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StartseiteUmwelt und Verbraucher "Millionen von Computer sind weltweit schon befallen"16.09.2010

"Millionen von Computer sind weltweit schon befallen"

Anti-Botnetzstelle eröffnet

Die neue Gefahr, die vielleicht auch schon in Ihrem PC steckt, heißt Botnetz. Es sind Programme, die persönlichen Daten ausspionieren und Ihren Computer als Schaltstelle für eine Reihe weiterer krimineller Aktivitäten missbrauchen. Doch es gibt Abhilfe.

Von Peter Kolakowski

Gefahr aus dem Netz: Das Botznetz. (AP)
Gefahr aus dem Netz: Das Botznetz. (AP)
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Beratungszentrum für Botnet-Infektionen von Computern (Homepage

Sie gehören mittlerweile zu den größten Bedrohungen für Internetnutzer. Die sogenannte Botnetze. Mehr noch: Deutschland ist mittlerweile das Hauptgebiet der Computerkriminellen, gerade weil hier eine gute Infrastruktur des Internet zur Verfügung steht. Das Problem ist mittlerweile so gravierend, dass der Verband der Internetwirtschaft und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eine eigene Beratungsstelle für Privatpersonen und Unternehmen eingerichtet haben. Harald Summa Geschäftsführer des Internetverbandes Eco:

"Millionen von Computer sind weltweit schon befallen. Das Prinzip ist so einfach wie gefährlich. In die Computer wird via Internet einer Schadsoftware eingeschleust. Diese befiehlt dem PC sich mit anderen Computern zu einem dann immer größer werdenden Netzwerk, dem Botnetz zusammenzuschließen. Über dieses Netz können dann gleich massenweise und permanent vertrauliche Daten ausspioniert, Computerviren verbreitet, teure sogenannte Dialer installiert oder auch millionenfach Spam-Mails verschickt werden. Die Besitzer merken davon nichts. Weder, dass sie sich mit jedem Besuch im Netz selbst schaden, noch dass sie Kriminelle bei ihren Machenschaften quasi mit jedem Klick unterstützen."

Die Betreiber von Botnetzen wollen so viele Computer wie möglich kapern, um die Ressourcen, die ihnen zur Verfügung stehen, zu vergrößern. Sie nutzen die Botnetze nicht nur selbst, sondern vermieten sie auch auf dem kriminellen Markt.

Der Internetverband Eco hat daher das sogenannte Anti-Botnet-Beratungszentrum gegründet, das jetzt seine Arbeit aufgenommen hat. Ziel des Projektes ist es, die Zahl der Botnetz-infizierten Computer deutlich zu verringern und so den Cyberkriminellen die Grundlage zu entziehen. Dazu arbeiten eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V., das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), verschiedene Internet Service Provider und Antiviren-Software-Hersteller eng zusammen. Das Anti-Botnet-Beratungszentrum ist telefonisch und via Internet ereichbar. Unter www.botfrei.de werden kostenlos Tipps und Programme zum Entfernen von Schadprogrammen und zur nachhaltigen Sicherung des Computers angeboten. Die Telefon-Hotline hilft immer dann, wenn Nutzer mit den Anleitungen allein die Schadsoftware nicht entfernen konnten. Die Mitarbeiter der Beratungshotline führen den Kunden dann telefonisch Schritt für Schritt durch den Prozess der Schadsoftware-Entfernung. Linktipps zu anderen Informationsportalen und Anti-Viren-Software ergänzen das Angebot.

www.botfrei.de

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