Verteidigungskooperation
Militäranalyst Thiele: "Deutschland kann nicht einfach fragwürdige Systeme aus der Ukraine einsetzen"

Der Sicherheits- und Verteidigungsexperte Thiele sieht in der vereinbarten stärkeren Zusammenarbeit Deutschlands und der Ukraine in der Verteidigung einen begrenzten Nutzen.

    Bundeskanzler Friedrich Merz (links) empfängt Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, vor dem Bundeskanzleramt.
    Bundeskanzler Merz mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj bei Gesprächen im April in Berlin (Archivbild). (Kay Nietfeld / dpa / Kay Nietfeld)
    Thiele sagte im Deutschlandfunk, die Ukraine sei zwar in der Lage, als Kriegspartei schnell neue Waffen zu entwickeln und sich mit diesen gegen Russland zu verteidigen. Allerdings könne Deutschland nicht einfach fragwürdige Systeme einsetzen, bei denen man nicht wisse, wie sie funktionierten. Was man jedoch gut nutzen könne, seien von der Ukraine bereitgestellte Daten zum Umgang mit russischen Bedrohungen.
    Bundeskanzler Merz und der ukrainische Präsident Selenskyj hatten bei Regierungskonsultationen im April Abkommen über die verstärkte Zusammenarbeit unterzeichnet. Demnach soll unter anderem bei der Entwicklung und Produktion von Drohnen noch enger kooperiert werden. Die Erfahrungen der Ukraine bei der Verteidigung gegen Russland sollen in das europäische Sicherheitssystem eingehen.
    Der Vorsitzende der Politisch-Militärischen Gesellschaft betonte auch, dass mehr als vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs weiter ein Übergewicht Russlands auf dem Gefechtsfeld herrsche. Die Ukraine habe weiter Personalprobleme und die USA seien unter Präsident Trump kein verlässlicher Unterstützer mehr. Dies aufzufangen, werde nun vor allem Deutschland zuteil.
    Diese Nachricht wurde am 08.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.