
In der Untersuchung der Universitätsmedizin Mannheim heißt es, für die häusliche Pflege gebe es keine gesetzlichen Vorgaben, die den Angehörigen vorschreiben, wie sie zu putzen oder zu pflegen haben. Unzureichende Hygienestandards seien mit einem erhöhten Risiko für Lungenentzündung, Harnwegsinfektionen oder einer Sepsis verbunden. Diese Krankheiten machten häufig einen Krankenhausaufenthalt nötig.
So verschlechtere eine Infektion die Pflegesituation oft dauerhaft, was wiederum einen höheren Pflegegrad nach sich ziehe. Die direkten Kosten von Komplikationen, die mit mangelnder Hygiene zusammenhängen, schätzt die Studie auf mindestens sechs Milliarden Euro jährlich. Durch Fehlzeiten auf den Arbeitsstellen der pflegenden Angehörigen entstehen demnach Verluste von weiteren etwa 2,7 Milliarden Euro.
Die Autoren halten mehr Prävention durch verbesserte Hygienemaßnahmen für nötig, ebenso niedrigschwellige Beratung im häuslichen Umfeld und verbesserte Schulungsangebote.
Diese Nachricht wurde am 10.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
