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Microsoft sammelte heimlich Kundendaten

Eine amerikanische Softwareschmiede hat Hinweise gefunden, daß Microsoft systematisch Daten über Windows-Anwender gesammelt hat. Das berichtete die New York Times am vergangenen Wochenende. Datenschützer fordern inzwischen das Löschen der gesammelten Informationen, auch das US-Justizministerium geht dem Fall nach.

Peter Welchering |
    Die Entwickler der kleinen amerikanischen Softwareschmiede Phar Lap Software Inc. waren bei der Anwendungsentwicklung über eine Programmroutine in den Microsoft-Betriebsystemen gestolpert, die für sie nicht nachvollziehbar mit einer Identitätsnummer verbunden war. Der Präsident von Phar Lap, Richard Smith nahm daraufhin Kontakt mit Microsoft auf und bat um eine Erklärung oderaDokumentation dieses Betriebssystemfeatures. Ausweichende Antworten ließen Smiths Neugier wachsen, der daraufhin auf eigene Faust der Sache nachging. Er stieß auf die Grundzüge eines Identifikationsnummernsystems in Microsofts Betriebsystemen und Office-Komponenten. Sonntag vergangener Woche berichtete die New York Times über die Entdeckung. Mit den Identitätsnummern lassen sich Anwenderinformationen erfassen und sammeln. Das tat Microsoft offenbar tatsächlich und gelangte so an Daten über die Hardwareausstattung seiner Kunden. Die Enthüllungen bringen das Unternehmen unter Druck: Verbraucherverbände forderten die Löschung der gesammelten Informationen, und auch Justizministerin Janet Reno läßt den Fall prüfen. Laut Microsoft-Manager Robert Bennet habe man mit den Identifikationsnummern den Support für Windows-Nutzer verbessern wollen.