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StartseiteStreitkulturMachen Tinder und Co. uns beziehungsunfähig?08.02.2020

Michael Nast vs. Stefanie StahlMachen Tinder und Co. uns beziehungsunfähig?

Dating-Apps versprechen im besten Fall die große Liebe per Klick. Während sich die einen über eine nahezu unerschöpfliche Online-Auswahl an potenziellen Singles freuen, befürchten andere, dass sich Suchende auch in der Liebe immer mehr wie Kunden verhalten - und auf ein noch besseres Angebot warten.

Moderation: Sandra Pfister

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Ein Smartphone mit dem Logo der Dating-App Tinder (dpa/ picture-alliance/ Franziska Kraufmann)
Bevor er sich für ewig bindet, prüfe, ob er nicht was Besseres findet: Nach diesem Motto daten sich viele bei Tinder und Co (dpa/ picture-alliance/ Franziska Kraufmann)
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Für Menschen, denen es schwer fällt, auf der Straße Menschen anzusprechen, sind Dating-Apps ideal: Oft ist die Hemmschwelle niedriger, sich einen Korb einzufangen. Andere wiederum daten ununterbrochen, immer auf der Suche nach der großen Liebe. Kritiker befürchten, Single-Börsen könnten langfristig das Beziehungsverhalten verändern und Singles nur noch zu Konsumenten werden. Denn kaum noch jemand nimmt sich die Zeit, sich auf das Gegenüber zu konzentrieren und bei schwierigen Situationen um die Liebe zu kämpfen. 

Michael Nast, Autor des Buches "Generation Beziehungsunfähig":

"Dating-Apps sind aufgebaut wie Online-Shops. Letztlich begünstigt das, dass wir als Konsumenten der Liebe agieren. Wir haben ein Riesen-Warenangebot, sodass die Menschen sich nicht mehr so richtig konzentrieren auf eine Person und da auch Ausdauer zeigen."

Stilisierte Figuren eines Mannes und einer Frau sitzen nebeneinander (imago)Wird die Liebe zum Konsumgut? (imago)

Stefanie Stahl, Psychologin und Therapeutin, Autorin des Buches "Jeder ist beziehungsfähig":

"Beziehungsfähigkeit ist etwas, das im Elternhaus entsteht. 30 Jahre Internet können nicht Millionen Jahre Gene kaputt machen. Und unsere Gene sind einfach so angelegt, dass wir alle einen Bindungswunsch haben. Und meiner Meinung nach werden die jüngeren Generationen auch eher beziehungsfähiger. Es gibt auch keine Studien, die eine Beziehungsunfähigkeit der jüngeren Generation belegen würden."

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