Freitag, 19. August 2022

Die Cellistin Tomeka Reid
Mit Stil und Bogen

Cello und Jazz - passt das zusammen? Und wie! Die US-Amerikanerin Tomeka Reid ist mit ihrem Außenseiter-Instrument schlicht eine der spannendsten Musikerinnen der Chicagoer Szene. Jetzt lebt sie in Moers. Wie geht es ihr dort?

Von Anja Buchmann | 14.04.2022

Auf dem Bild ist eine Schwarze Frau am Cello zu sehen, die Cellistin Tomeka Reid.
Die Cellistin Tomeka Reid. (IMAGO / Pacific Press Agency)
Das Cello ist immer noch selten im Jazz. In den Anfängen wurde es meist nur von Bassisten als Zweitinstrument eingesetzt; eine etwas größere Rolle bekam es im Free Jazz und diversen genreübergreifenden Musiken ab den 1970er-Jahren. Heute gehört die US-Amerikanerin Tomeka Reid zu den wichtigsten international anerkannten Cello-Stimmen im Bereich improvisierter Musik. Sie ist Teil der vielfältigen experimentellen Szene Chicagos und arbeitet regelmäßig mit Formationen aus dem Umfeld der dortigen „Association for the Advancement of Creative Musicians“ (AACM), etwa um die Flötistin Nicole Mitchell und den Saxofonisten Roscoe Mitchell.

Klassische Bogenarbeit

Reid besitzt aber auch eine große Sensibilität für Melodie und für Groove und beeindruckt durch ihre klassisch erlernte Bogenarbeit und Technik. Mit ihrem eigenen Quartett veröffentlichte sie bisher zwei Alben; mit dabei: Gitarristin Mary Halvorson. Zurzeit arbeitet sie als „improviser in residence“ in Moers an neuen Projekten - und an der Wiederauffrischung ihrer Deutschkenntnisse. In der Sendung berichtet sie von ihrem Weg von der "Klassik" zur Improvisation, von der Überwindung ihrer anfänglichen Selbstzweifel und vom angenehmen Kulturschock ihrer Übersiedlung aus Chicago an den Niederrhein.