wie schimmerndes Leder wirkt. Und wozu dient die Sichel?

"Das ist für Haarschneiden."

Auf dem Festplatz wird Xingjiang vor staunendem Publikum einem jungen Mann mit der scharfen Sichel den Schädel scheren, so glatt, als wäre es mit einem elektrischen Rasierer. Nur oben auf dem Kopf bleibt ein Bündel seiner langen Haare übrig, die er zu einem Knoten dreht, wie es hier Sitte ist.

Eines der schönsten Minderheiten-Dörfer in der Provinz Guizhou ist Zhaoxing, von Reisfeldern und grünen Berghängen umgeben. Ein Fluss fließt mitten durch das Dorf, gesäumt von dreistöckigen hölzernen Pfahlbauten. Von den Balkonen und Brückengeländern hängen Reisbündel und indigogefärbte Stoffbahnen zum Trocknen herab. Frühmorgens begegnen einem Reisbauern mit Tragestangen auf dem Weg zum Feld. Nahe dem Fluss bauen Frauen Essensstände mit Fleischspießen und gekochtem Gemüse auf. Alte Männer plauschen vor den Läden der Hauptstraße, während Großmütter auf ihre kleinen Enkel aufpassen. Ein authentischer Alltag, so scheint es.

In Zhaoxing leben etwa 4,600 Dong, eine Volksgruppe von insgesamt drei Millionen. Die Dong sind für ihre großen, pagodenartigen Trommeltürme bekannt, deren Trommeln früher die Bewohner zusammenriefen. In diesem Dorf gibt es fünf davon. Nähert man sich abends in der Dunkelheit Zhaoxing, wirken die beleuchteten Türme und der schillernde Eingangsbogen aus der Ferne verheißungsvoll wie ein Märchenschloss. Bis heute finden am Fuße der Türme Zeremonien statt, aber auch ungewöhnliche A-Cappella-Gesänge, die weit über Zhaoxing hinaus berühmt sind.

Besondere Tradition des A-Cappella-Gesangs

Abends um halb neun versammeln sich in der offenen Halle des Trommelturms vier junge A-Cappella-Sängerinnen in farbenfrohen Trachten. Drei Reihen Holzbänke stehen für die Zuhörer bereit. Dahinter parkt ein roter Lieferwagen, ein paar Mopeds stehen herum. Manchmal rattert ein Motorroller vor dem Trommelturm vorbei.

"Jeder Junge und jedes Mädchen lernen A-Cappella-Gesang, wenn sie vier oder fünf Jahre alt sind. Und hier ist auch die berühmteste A-Cappella-Lehrerin des Dorfes, sie heißt Lu Lan Mei. Es gibt 15 A-Cappella-Lehrer in diesem Dorf, darunter sind sieben männlich. Sie lernen nicht für die Touristen. Sie diskutieren die Lieder und machen neue Songs für dieses Dorf. Es ist die Natur, die sie inspiriert, die Stimmen der Tiere, die Geräusche des Windes, das Rauschen des Flusses. Und der Gesang ist ja auch Natur - ohne irgendein Instrument.

"Das Mädchen sagt, das sind alles traditionelle Lieder der nationalen Dong-Minderheit. Jetzt möchten wir Ihnen das Lied singen, das wir gerade gelernt haben. Es geht darum, dass sich die Jugendlichen wünschen, dass sie selber nach dem Partner suchen, nicht, dass die Ehe von den Eltern beschlossen wird."

Nach der Vorstellung kommen wir mit den Sängerinnen ins Gespräch und erfahren, dass die vier im Jahr 2003 gleich nach der neunjährigen Schule ihr Dorf verlassen haben, um in der 900 Kilometer entfernten großen Industriestadt Dongguan zu arbeiten. Sie wollten Geld verdienen.

"In den Fabriken schufteten die Mädchen, getrennt voneinander, sieben Tage die Woche in miserablen Jobs. Sie verdienten weniger als 500 Yuan (damals kaum 60 Euro), sie aßen und schliefen in der Fabrik. In die Stadt konnten sie nicht gehen, weil sie keinen Tag frei hatten. Keine wollte dort bleiben. "

"Es war nicht das Leben, das wir uns wünschten", sagt Lu Xing Tao, heute 28 Jahre alt. Als die vier Mädchen nach drei Jahren in ihr Dorf zurückkehrten, hatten sie fast alles Geld für die Eltern gespart, die davon ihre Hochzeit ausrichteten. Alle vier sind heute verheiratet, haben ein oder zwei Kinder und einen Beruf. "Wir sind Sängerinnen", sagt die gleichaltrige Lu Xia Hua stolz.

"Die vier Frauen sind glücklich, zum Performance-Programm zu gehören. Sie haben jeden Tag eine Show. Und ihr Haus ist hier, ihre Familie. Durch die Entwicklung des Tourismus kommen mehr Besucher. Und die Bewohner verdienen mehr Geld. Für die Performance hier im Dorf erhalten sie von der Regierung ein Gehalt von 2000 Yuan monatlich. Mit zusätzlichen Auftritten kommen sie auf ein Einkommen von etwa 4000 Yuan monatlich."

Und wer arbeitet auf den Feldern? Es sind die Eltern, sagen sie, die sich um die Reisfelder kümmern. Und eine Woche wird gemeinsam geerntet. Die Schwiegermutter von Lu Xia Hua zum Beispiel steigt jeden Morgen zu den Berghängen hinauf, um Indigoblätter zum Färben der Baumwollstoffe zu pflücken. Wenn die beiden Körbe bis oben voll sind, trägt Großmutter Lu die schwere Last mit Tragestangen auf dem Rücken den weiten Weg zurück. Zu Hause wird sie die Indigoblätter mehrere Tage in einem Wasserkübel einweichen.

"Drei Tage im Sommer, eine Woche im Winter. Nach wenigen Tagen verfärbt sich das Wasser purpurnfarben. Dann fügt sie dem Wasser Kalkpuder hinzu."

Aufwendiges Färben der Baumwolle

Zwei Tage bleibt das Kalkpuder im Wasser, dann wird das Wasser weggeschüttet und auf dem Boden bleibt das Indigo zurück. Man kann es in der Sonne trocknen lassen oder über Feuer erhitzen. So gewinnt man Indigo-Pulver. Viel aufwendiger ist der Prozess des Färbens. Wir schauen zu, wie Großmutter Lu mit bloßen Händen den Baumwollstoff in einem Bottich mit dickflüssiger dunkelvioletter Farbe dreht und wendet. Sie wird diesen Vorgang noch einige Male wiederholen. Damit die Farbe auf der Baumwolle lange hält, benutzt sie die Rinde eines bestimmten Baumes aus den Bergen, den sie zu einem Sud kocht, in den sie den gefärbten Stoff eintaucht. Oder sie bürstet ihn später mit Schweineblut und Eiweiß, das geht schneller. Schließlich nimmt sie den Stoff aus dem Bottich heraus und lässt ihn ein bis zwei Stunden liegen.

"Wenn das Wasser vom Stoff abgetropft ist, bringt sie ihn wie alle anderen zum Fluss hinunter, um ihn auszuwaschen. Und danach trocknet er auf der Uferplatte in der Sonne."

Überall im Dorf ist das Schlagen des Holzhammers zu hören, mit dem der getrocknete Stoff stundenlang bearbeitet wird, damit er wasserabweisend ist und vor scharfem Gras schützt. So wird in jeder Familie von Zhaoxing der Stoff für die Kleidung von Frauen und Männern produziert.

Auch den jungen Sängerinnen gefallen die traditionellen Trachten aus Indigo, die sie nicht nur bei ihren Auftritten, sondern auch bei Festen tragen, ebenso wie die Männer. Sie lieben den althergebrachten A-Cappella-Gesang, den Fluss und die Reisfelder am Rande des Dorfes und die wundervollen Berge in der Umgebung. Aber sie schätzen auch die Verbesserungen im Dorfleben.

"Sie freuen sich sehr über die Entwicklung in ihrem Dorf. Sie möchten nicht wieder ohne Einkommen sein. Die Touristen sind wichtig, sie bringen ihnen Einkünfte. Und dieses Department hat jetzt mehr öffentliche Einrichtungen, zum Beispiel ein Krankenhaus und eine moderne Grundschule, auch die Straße ist viel besser als früher."

Zhaoxing ist eines von zehn ausgewählten Minderheitendörfern in der Provinz Guizhou, in die die Pekinger Regierung viel Geld pumpt, um die alten Holzhäuser zu erhalten, die Infrastruktur zu verbessern und den Bewohnern eine Perspektive zu geben, in der Hoffnung auch, damit die Abwanderung in die Städte zu stoppen.

Die Exotik der traditionellen Dörfer lockt mehr und mehr wohlhabende chinesische Touristen an, neuerdings auch Besucher aus Europa, sodass in Zhaoxing Gästehäuser, Restaurants und Souvenirläden entstanden sind. Den Ehemännern der Sängerinnen gehören übrigens eine lokale Bierbrauerei, eine Pension und ein Transportunternehmen. Der vierte Ehemann ist Grundschullehrer.

Ob dieser Weg eine Chance ist, die uralten lokalen Kulturen der Minderheiten vor dem Vergessen zu bewahren? Es ist jedenfalls ein Stück altes China, das die Regierung in Peking erstaunlicherweise weiterleben lässt.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk