Südamerika
Mindestens 188 Tote nach Erdbeben in Venezuela - sehr viel höhere Opferzahlen befürchtet

Bei zwei schweren Erdbeben in Venezuela sind nach Angaben der Regierung mindestens 188 Menschen ums Leben gekommen. Es wird befürchtet, dass die Todeszahlen noch deutlich steigen. Mehr als 1.500 Menschen wurden verletzt.

    Zu sehen sind Einsatzkräfte, die sich in den Trümmern eines eingstürzten Gebäudes dem Unglücksort nähern.
    Rettungsarbeiten nach schweren Erdstößen in Caracas (AFP / MANAURE QUINTERO)
    Die beiden Beben hatten eine Stärke von 7,2 und 7,5. Viele Gebäude stürzten ein. Die geschäftsführende venezolanische Präsidentin Rodríguez rief den Notstand aus.
    Aus dem besonders betroffenen Bundesstaat La Guaira gebe es noch keine Opferzahlen, sagte Rodríguez. Dort liegt zudem der Flughafen der Hauptstadt, der geschlossen wurde. Das Epizentrum lag etwa 160 Kilometer westlich von Caracas.
    Das Beben war auch in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá zu spüren, die rund 1.000 Kilometer Luftlinie vom Epizentrum entfernt liegt.
    Einsatzkräfte suchten nach möglicherweise verschütteten Menschen. Der Schulunterricht werde ausgesetzt, der Zugverkehr unterbrochen und der Betrieb am Flughafen eingestellt. 

    Internationale Hilfe läuft an

    Staaten weltweit boten ihre Unterstützung an, darunter Deutschland. Verteidigungsminister Pistorius sagte, die Bundeswehr stehe mit sechs Transportflugzeugen bereit. 50 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks brechen umgehend nach Venezuela auf.
    US-Außenminister Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten würden umgehend Suchtrupps, Rettungsteams und medizinische Güter entsenden. Zudem wurden Soforthilfen in Höhe von 150 Millionen Dollar bereitgestellt.
    Von der EU finanzierte Partnerorganisationen sind bereits in den betroffenen Regionen im Einsatz. Zusätzlich sei das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus aktiviert worden, teilte die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Lahbib, mit. Das Programm liefert Satellitenaufnahmen und unterstützt so die Rettungskräfte.
    US-Außenminister Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten würden umgehend Suchtrupps, Rettungsteams und medizinische Güter entsenden. Auch Brasilien, Mexiko, Panama und Katar boten Hilfe an.
    Diese Nachricht wurde am 25.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.