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StartseiteSport am Wochenende"Hart erarbeitet"06.12.2020

Mick Schumacher in der Formel 1"Hart erarbeitet"

Der Regisseur Michael Niermann hat Mick Schumacher sechs Jahre lang auf seinem Weg in die Formel 1 begleitet. Im Interview erzählt er, wie unsicher das Unterfangen zu Beginn war, wie Schumacher mit seiner familiären Herkunft umgeht und was die Stärke des neuen Formel 1-Piloten ist.

Michael Niermann im Gespräch mit Maximilian Rieger

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Mick Schumacher, Rennfahrer und Sohn von Michael Schumacher (imago/Laci Perenyi)
Mick Schumacher, Rennfahrer und Sohn von Michael Schumacher (imago/Laci Perenyi)
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"Ich fand die Geschichte sehr interessant, diesen Jungen zu beobachten, der in einer ganz außergewöhnlichen Situation ist, durch den Namen, den er trägt, und durch den Vater, den er hat", sagt Michael Niermann. Niermann ist der Regisseur der Mick-Schumacher-Dokumentation bei RTL.

Zu Beginn der Dreharbeiten sei Schumacher 15, 16 Jahre alt gewesen - im Übergang vom Kart- in den Formel-Sport. Die weitere Entwicklung sei damals nicht abzusehen gewesen, sagt Niermann.

"Er hat das nie als Bürde empfunden"

Doch auch die entscheidenden Ebenen hätten Schumachers Geschichte interessant gefunden. "Und so haben wir im Grunde angefangen zu drehen ohne zu wissen, ob es wirklich jemals gesendet wird. Weil der Anspruch war: Es wird gesendet, wenn er tatsächlich den Sprung in die Formel 1 schafft. Und sonst wäre es wahrscheinlich nicht gesendet worden."

Mick sei sehr gut mit der Situation umgegangen, der Sohn eines siebenfachen Weltmeisters zu sein, erklärt Niermann. "Ich glaube, er hat das nie als Bürde oder Last empfunden, was sein Vater erreicht hat". Und auch wenn der Name "Schumacher" sicherlich Türen öffnen könne, hätte Schumacher wie alle anderen Fahrer auch seine Leistung zeigen müssen: "Der Mick hatte keinen Bonus, weil er den Namen Schumacher trägt, sondern er musste alles genauso hart erarbeiten."

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In der Formel 4, -3 und -2 habe er immer ein Jahr Eingewöhnung gebraucht, sei dann im zweiten Jahr aber um den Sieg gefahren. Vor allem anfangs sei Schumacher von hinten gestartet, weil er im Qualifying nicht schnell genug eine einzelne Runde fahren konnte. Das sei aber wertvoll für ihn gewesen, "weil er sehr schnell beweisen konnte, welchen unglaublichen Instinkt er hat und das Vermögen, in einem Rennen die richtigen Entscheidungen zu treffen."

Prognose kaum möglich

Schumacher arbeitet mit vielen Menschen zusammen, mit denen schon sein Vater gearbeitet hat. In seiner Karriere seien seine Begleiter sehr viel wert, beschreibt Niermann. So habe er sich in Ruhe entwickeln können, mit dem Ziel vor dem Schritt in die Formel 1 ein möglichst vollkommener Fahrer zu werden.

Eine Prognose für die Möglichkeiten in der Formel 1 fällt Niermann allerdings schwer. Zum einen, weil das Auto von Schumachers Team Haas nicht so schnell sei, andererseits, weil zu viele Faktoren die Ergebnisse beeinflussten. Als erste Aufgabe sieht er es nun, dass Schumacher sich gegen seinen Teamkollegen behaupten müsse.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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